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	<title>Kommentare zu: Ethik und &#8220;Politikverdrossenheit&#8221;</title>
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		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6091</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Oct 2006 17:20:48 +0000</pubDate>
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		<description>Dank dir schon mal f&#252;r die vielen Hinweise und Tipps! Ich werde meine allt&#228;gliche Zuglekt&#252;re versuchen entsprechend zu gestalten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dank dir schon mal f&#252;r die vielen Hinweise und Tipps! Ich werde meine allt&#228;gliche Zuglekt&#252;re versuchen entsprechend zu gestalten.</p>
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		<title>Von: MomoRules</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6088</link>
		<dc:creator>MomoRules</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Oct 2006 09:24:37 +0000</pubDate>
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		<description>@Boche:

Den Literaturtipp betreffend: Da gib mir mal etwas Zeit. Da das mehr als ein halbes Jahrhundert Philosophie-Geschichte dominiert hat und vor allem methodische Fragen betrifft, finden sich in fast allen philosophischen Texten zumindest Spuren hiervon.

Empfehlenswert ist alles von Ernst Tugendhat, insbesondere &quot;Selbstbewu&#223;tsein und Selbstbestimmung&quot;. Tugendhat hat die anglo-amerikanische Sprachanalyse in den 70ern importiert, seine Vorlesungen zur Einf&#252;hrung in die sprachanalytische Philosophie waren schon epochal. Das ist aber ein sehr trockener Text. In &quot;Selbstbewu&#223;tsein und Selbstbestimmung&quot; wendet er das dann auf einen konkreten Gegenstandsbereich wirklich virtuos an, das ist aber streckenweise auch schwere, philosophische Kost. Ist aber gerade f&#252;r Liberale ein sehr spannendes Buch und hat auch wenig mit den tagespolitischen Interventionen zu tun, die man von Tugendhat ja auch kennt. 

Eine Wittgenstein-Einf&#252;hrung ist auch immer brauchbar, und was f&#252;r s&#228;mtliche philosophische Fragen immer ganz gut ist, das ist Ekkehardt Martens/Herbert Schn&#228;delbach - &quot;Philosophie. Ein Grundkurs&quot;. Das ist nach Problembereichen geordnet, &quot;Das Gute&quot;, &quot;Sprache&quot;, &quot;Kultur&quot;, aber schon auf einem Niveau, das mit &quot;Sophies Welt&quot; oder der philosphischen Hintertreppe nicht mehr viel zu tun hat. Sch&#246;n auch der Aufsatz von Ulrich Steinvorth &quot;Warum man zu Gerechtigkeit zwingen darf&quot; ;-) ... 

In &quot;Analytische und Postanalytische Philosophie&quot; von Herbert Sch&#228;delbach finden sich auch ganz gut lesbare Anwendungen, zum Beispiel zur Verwendung von &quot;gut&quot; und evaluativer Sprache im Allgemeinen. Der ist einfach ein ganz gro&#223;er Philosophie-Lehrer, lustigerweise haben ja sowohl die FDOGs zum Teil als auch ich bei dem studiert.

Ansonsten gibt es halt die ganzen Klassiker, aber in Wittgensteins &quot;Philosophische Untersuchungen&quot; mal eben so reinzulesen, in Quines &quot;3 Dogmen des Empirimus&quot; oder in die Einf&#252;hrungen von Peter Bieri, das w&#252;rde ich nur Philosophie-Studenten empfehlen. 

Um sich Foucault anzun&#228;hern, finde ich immer noch die Einf&#252;hrung von Urs Marti in der Beckschen Reihe Gro&#223;e Denker am besten, das liest sich ganz locker weg. Zu Habermas ist die Einf&#252;hrung von Walter Reese-Sch&#228;fer bei Campus ganz gut, und Luhmann ist &#039;ne Welt f&#252;r sich  - da ist sein &quot;&#214;kologische Kommunikation&quot; noch einigerma&#223;en lesbar. Das sind auch jeweils sehr eigenst&#228;ndige Denker. 

Das ist deshalb so schwierig, das Tipps zu geben, weil Foucault und Luhmann vordergr&#252;ndig mit der Sprachanalyse gar nix zu tun haben, das ist eher mein Thema, das zusammenzudenken. Und die Sprachanalyse hat sich allen, wirklich allen erdenklichen, philosophischen Themen gewidmet. 

