29. Dezember 2006
Böser Onkel bringt Teddybären um
So könnte ungefähr die Zusammenfassung einer Anmoderation lauten, wenn Wolf von Lojewski gestern Abend Kinderfernsehen gemacht hätte.
Hat es jemand gesehen? Das gestrige “heute-journal”? Da tapsten traurig bis verzweifelt dreinschauende, wie immer kuschlig aussehende Eisbären über schmelzende Eisschollen.
Und im Hintergrund wird von der Stimme Lojewskis ein Mann dafür verantwortlich gemacht: Bush.
Weil er den Klimaschutz verhindere.
Etwas gebildetere Zuschauer wissen nun natürlich, was Lojewski meint. Bush hat das Kyoto-Protokoll nicht unterschrieben. (Wie übrigens Clinton auch nicht, aber das wäre zu komplex für das gebührenfinanzierte Qualitätsfernsehen.)
Er, der böse Bube, hat also einen Vertrag nicht unterschrieben, dessen Vereinbarungen die anderen, die ihn unterschrieben haben, nicht einhalten. Er heuchelt also nicht so gut wie wir Öko-Europäer?! Pfui!
Mal abgesehen davon, dass mit den Milliarden, die Kyoto bei zweifelhaftem Nutzen kostet, wahrscheinlich die Arktis künstlich nachgebaut und mit Eisbären-Asylanten bevölkert werden kann.
Im Anschluss wird eine tolle Idee für die Rettung der Eisbären vorgeschlagen: Ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen.
Komisch, und ich dachte, in den USA gäbe es ein solches Limit längst. Sind die doch nicht böse? Sind wir auf der A7 und der A1 vielleicht verantwortlich für die traurig herumschlitternden Eisbären? Fragen über Fragen.
Grundsätzlich hat mir diese gestrige Lojewski-Moderation mal wieder vor Augen geführt, welch dumme, verdummende Wirkung der bildlichen Darstellung eigen ist.
Verfasst von Boche um 09:31 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, International, Politik, Presse / SPON- und taz-Blog, Umweltpolitik (Trackback)
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