28. Januar 2007
Gegenstrom-Journalismus
In einigen Blogs wurde am Freitag über einen vorab veröffentlichten F.A.S.-Artikel zum Thema »Web 2.0« diskutiert. Heute ist der komplette Artikel in der »F.A.S« erschienen. Die vorab veröffentlichten Teile können auch online gelesen werden: Artikel 1 und Artikel 2. In der abgedruckten Version sind handwerkliche und fachliche Fehler enthalten, die F.A.S.-Journalisten in der Rubrik Wissenschaft eigentlich nicht passieren dürften.
Die Kommentare zur Vorveröffentlichung des Artikels auf faz.net werden als Lesermeinungen gekennzeichnet. Die Autoren zitieren in diesem Zusammenhang aber auch das Handelsblatt-Blog von Thomas Knüwer und darunter den Kommentator Felix Deutsch, ohne dass diese drei Rollen unterschieden werden.
Das inzwischen geflügelte Wort von der »Seuche Internet« wird »Journalisten« zugeschrieben, obwohl es eine eindeutige Quelle gibt und der Autor nicht unbekannt ist.
Auf Seite 63 wird dann postuliert:
So wanken nicht nur die ethischen Standards des Journalismus, sondern auch die erprobte Praxis, den Informationsfluss »bottom down« zu halten, also den Leser oder Zuschauer ausschließlich als Endverbraucher zu betrachten.
Es gibt einen Informationsfluss »top-down« und es gibt einen Informationsfluss »bottom-up«. Beide können miteinander kombiniert werden: im Zusammenhang mit Planungsprozessen gibt es beispielsweise den Begriff Gegenstromverfahren. Vielleicht sollten sich Journalisten und Blogger auch auf ein solches Gegenstromverfahren einigen? Die beiden Autoren können davon eigentlich nur profitieren: in den beiden [gedruckten] F.A.S.-Artikeln werden teilweise unzureichend recherchierte Informationen über das Usenet mit Gemeinplätzen über Foren, Blogs, ebay und das WWW vermischt.
Noch eine Bemerkung zu den wankenden ethischen Standards [können Standards eigentlich wanken?]: Wenn die Computerseite meiner Lokalzeitung großenteils mit anscheinend sehr oberflächlich umformulierten Pressemitteilungen und Werbetexten gefüllt wird, dann hat das sicher nichts mit Web 2.0 zu tun. Es könnte aber passieren, dass ich eines Tages mein Abo kündige und mich nur noch im Web informiere …
Verfasst von stefanolix um 18:44 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, Sprache (Trackback)
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