Eugen Cicero

Ich hatte an anderer Stelle schon versucht, meiner Bewunderung für diesen Musiker Ausdruck zu verleihen. Damit soll es eigentlich auch genug sein, Allen Cicero-Freunden und solchen, die es werden wollen, sei hiermit -. quasi als Service zum Fest – noch einmal die jüngst bekanntgewordene
Solo Piano“-Perle dieses wahrhaft genialen Künstlers empfohlen.

Die FAZ schrieb dazu:

Das Album bringt den in allen neueren Lexika vergessenen Musiker eindrücklich in Erinnerung; es ist einer seiner seltenen Soloauftritte. Seine geistreiche Verspieltheit, seine seiltänzerischen Risiken sind hier womöglich noch besser und mit größerer Spontaneität entfaltet als in den Standard-Trios, mit denen er normalerweise auftrat. Die Dynamik und Agogik, der enorme Horizont der Bezüge, die Verbindung von strengem Strukturbewußtsein und tiefem Swing-Verständnis, der Humor der harten Kontraste und natürlich die Brillanz der glitzernden Läufe machen diese CD zu einem Monument höchst unterhaltsamer Crossover-
Klavierkunst. Cicero zitiert bravourös die rasenden Tongirlanden von Art Tatum, die berühmten “hinkenden” Verschleppungen zwischen linker und rechter Hand von Erroll Garner, die rollenden Baßfundamente des Boogie-Woogie, dazu alle nur denkbaren Elemente der E-Musik von Bach bis Chopin. Die Zitate, etwa von Grieg und Chopin, in dem Pop-Hit “Sunny” schwellen wie aus dem Unterbewußtsein hoch. An anderer Stelle, etwa dem staunenswerten “Chopin-Medley”, sind die bekannten Themen kunstvoll kalkuliert ineinandergewirkt. Gewisse Effekte wie applausgenerierende Schlüsse und vordergründig erkennungsdienliche Zitat-Späße können kaum für Irritationen sorgen. Dafür ist dieses Glasperlenspiel mit Gershwin-Themen, Schuberts “Heidenröslein”, einer Arie aus Bachs “Matthäuspassion”, Jazz-Evergreens und dem schon genannten Material einfach viel zu intelligent.

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