Essenz

In der taz ist die Idealvorstellung des Ökowahns auf geniale Weise in einem einzigen kurzen Satz zusammengefasst worden:

“Fenster zu und Licht aus!”

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5 Kommentare zu “Essenz”

  1. 16.11.2006 | 12:16

    Polemik schön und gut, aber man muss dem Autor auch zugestehen, dass er den Satz mit “Wer jedoch klagt, dass die Politik reformunfähig sei, und Angst vorm Klimawandel hat, sollte auch konsequent handeln…” einleitet. Es wird also keineswegs ein Gesetz gegen offene Fenster gefordert, sondern nur persönliches Engagement im eigenen Umfeld. Und ich finde es auch verlogen, wenn Shell-Tankstellen boykottiert werden und über die Umweltschutzversäumnisse anderer Länder gelästert wird, aber niemand bereit ist, der sich sonst als Teil der “Umweltschutznation Nr. 1″ sieht, auch mal etwas Verantwortung zu übernehmen. Umweltschutz ist in Deutschland natürlich Sache des Staates, ICH bezahle Steuern (und vielleicht noch einen Beitrag an Greenpeace, die dem Staat und den bösen Konzernen auf die Füße treten sollen) und habe damit bereits meinen Beitrag geleistet. Schon erstaunlich, dass sich die Deutschen diese Müll-Obsession antun, aber für Energie-Sparen nur zu haben sind, wenn es sich “rechnet” und man keinen Handschlag tun muss.

  2. 16.11.2006 | 13:07

    Reinhard, die Polemik ging dieses Mal auch nicht in Richtung Staatsgläubigkeit oder Staatspaternalismus.
    Sondern in Richtung einer Verzicht und Selbstverarmung predigenden Öko-Ideologie.

  3. 16.11.2006 | 14:04

    Ein sehr “deutscher” Artikel. Denn “deutsch sein” heißt die Dinge ihrer selber zu tun und nicht nach Nutzen und Sinn zu fragen. Die Verbraucherschelte geht ja in die Richtung: “Ihr spart nur dann Energie, wenn es sich für Euch lohnt!” und vor allem: “richtiges Energiesparen ist mit persönlicher Unbquemlichkeit verbunden.” Damit gehört er zu jener Sorte moralischer Apelle an die “Eigenverantwortung”, die erfahrungsgemäß auf taube Ohren stößen. Die Frage “Was bringt es mir, was bringt es der Umwelt?” beantwortet der Artikel nur unzulänglich.
    “Licht aus” ist in meinem Falle absurd. Ich habe meine Beleuchtung nämlich fast vollständig auf “Energiesparlampen” umgestellt. Die Dinger verschleißen aber schneller, wenn sie vielen Schaltvorgängen ausgesetzt sind. Für mich lohnt es sich also finanziell, das Licht in der Küche einfach den ganzen Abend anzulassen. Das ist natürlich “Stromverschwendung”, denn meistens bin ich nicht in der Küche und brauche das Licht nicht. (Mit normaler Glühlampe, die konsequent beim Verlassen der Küche ausgeknips würde, hätte ich nebenbei gesagt einen höheren Stromverbrauch als mit der “unnötig brennenden” Energiesparlampe.)
    Ähnlich lassen sich andere Appelle im Artikel auseinandernehmen. Es geht nicht in erster Linie, dem Verbraucher zu sparsamen Verhalten zu animieren, sondern ihm ein schlechtes Gewissen einzureden.
    Es ist meines Erachtens allein das erfolgreich dem Verbraucher eingeredete schlechte Gewissen, das das volkswirtschaftlich absurde und auch ökologisch wenig sinnvolle “duale Müllsystem” (zurecht von Reinhard “Müll-Obsession” genannt) am Laufen hält.

  4. 20.11.2006 | 22:39

    [...] Da haben wir den Ruf nach einer Heiligen Inquisition (Strafbarkeit der Leugnung), das Ausstoßen von Verwünschungen gegen Abtrünnige, die Angst vor dem Leibhaftigen (Kernspaltung und –Kernfusion), die Auferlegung von eher symbolischen Bußetaten (wozu man beim aktuellen Stand der Forschung die Abfalltrennung oder die Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes zählen muss) und generell eine Haltung der Entsagung und Selbstkasteiung („Fenster zu und Licht aus!“) – alles aus Furcht vor dem Klima-Rachegott. Weil wir nicht ausschließen können, dass die Szenarien der Untergangspropheten wahr werden, wollen wir wohl irgendwie handeln und denken, dass sich die Güte der Handlung daran ablesen lässt, wie sehr sie uns weh tut. Mit einem Wort: Wir bringen Opfer dar. [...]

  5. 8.12.2006 | 9:44

    [...] Das finde ich jedenfalls deutlich weniger beängstigend und beginne, langsam das Licht im dunklen Wohnzimmer wieder einzuschalten. [...]

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