Bundesliga-Notizen: 18. Spieltag (Teil 2)

Zeichen, dass der ungarische Fußball am Boden ist: Kaum ein Reporter weiß die Namen ungarischer Spieler richtig auszusprechen.

Ungarn sind keine Slawen. Daher: “s” bitte wie “sch”, und “sz” wie “s”. Und obwohl Gabor inzwischen in der Premier League seine graue Schlabberhose spazierenträgt: “ly” wie “j”. Für das ungarische “gy” gibt es keine deutsche Entsprechung (die Zunge muss an den Gaumen), aber “dj” wäre das Ähnlichste.

Nationalmannschafts-Handball ist tausendmal interessanter als Bundesliga-Fußball.

Hamburger Weisheit: Hassu Scheiße am Fuß, hassu Scheiße am Fuß (A. Brehme).

Offenbacher Rechnung: Sechspunkte-Wochenende. Die Kickers haben gewonnen, die Eintracht hat verloren.

Wer in Cottbus verliert, ist schon gescheitert.

Köln hat in Burghausen gewonnen. Nur noch ein Jahr bis zur Champions League, keine Frage. Wie – das geht technisch nicht? Thema verfehlt.

Wer Meister wird? Haltet nicht Ausschau nach der Mannschaft, die begeistert. Sucht die mit den unverdienten Siegen.

Hertha kann weit kommen. Grottenschlecht gespielt, aber Elfmeter vier Minuten vor Schluss. Das zeichnet Champions aus.

Uli Hoeneß gilt als Deutschlands bester Fußball-Manager. Eigentlich unverständlich: Welcher deutschr Fußballer mit Extraklasse seit den Beckenbauer-Müller-Breitners verdankte seine Stellung je den Bayern? Oder anders gefragt: Wer steigerte denn dort je seinen Wert? Hargreaves sicher, Ballack vielleicht – aber im Vergleich zu Werder sind das Armutszeugnisse. Gegenbeispiele von Talenten, die bei Bayern versauerten, gibt es zuhauf. Ähnlich misslungen: Leverkusen (Woronin, Freier, Kießling), Hertha, jedenfalls bis vor Pantelic (Bobic, Wichniarek, Alves, Luizao…)

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12 Kommentare zu “Bundesliga-Notizen: 18. Spieltag (Teil 2)”

  1. 28.01.2007 | 21:54

    Lieber Rayson,

    ich kann leider kein Ungarisch. Und versuche auch nicht, den Eindruck zu erwecken, ich könnte es.

    Also spreche ich “Imre Nagy” so aus, wie der Name geschrieben wird. Findest du das beanstandenswert?

    Namen in Sprachen, die ich einigermaßen beherrsche, spreche ich richtig aus; versuche es jedenfalls.

    So halten es die meisten Menschen anderer Zunge als Deutsch, nach meinem Eindruck. Vor Jahrzehnten habe ich mal mit einem Ami – keinem Dummkopf, sondern einem sehr bemerkenswerten Wissenschaftler – darüber gestritten, wie man “Martin Luther” ausspricht. Er beharrte auf seinem tii-äitsch, und Recht hatte er.

    Ich empfinde es als eine seltsame deutsche Neigung, Namen immer “richtig” aussprechen zu wollen.

    Allerdings: Wenn sie selbst in einer anderen Sprache sprechen, dann gehen manche Deutsche so weit, sogar die deutschen Namen zu assimilieren. Ich habe es erlebt, wie ein Deutscher, französisch parlierend, von “Madame Merkelle” sprach.

    Ganz zu schweigen von denen, die es progressiv finden, Danzig als Gdansk und Königsberg als Kaliningrad zu bezeichnen.

    Aber zumindest das scheint sich ja allmählich zu normalisieren.

    Herzlich, Zettel

  2. 28.01.2007 | 22:50

    Lieber Zettel,

    es gibt Eigenschaften, die zwar typisch deutsch, aber trotzdem positiv sind. Das Bemühen, insbesondere Namen so auszusprechen, wie der Namensträger selbst ihn ausspricht, gehört m.E. dazu.

    Sie fallen sicher nicht der ewigen Verdammnis anheim, wenn Sie Wörter aus Sprachen, die Sie nicht beherrschen, so aussprechen, wie es geschrieben steht.

    Was aber – wiederum m.E. – nicht geht und sehr peinlich ist, ist eine Aussprache, die weder richtig ist, noch den deutschen Ausspracheregeln folgt. Erst gestern hörte ich im Radio den Moderator einer Literatursendung von “Imre Kährtäsch” reden. (Was daran falsch ist, ergibt sich aus Raysons Ausspracheregeln in Verbindung mit der richtigen Schreibweise des Namens Imre Kertész.) Solchen 0.9mal-Klugen haben wir dann Ausdrücke wie “Handy” zu verdanken.

  3. 28.01.2007 | 23:39

    “Ich habe es erlebt, wie ein Deutscher, französisch parlierend, von “Madame Merkelle” sprach.”

