30. Oktober 2006
Struck ruckt!
Aus der unendlich langen Serie Pressemitteilungen, die die Welt nicht braucht: SPD-Fraktionschef Peter Struck hat die Deutsche Telekom vor einem weiteren Stellenabbau gewarnt. Wie heise.de berichtet, kritisierte Struck die Personalpolitik der Telekom.
Es ärgere ihn, wenn Großkonzerne beste Bilanzen vorlegen und gleichzeitig massenhaft Stellen streichen, sagte der frühere Verteidigungsminister. “Da fehlt mir der Patriotismus.”
Aber Herr Struck lässt seinen Worten auch die Ankündigung von Taten folgen:
“An den Telekom-Vorstandchef Herrn Ricke habe ich den Hinweis: Der Bund hält zwar nur 30 Prozent der Aktien, aber wir werden Einfluss auf die Gestaltung dieses Unternehmens ausüben. Ich glaube nicht, dass die Telekom gut beraten ist, den Personalabbau weiter voranzutreiben”
Peter Struck ist dem Vernehmen nach ein praktisch veranlagter Mann. Bevor er mit dem Einflussnehmen beginnt, sollte er sich vielleicht noch darüber Gedanken machen, was die Telekom mit den Leuten eigentlich anfangen soll. Glaubt er wirklich, dass dadurch die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gestärkt wird? Glaubt er wirklich, dass die Telekom eine Zukunft als ABM-Träger hat?
Vermutlich wollte Peter Struck der Telekom in der Tradition des ehemaligen Bundespräsidenten Herzog einen Ruck geben. Aber das war kein Ruck, sondern bloßer Populismus. Denn wenn der Staat die Telekom dazu zwingen könnte, die Leute zu behalten, würde er ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährden. Und damit sieht es schon jetzt nicht besonders toll aus.
Was lernen wir daraus? Ein solches Unternehmen sollte entweder ganz im Staatsbesitz sein oder vollständig privatisiert werden. Alles was dazwischen ist, ist von Übel. Denn schon an Unternehmen mit einem 30%-Staatsanteil ruckt der Struck. Und davon geht’s denen auch nicht besser.
Verfasst von stefanolix um 08:31 Uhr in der Kategorie Politik, Sprache (Trackback)
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