Wie die Bürokratie mehr Bürokratie gebiert

Dass das immer kompliziertere Steuerrecht dazu führt, dass die Finanzämter immer mehr Anfragen zu bearbeiten und rechtsverbindliche Auskünfte zu geben haben, ist ja klar. Und darüber, dass die Bürger für diesen Wahnsinn demnächst auch noch per Gebühr bezahlen müssen, haben sowohl unser Boche als auch der freundliche Sozi von nebenan bereits berichtet. Aber die Angelegenheit hört da ja noch lange nicht auf.

Die Finanzämter in NRW haben nämlich schon vor vielen Jahren ihre Barkassen geschlossen und hätten somit gar keine Möglichkeit, die Gebühren direkt in Empfang zu nehmen, wenn sie anfallen. Stattdessen werden dann wohl Gebührenbescheide erstellt und verschickt werden, die die Auskunftssuchenden nachträglich überweisen müssten. Erfahrungsgemäß vergessen dies allerdings viele Leute, was dazu führt, dass auch noch ein Vollstreckungsvorgang eröffnet werden muss. Und da deren Zahl damit erheblich ansteigen wird, müssen wohl zusätzliche Vollstreckungsbeamte eingestellt werden…

Super!

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3 Kommentare zu “Wie die Bürokratie mehr Bürokratie gebiert”

  1. 20.11.2006 | 19:02

    das erinnert mich daran, daß mein finanzamt letztens mahngebühren für zu früh gezahlte steuern verlangt hat. die steuerbescheide waren nämlich noch nicht im system eingepflegt und gezahltes geld wurde mir prompt zurück überwiesen. ohne verwendungszweck natürlich. da ich mit der überweisung nichts anfangen konnte, beließ ich es dabei. als der mahnbescheid kam hab ich dann dank nachfrage erfahren, warum mir das geld zurückerstattet wurde. meine hoffnung auf unbürokratischen erlass der mahngebühren wurde jäh zerstört. dafür war ein antrag auf erlass der mahngebühren nötig. und ob der bearbeitet wird, konnte mir die gute frau am telefon nicht versichern.

    supi.

  2. Herman
    20.11.2006 | 21:32

    Letztlich muss der Steuerzahler immer zahlen, schließlich kosten die Finanzbeamten auch dann Geld, wenn sie keine gesonderten Gebühren für Fragesteller verlangen.

    Aber es zeigt nur deutlich, wie sehr die große Koalition gescheitert ist. Anstatt Bürokratie abzubauen wird sie noch weiter ausgebucht. Bürokratie um der Bürokratie willen.

  3. 21.11.2006 | 13:12

    @Herman:
    Natürlich muss “der Steuerzahler” immer zahlen. Kommt immer nur darauf an, welcher. Im bisherigen Modell müssen nämlich alle für den komplizierten Mist bezahlen, den ihre Politiker sich so ausgedacht haben. Im zweiten Fall nur noch diejenigen, die sich nicht ohnehin schon einen Steuerberater gönnen und/oder einfach die Klappe halten und eben zuviel Steuern zahlen. Das macht aus meiner Sicht schon einen erheblichen Unterschied…

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