    Das kann ich sogar verstehen, wenn es im Redefluß geschieht, denn mitten im Satz für ein einziges Wort die Aussprache zu wechseln, das halte ich schon für ziemlich umständlich. Aber vielleicht bin ich auch nur zu faul. ;-)

    “Solchen 0.9mal-Klugen haben wir dann Ausdrücke wie “Handy” zu verdanken.”

    Was hast Du denn gegen den Ausdruck?

  4. 28.01.2007 | 23:45

    Ich gehe zwar schon einige Jahre nicht mehr zu Hertha (jedenfalls so lange bis der Meister der Fehleinkäufe, der Turban-Dieter weg ist.) und der Gabor ist ja auch eine Weile nicht mehr da, aber mich hat es immer zur Verzweiflung gebracht, wenn der Plebs auf den Rängen bei der Verlesung der Aufstellung immer KI-RA-LIE rief.

    Nationalmannschafts-Handball ist tausendmal interessanter als Bundesliga-Fußball.

    Im Moment schon. Warten wir mal den Dienstag ab. Gegen Spanien. :-(

    Hertha kann weit kommen.

    Könnte. Wird aber nicht. Ich werde also noch eine Weile von den Erzählungen meines Vaters leben müssen und selbst der kann als Höhepunkt auch nur das UEFA-CUP-Halbfinale gegen Belgrad, das Rekordkulissenspiel gegen Köln und den Bundesligaskandal(”Der DFB wollte keinen Berliner Verein oben haben.” und “Die Top-Spieler wollten alle zu Hertha kommen, aber der DFB…” ;-) )

    Bei Hertha hast du noch Olic vergessen. Wer ist Olic? Hoeneß sagte von dem mal: “Ein kommender Star.” Nicht mal eine Sternschnuppe.

  5. 29.01.2007 | 9:11

    David,

    mit dem Redefluss gebe ich Dir Recht; an “handy” stört mich, dass es auf Englisch in der Regel andere Bedeutungen hat. Und als die Dinger aufkamen, waren sie alles Mögliche, nur nicht “handlich”.

  6. 29.01.2007 | 12:15
  7. 29.01.2007 | 12:16

    Mist. Nach “die” imaginiere man bitte das Wort “Handie-Talkie” und stelle sich vor, der Link umfasse nur dieses.

  8. 29.01.2007 | 12:17

    @Lieber Zettel,

    von mir aus kann jeder jeden aussprechen, wie er will. Ich habe aus der immer wieder auftretenden Unfähigkeit deutscher Reporter, ungarische Namen auszusprechen, ja auch keinen Tadel abgeleitet, sondern darin ein Symptom gesehen.

    Allerdings finde ich es, als jemand mit einer besonderen Liebe zu diesem Land und dem seltsamen Völkchen, das darin wohnt, etwas zu demonstrativ ignorant, wenn die Damen und Herren Reporter sich alle Mühe geben, englische, französische, portugiesische oder ssspannische Namen richtig zu betonen, die Ungarn dann aber phonetisch zu Polen, Tschechen oder Russen machen. Wenn Sie ihnen denn schon den Tort antun, einen Namen in der für Ungarn falschen Reihenfolge zu nennen (erst Vorname, dann Nachname).

    @Marian

    In deinem Beispiel käme noch die Unterscheidung zwischen “e” (wie “äh”) und “é” (wie “eh”) hinzu… Aber wir wollen ja nicht päpstlicher sein als der Papst.

    @Telegehirn

    Obwohl es als Mitglied meine Pflicht wäre, glaube ich in Wirklichkeit natürlich auch nicht daran, dass Hertha weit kommt. Wider besseres Wissen kann ich Meisterschaftserwartungen einfach nicht mit miesem Gekicke verbinden.

    Olic? Nie gehört, der muss den Rekord an verglühten Sternschnuppen da halten…

  9. 29.01.2007 | 14:11

    Na, dann sind es eben noch zwei Jahre bis zur Champions-League. Aber dann sind wir schon im Achtelfinale… ;)

  10. 29.01.2007 | 16:07

    Ivica Olic hat zwar auch nur 500.000 DM Ablöse gekostet, aber er reiht sich sehr gut in die Kiste der Fehleinkäufe ein.

  11. 29.01.2007 | 17:09

    Und geht jetzt zum HSV. Die mögen den Doll wohl wirklich nicht…

  12. 29.01.2007 | 22:06

    Lieber Rayson,

    Allerdings finde ich es, als jemand mit einer besonderen Liebe zu diesem Land und dem seltsamen Völkchen, das darin wohnt, etwas zu demonstrativ ignorant, wenn die Damen und Herren Reporter sich alle Mühe geben, englische, französische, portugiesische oder ssspannische Namen richtig zu betonen, die Ungarn dann aber phonetisch zu Polen, Tschechen oder Russen machen.

    Da stimme ich dir sehr zu. Wie immer, wenn du auf eine Dummheit hinweist :)

    Herzlich, Zettel

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