Sire, geben Sie Netzfreiheit

Aus staatlicher Sicht ist das Schlimmste am Internet, dass man es nicht kontrollieren kann. Eines der größten Hindernisse ist dabei die Möglichkeit der Anonymität. Und die aus Staatssicht beliebtesten Gründe, das zu ändern, sind Kinderpornografie und Terrorismus. Daraus folgen dann Gesetze, mit deren Hilfe der Staat vor allem gegen Meinungsfreiheit und, sollte die betreffende Lobby entsprechenden Einfluss erlangt haben, Urheberrechtsverstöße vorgeht. Wobei die letzteren gerne auch als Vorwand für die Bekämpfung von ersterer herangezogen werden.

Der Staat setzt auch dann, wenn ihm die Gesetze dazu fehlen, auf Einschüchterung. Es wird Zeit, ihm auf die Finger zu klopfen.

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4 Kommentare zu “Sire, geben Sie Netzfreiheit”

  1. der gute don
    28.12.2006 | 21:31

    Es wird Zeit, ihm auf die Finger zu klopfen.

    wenn ich mir die letzten 10 Jahre anschauen, frage ich mich wer das “auf die Finger klopfen” noch übernehmen kann …

  2. 29.12.2006 | 10:21

    Rayson, die Frage ist ja – und das meine ich ganz Ernst – wie klopft man dem Staat auf die Finger. Gehen wir mal ehrlich davon aus, dass weiterhin Regierungen immer mit Rot oder Schwarz gebildet werden, dann haben wir da zwei Parteien die beide fröhlich Grundrechte zugunsten der Freiheit/ der Demokratie/ den geschundenen Musikunternehmen (nicht zutreffendes bitte streichen) einschränken.

    Und den Wähler interessiert es nicht, weil viele sowas akzeptieren, wenn die Politik es mit dem Terrorismus oder mehr Sicherheit verbinden kann (man denke daran wie schnell Menschen von der DNA-Datei überzeugt waren nachdem man Moshammers Mörder so finden konnte). Datenschutz, etc. ist zudem scheinbar für die Nachrichten nicht sexy genug.

    Nur ‘ne Frage der Zeit bis das neue NRW-Datenschnüffelgesetz auch für andere Zwecke genutzt wird. Das man darüber in der Presse und der Öffentlichkeit fast gar nichts findet, ist eigentlich ein Armutszeugnis. Wäre nett, wenn das hier funktionieren würde.

    Und da wird verwundert aufgeschrien, dass Menschen in Deutschland das Vertrauen in die Demokratie verlieren. Sorry für den Rant, aber ich bin derzeit in die Richtung etwas grantelig.

    Btw: Ich stimme dir nicht immer zu, Rayson, schätze deine Schreibe aber wirklich sehr.

  3. 29.12.2006 | 14:54

    @Björn

    Das sehen wir wohl ähnlich. Dass solche Themen, wie z.B. die Auseinandersetzung um die Softwarepatente auch, wegen ihrer technischen Komponente (erklär mal in drei Minuten jemandem das Tor-Netz) schnell unter “Nerd-Verdacht” geraten, kommt noch erschwerend hinzu.

    Was uns bleibt, ist das Übliche: sich an der Debatte beteiligen, jeder da, wo er kann.

    Danke übrigens für die netten Worte.

  4. 31.12.2006 | 11:33

    Man kann die Gewährung von Presse- und Meinungsfreiheit auch als genialen Trick betrachten, der dem Staat einen Haufen Geld für Spitzeldienste erspart. Die Leute sagen offen was ihnen nicht passt und ermöglichen so der Regierung Dinge zu ändern, bevor es deswegen zu Unruhen kommt.

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