Umkehr

Aus der Netzeitung:

Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat die Diskussion über sein Bekenntnis, Mitglied der Waffen-SS gewesen zu sein, in Form von Lyrik bewältigt. «Er wehrt sich gegen seine Kritiker. Aber ganz leise – mit Gedichten», sagte sein Freund Volker Neuhaus dem Kölner «Express». «Dummer August» heißt der lyrische Zyklus, der im März erscheint. Der Titel ist eine Anspielung auf den vergangenen August, als die Debatte ihren Höhepunkt erreichte.

So weit. so gut und vielleicht auch so verständlich. Aber dann:

Dazu habe Grass Zeichnungen gemacht, etwa Baum- und Selbstporträts. »Eines zeigt ihn mit spitzem Hut. Da kann man an die spitzen Hüte denken, die Juden im Dritten Reich tragen mussten«, so Neuhaus.

Das ehemalige Mitglied der Waffen-SS als verfolgter Jude. Dass diesem “Freund” bei so etwas nicht die Worte im Hals steckenbleiben, kann ich nicht begreifen.

Mal ganz abgesehen davon, dass der gute Mann sich wohl auch noch um ein paar Jahrhunderte vertan hat.

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2 Kommentare zu “Umkehr”

  1. 26.01.2007 | 11:58

    Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Ich bin ja sehr skeptisch Grass’ gegenüber in der ganzen Sache (verurteile ihn aber nicht in der Weise wie das ganze kulturkonservative Gesocks vom Spiegel etc.), aber solch einen Blödsinn hätte er wohl eher nicht von sich gegeben. Antisemiten haben ja immer Juden zum besten Freund ….

  2. 26.01.2007 | 15:51

    Ich hoffe eigentlich auch, dass Grass diese Zeichnung so nicht gedeutet haben will…

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