Pop

Wenn man von seiner Firma für die Belange der Popmusik beauftragt wurde, könnte man gegebenenfalls erste Schlüsse daraus ziehen, was das Bild betrifft, das andere von einem haben.

Dass dieses Bild zutrifft, versucht Herr Gabriel offensichtlich immer wieder nachzuweisen.

“Kein Klimaschutz durch Konsumverzicht”

Als ich den Titel in der Rhein-Zeitung las, dachte ich zuerst: Wow! Der Gabriel …! Jetzt versucht er den CO2-Ausstoß durch Voodoo zu drosseln!

Aber nein, beim Lesen des Artikels wurde klar, dass unser Umweltminister lediglich seine geistige Armut zu Markte trug. Meinte er doch, dem Volk sagen zu können, dass „es … nicht darum gehe…, den Klimaschutz gewissermaßen zu privatisieren, indem wir ihn auf den Einzelnen abwälzen”.

Nein, der Dicke aus Goslar möchte vielmehr die “Energiebasis” der Industrie “umbauen”.

Das kostet ja vielleicht doch ein wenig Geld, oder?

Egal – wenn es teuer wird, bezahlt das “die Industrie”. Und wenn die das nicht bezahlen kann oder will oder man sie nicht so recht dazu gezwungen bekommt, dann schießt der Staat eben was dazu.
Mit dem privaten Haushalt des kleinen Mannes hat beides dann natürlich nichts zu tun.

Es ist hart, von Politikern beherrscht zu werden, die man nicht gewählt hat. Noch schlimmer ist es aber, wenn diese auch noch strunzdumm sind.

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19 Kommentare zu “Pop”

  1. 8.03.2007 | 14:08

    Es ist viel schlimmer: Gabriel ist selbst natürlich nicht strunzdumm. Er meint aber, seine Wähler seien es.

  2. 8.03.2007 | 14:15

    Ist das wirklich schlimmer? Vielleicht.
    Wobei mehr Hoffnung in dieser Version läge.

  3. spruance
    8.03.2007 | 14:22

    Bei der vierten Art Geld auszugeben hat Rechnen noch nie sein müssen!
    Ist Gabriel wirklich schlauer? Bisher habe ich nämlich nichts dergleichen bemerkt.

  4. R.A.
    8.03.2007 | 14:39

    @Rayson:
    > Er meint aber, seine
    > Wähler seien es.
    Und in diesem Punkt, und nur in diesem, hat Gabriel recht.

  5. 8.03.2007 | 14:42

    @R.A.

    Bitte keine Wählerbeschimpfung!
    Wer Gabriel wählt muss nicht dumm sein.

    Sondern er/sie kann auch nur zu uninteressiert an Politik sein und das das oberflächliche Theater namens “Unpolitik” für bare Münze und als Wahlentscheidungsgrundlage nehmen.

  6. 8.03.2007 | 14:44

    Oder Pop.

  7. R.A.
    8.03.2007 | 15:21

    @Boche:
    > Bitte keine
    > Wählerbeschimpfung!
    Warum nicht?
    Wenn Wähler dumm sind bzw. dumm handeln, dann darf man sie genauso beschimpfen wie Dummköpfe sonstwo.

    Und wenn man sich anschaut, welchen Mist die deutschen Wähler in den letzten Jahren gebaut haben, ist Schimpfen eigentlich noch zu wenig.

  8. Llarian
    8.03.2007 | 15:22

    @Boche:
    Nun, ich würde zu der Aussage neigen, wer sich für eine Sache (Politik), die so viele Aspekte seines Lebens bestimmt wie in Deutschland, nicht interessiert und in der Folge Vollpfosten wie Gabriel wählt, der muss schon reichlich dumm sein.

  9. 8.03.2007 | 15:25

    @Llarian

    Unverantwortlich würde ich es nennen.

  10. Jacopp
    11.03.2007 | 9:42

    Spätestens dann, wenn man die Stimmen der Wähler haben möchte, sollte man sich hüten, Ihnen zu sagen, dass man sie für dumm hält. Zehn Leute können auf die selben Basisdaten zurückgreifend zu zehn unterschiedlichen Meinungen kommen. Alle für dumm zu erklären, die dann nicht meine Meinung haben, das halte ich für ziemlich borniert (dumm), antidemokratisch, faschistoid und keinesfalls mehr für liberal!

  11. 11.03.2007 | 11:51

    @Jacopp

    Na, da sind dir aber viele Adjektive eingefallen. Wenn es dich beruhigt: Ich halte niemanden für dumm. Ich glaube aber, dass Gabriel das anders sieht, sonst würde er nicht einen solchen Unsinn erzählen, an den er selbst nicht glauben kann.

  12. Jacopp
    11.03.2007 | 16:43

    @Rayson

    ich habe grundsätzlich ein Problem damit, politisch anders Denkenende (oder wie schreibt man das jetzt :-) ) zu verunglimpfen. Die Achtung der Meinung eines Anderen ist für mich ein wichtiges Kennzeichen einer Demokratie. Ausdrücklich nehme ich davon allerdings Leute aus, die sich, egal ob am linken oder rechten Ende des Spektrums, die Abschaffung der Demokratie zum Ziel setzen. Ansonsten habe ich KEIN Problem damit, Herrn Gabriel zunächst mal zu unterstellen, dass er glaubt, das Beste für unseren Staat zu wollen (auch wenn ich nicht seiner Meinung bin). Darauf hat er als Minister seinen Eid geleistet. Umgekehrt lege ich Worte von Politikern nie auf die Goldwaage – wenn einer viel redet, kommt logischerweise auch mal etwas unausgegorenes heraus, und zwar bei Politikern aller Parteien. In der politischen Diskussion rüttelt sich das dann alles zurecht.

