Meine Geisel, deine Geisel

Frau Schmidt wirft anderen vor, mich in Geiselhaft zu nehmen.

Die nette Frau Schmidt möchte mich als Geisel ihrer staatsmedizinischen Zwangsbetreuung wohl nicht mit anderen teilen.

Wie ich arme Geisel von all den Geiselnehmern umkämpft werde … das rührt mich dann doch ein wenig!
Ist das nicht auch eine Form von Wettbewerb? Ein Wettbewerb zwar, in dem ich nichts zu sagen habe, aber immerhin…!

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13 Kommentare zu “Meine Geisel, deine Geisel”

  1. R.A.
    4.12.2006 | 14:30

    Ausgerechnet eine Sozialdemokratin schimpft auf Streikende bzw. Demo-Teilnehmer – wenn das mal die Genossen von der Gewerkschaft mitkriegen …

  2. 4.12.2006 | 19:14

    Ja, leider können die Pflichtversicherten sich nicht dafür entscheiden, bei Erhöhungen einfach nicht mitzuziehen.

    Und leider höre ich etwas zu oft, dass es Ärzten im Allgemeinen (nicht im speziellen) gut geht.

    Ich vermute, die leben mal wieder ihre Standesdünkel (“Ich habe Medizin studiert und deswegen 120.000 Euro im Jahr verdient.”) aus.

  3. 4.12.2006 | 21:20

    Die Politik schafft es doch immer wieder, mit Schüren der Neidreflexe vom Unsegen ihrer Zwangsbeglückung abzulenken.

    Das beste Mittel gegen Standesdünkel ist nämlich der frische (oder aus Sicht der Dünkelhabenden: rauhe) Wind des Wettbewerbs.

  4. der_gute_don
    4.12.2006 | 23:25

    Ich habe Medizin studiert und deswegen 120.000 Euro im Jahr verdient.

    du bist meilenweit von der Realität entfernt. Und btw, die meisten Ärzte werden gnadenlos vom GEsundheitssystem ausgebeutet, die wahren Kostentreiber liegen woanders.

  5. 4.12.2006 | 23:45

    Ich kann nur sagen: Ich bewundere aufrichtig jeden, der heute noch Arzt werden will. Geld kann da längst nicht mehr das Motiv sein. Freizeit auch nicht. Wobei die Berufsanfänger noch in der besten Position sind, weil sie keine Illusionen mehr haben (und entsprechend entscheiden sich mehr und mehr Absolventen dagegen, in Deutschland Kassenarzt zu werden). Aber was macht ein älterer Arzt, der für seine Praxis keinen Nachfolger mehr findet? Der Verkaufserlös war schließlich als Altersversorgung eingeplant.

  6. 5.12.2006 | 6:27

    120.000 Euro wäre für einen Arzt mit eigener Parxis übrigens gar nicht so viel, eine solche Zahl als unverschämt hoch hinzustellen zeugt von Unwissenheit.

    Davon ab geht:
    Praxismiete, Löhne für Arzthelferin/nen, Rücklagen für neue Geräte, Tilgung für angeschaffte Geräte usw. usf.
    Da bleibt am Schluß dem Arzt nicht mehr viel

  7. Llarian
    5.12.2006 | 10:33

    Da bleibt sogar sehr viel, denn die 120.000 sind in einer guten Arztpraxis der Gewinn und nicht der Umsatz. Eine gutgehende allgemeinmedizinische Praxis hat einen Umsatz zwischen 200.000 und 300.000 Euro pro Jahr und eine Kostenquote um die 50-60%, je nachdem wie optiomiert sie ist. Da bleiben selbst dem nichtoptimierten Fall ein Gewinn von um die 70.000 Euro, Spitzenverdiener bringen es auf bis zu 150.000 Euro. Was eigentlich selbst beim geneigten Sozi keinen übergrossen Neid auslösen sollte, da es sich um studierte Freiberufler mit vollem Selbstständigkeitsrisiko, 60 und mehr Arbeitsstunden und ständigem Dienst handelt. Zudem gibt es auch schlechtgehende Praxen mit unter 1000 Scheinen und da ist man dann ganz schnell auf dem Gehalt eines normalen Krankenhausarztes.
    In der Politik wird gerne das Hauptproblem der Ärzte auf Verdienen reduziert. Selten ist die Rede davon, wie wenig Ärzte Lust haben die als Reformen verklausulierten Sparmaßnahmen durchzudrücken. Wie viele Ärzte in Regress genommen werden, weil die Politik beschlossen hat, man KÖNNE am Tag nicht mehr als x Patienten behandeln. Oder in Regress genommen werden, weil sie keine Lust haben Patienten abzuweisen oder 4 mal im Jahr die Praxis zu schliessen. Oder hat sich mal jemand gefragt, WARUM wohl so viele große Praxen einmal im Quartal Urlaub machen ? Das ist KEIN Zufall. Verdienst ist sicher eine Seite der Medaille. Aber wenn ich mir als deutscher Kassenarzt einen Juristen beistellen muss, weil ich immer mit einem Bein im Knast stehe, dass ich Patienten auf meine eigenen Kosten behandeln MUSS, das macht andere Länder plötzlich sehr attraktiv.

  8. 5.12.2006 | 14:45

    @VolkerD: Ich hatte es vergessen zu schreiben. Ich meinte nicht den Umsatz, sondern das Bruttoeinkommen des Arztes.

  9. 5.12.2006 | 14:49

    @Boche: Das mit dem Wettbewerb ist leider in dem Bereich schwierig, weil es keinen freien Informationsfluss gibt. Behauptet die Stiftung Warentest “DVD-Player Modell Nopic von Panasony ist schlecht,weil die Messungen… ergeben”) dann ist da wenig zu rütteln. Wenn man aber seine Erfahrungen mit Ärzten (und Anwälten) irgendwo herbeommen will, steht Persönlichkeitsschutz vor freiem Wettbewerb.

  10. 5.12.2006 | 14:50

    Und das bei Berufen die einen Mindestlohn haben (mal der PDS-Argumentation gefolgt).

  11. 5.12.2006 | 15:19

    @marcc

    Die Qualität von Ärzten lässt sich von Verbraucherschutzorganisationen einerseits wissenschaftlich-statistisch prüfen (Welche Behandlungen werden bei welchen Diagnosen angewandt? Welche Behandlungsergebnisse gibt es bei welchen Diagnosen? Welche Diagnosen konnten von unabhängigen Prüfern verifiziert werden? etc.).

    Zum anderen sollte man den Konsumenten (mal wieder) nicht für so dumm halten, keine eigenverantwortlichen Entscheidungen treffen zu können (er muss es ja heute zu Zeiten der Staatsmedizin auch).
    Denn der Patient weiß sehr wohl und recht gut, welcher Arzt in seinen Augen vertrauenswürdig ist. Ein Arzt, der sich einen Namen macht mit schlechten Ergebnissen und schlechtem Service wird ziemlich schnell seine Patienten los.

  12. 5.12.2006 | 21:26

    Kommt man an diese Ergebnisse ohne weiteres ran?

  13. 5.12.2006 | 22:33

    Ohne weiteres? Was soll das bedeuten?
    Selbstverständlich macht das Mühe.

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