20. Dezember 2006
FDP – unverzichtbar
Vorab der warnende Disclaimer: Ich bin parteiisch. Als FDP-Mitglied habe ich, wie jeder politisch informierte Blogger sofort wissen wird, meine Seele an das Thomas-Dehler-Haus verkauft, auf dessen Instruktionen ich seitdem jeden Tag warte. Woher die Zentrale meiner geliebten Partei, die selbstverständlich immer Recht hat, die ihrigen bezieht, entzieht sich meiner Kenntnis. Wahrscheinlich von Gesamtmetall oder der Bertelsmann-Stiftung. Oder den Illuminaten.
Nun sind aber auf der anderen Seite des Flusses interessante Bewegungen zu erkennen. Der eine, der sich so gerne als Mustermitglied einer traditionsreichen deutschen Partei sieht, hat die FDP als Zentrale der Antideutschen entlarvt. Welch Fortschritt – zu Zeiten des Fallschirmspringers war sie noch die der Antisemiten. Der andere, einer selbst auferlegten Enthaltsamkeit offenbar überdrüssig, vergießt Krokodilstränen über die mangelnde Präsenz der FDP in der Öffentlichkeit. Worauf ihn ein jeglicher Sympathie zur blau-gelben Partei gänzlich unverdächtiger Blogger meint korrigieren zu müssen: Schließlich positioniere sich die FDP gegen sämtliche Vorhaben der schwarz-roten Regierung, obwohl – es lebe die Dialektik – sie natürlich in Wirklichkeit genau so handeln würde wie diese.
Wir lernen: Es ist nicht wichtig, warum du eine Anti-FDP-Haltung wie eine Monstranz vor dir herträgst. Es ist wichtig, dass du es tust. Zumindest, wenn du dich irgendwie “links” fühlst. Uns kaltherzigen Neoliberalen und spinnerten Libertären verschafft das eine ganz neue Erkenntnis: Es gibt ihn doch noch, den real existierenden Stachel im Fleisch der Etatisten. Auch wenn wir ihn aus unserer Sicht gar nicht als solchen wahrzunehmen wagen, so erbärmlich erscheint uns dessen Haltung, so von sozialistischen Ideen durchdrungen seine Politik.
Wir sind tatsächlich schlechte Werber für diese Partei. Da sind uns die Linken weit voraus.
Verfasst von Rayson um 00:27 Uhr in der Kategorie Innenpolitik,Politik (Trackback)
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