  13. 11.03.2007 | 17:22

    @Jacopp

    Wir haben kein Problem damit, den professionellen Dummschwatz von Leuten, die uns regieren oder regieren wollen, als solchen zu bezeichnen. Wenn Gabriel versucht, den Menschen einzureden, jemand anderes als sie selbst trage die Kosten eines staatlich initiierten “Umbaus”, dann zeugt das entweder von einer groben Unkenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge oder einem Versuch, von einer solchen zu profitieren. Ignoranz ist keine “andere Meinung”.

  14. Jacopp
    11.03.2007 | 17:57

    @Rayson

    …aber Definitionssache (wer ist überhaupt “Wir”?). Die Frage ist doch, ob der Vorwurf der Dummheit oder Ignoranz die politische Diskussion weiter bringt oder nicht. Und ich glaube, dass sie es nicht tut. In der Politik geht es darum, andere von einer Meinung zu überzeugen, die man selbst für richtig hält oder aber sich selber überzeugen zu lassen, weil man erkannt hat, dass der Andere Recht hat. Es geht nicht um Rechthaberei sondern um wichtige Sachfragen. Ich habe noch nie erlebt, dass jemand durch Beschimpfungen überzeugt wurde. Vielleicht hat Herr Gabriel hier tatsächlich nicht richtig nachgedacht, vielleicht hat er tatsächlich bewusst gelogen (das weiß nur er), aber der Vorwurf der Dummheit bringt hier wirklich nichts ein.
    Ich kann Dir auf Anhieb ein paar Behauptungen hinschreiben, von denen Du vielleicht sagen wirst, sie seien richtig und sie sind definitiv falsch (und umgekehrt) – trotzdem käme ich deshalb nicht auf die Idee, Dir zu sagen, Du seist dumm oder böswillig. Wir könnten unsere widersprüchlichen Informationen austauschen und überlegen, wieso wir zu unterschiedlichen Ansichten kommen, das fände ich viel spannender.

  15. 11.03.2007 | 18:25

    @Jacopp

    “Wir” sind die Namen, die du oben rechts lesen kannst. Wer sonst? Und da wir allesamt auch keine Politiker sind, müssen wir weder um Stimmen werben noch andere überzeugen, können also auch sagen, was wir denken.

    Es ist aus meiner Sicht auch ein gewaltiger Unterschied, ob du etwas sagst oder der Herr Gabriel. Bei letzterem handelt es sich um einen Menschen, der mit seinen Worten staatliche Machtausübung vorbereitet oder zu legitimieren versucht. Er nimmt in der Öffentlichkeit eine hervorgehobene Rolle ein und kann seinen Unsinn über alle wichtigen Massenmedien verbreiten. Deshalb muss man vor offensichtlichem Unfug, den er verzapft, auch mit deutlichen Worten warnen.

    Es geht hier um ein Wissen, das ich bei einem Minister – im Gegensatz zu dir oder einem beliebigen anderen Internetnutzer – voraussetzen muss. Deswegen bleiben nur die zwei genannten Möglichkeiten: Entweder Gabriel ist dümmer, als ein Minister es sein sollte, oder er möchte seine Zuhörer für dumm verkaufen. Beides wäre erschreckend genug, ich finde die zweite Möglichkeit aber realistischer und schlimmer.

    Oder meinst du ehrlich, dass es sich bei Angebots- und Nachfragekurven in einem einfachen Preis-Mengen-Diagramm um eine “Information” handelt, die Gabriel bisher unbekannt war? Finde dich damit ab: Gabriel ist ein Profi, der handelt weder naiv noch sagt er etwas zufällig.

  16. Jacopp
    11.03.2007 | 18:54

    nachdem ich mehr allgemein zu kommentieren versuchte und Du doch ganz speziell diesen Artikel ansprichst, muss ich leider gestehen, dass ich mit Deinem Link nicht auf diesen Artikel komme und deshalb nicht auf diesen speziellen Punkt eingehen kann. Gestört haben mich auch mehr die Aussagen über die “dummen Wähler” (geht aus meinem ersten Kommentar m.E. auch hervor).

  17. 11.03.2007 | 18:57

    Dann müsstest du vielleicht explizit den ansprechen, der das gesagt hat.

  18. Jacopp
    11.03.2007 | 19:07

    Stimmt wohl – aber wie gesagt, aus meinem Kommentar geht das hervor.

  19. 14.03.2007 | 13:23

    [...] Vorhin hatte ich noch der Behauptung widersprochen, Umweltminister Gabriel sei dumm. Ich muss aber sagen, der Mann gibt sich reichlich Mühe, so zu wirken. Beispiel: Sein neuester Vorstoß zur Aushöhlung des Steuerrechts. Der Betriebsausgabenabzug für Fahrzeuge, die einen gewissen Kraftstoff-Durchschnittsverbrauch überschreiten, soll nach seiner Überzeugung eingeschränkt werden. [...]

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