Ich such aber noch mal rum, ob&#039;s da eine pointierte Gesamt-Einf&#252;hrung gibt, die nicht gleich den Spa&#223; am Thema verdirbt. Schn&#228;delbach ist immer gut zum Einstieg, weil der die Tradition (Aristoteles, Kant, Hegel) zu aktuellen Diskussionen in Beziehung setzt, und das sehr pointiert und zu speziellen Themen, die auch alltagsrelevant sind.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Boche:</p>
<p>Den Literaturtipp betreffend: Da gib mir mal etwas Zeit. Da das mehr als ein halbes Jahrhundert Philosophie-Geschichte dominiert hat und vor allem methodische Fragen betrifft, finden sich in fast allen philosophischen Texten zumindest Spuren hiervon.</p>
<p>Empfehlenswert ist alles von Ernst Tugendhat, insbesondere &#8220;Selbstbewu&#223;tsein und Selbstbestimmung&#8221;. Tugendhat hat die anglo-amerikanische Sprachanalyse in den 70ern importiert, seine Vorlesungen zur Einf&#252;hrung in die sprachanalytische Philosophie waren schon epochal. Das ist aber ein sehr trockener Text. In &#8220;Selbstbewu&#223;tsein und Selbstbestimmung&#8221; wendet er das dann auf einen konkreten Gegenstandsbereich wirklich virtuos an, das ist aber streckenweise auch schwere, philosophische Kost. Ist aber gerade f&#252;r Liberale ein sehr spannendes Buch und hat auch wenig mit den tagespolitischen Interventionen zu tun, die man von Tugendhat ja auch kennt. </p>
<p>Eine Wittgenstein-Einf&#252;hrung ist auch immer brauchbar, und was f&#252;r s&#228;mtliche philosophische Fragen immer ganz gut ist, das ist Ekkehardt Martens/Herbert Schn&#228;delbach &#8211; &#8220;Philosophie. Ein Grundkurs&#8221;. Das ist nach Problembereichen geordnet, &#8220;Das Gute&#8221;, &#8220;Sprache&#8221;, &#8220;Kultur&#8221;, aber schon auf einem Niveau, das mit &#8220;Sophies Welt&#8221; oder der philosphischen Hintertreppe nicht mehr viel zu tun hat. Sch&#246;n auch der Aufsatz von Ulrich Steinvorth &#8220;Warum man zu Gerechtigkeit zwingen darf&#8221; <img src='http://www.bissige-liberale.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  &#8230; </p>
<p>In &#8220;Analytische und Postanalytische Philosophie&#8221; von Herbert Sch&#228;delbach finden sich auch ganz gut lesbare Anwendungen, zum Beispiel zur Verwendung von &#8220;gut&#8221; und evaluativer Sprache im Allgemeinen. Der ist einfach ein ganz gro&#223;er Philosophie-Lehrer, lustigerweise haben ja sowohl die FDOGs zum Teil als auch ich bei dem studiert.</p>
<p>Ansonsten gibt es halt die ganzen Klassiker, aber in Wittgensteins &#8220;Philosophische Untersuchungen&#8221; mal eben so reinzulesen, in Quines &#8220;3 Dogmen des Empirimus&#8221; oder in die Einf&#252;hrungen von Peter Bieri, das w&#252;rde ich nur Philosophie-Studenten empfehlen. </p>
<p>Um sich Foucault anzun&#228;hern, finde ich immer noch die Einf&#252;hrung von Urs Marti in der Beckschen Reihe Gro&#223;e Denker am besten, das liest sich ganz locker weg. Zu Habermas ist die Einf&#252;hrung von Walter Reese-Sch&#228;fer bei Campus ganz gut, und Luhmann ist &#8216;ne Welt f&#252;r sich  &#8211; da ist sein &#8220;&#214;kologische Kommunikation&#8221; noch einigerma&#223;en lesbar. Das sind auch jeweils sehr eigenst&#228;ndige Denker. </p>
<p>Das ist deshalb so schwierig, das Tipps zu geben, weil Foucault und Luhmann vordergr&#252;ndig mit der Sprachanalyse gar nix zu tun haben, das ist eher mein Thema, das zusammenzudenken. Und die Sprachanalyse hat sich allen, wirklich allen erdenklichen, philosophischen Themen gewidmet. </p>
<p>Ich such aber noch mal rum, ob&#8217;s da eine pointierte Gesamt-Einf&#252;hrung gibt, die nicht gleich den Spa&#223; am Thema verdirbt. Schn&#228;delbach ist immer gut zum Einstieg, weil der die Tradition (Aristoteles, Kant, Hegel) zu aktuellen Diskussionen in Beziehung setzt, und das sehr pointiert und zu speziellen Themen, die auch alltagsrelevant sind.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6082</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Oct 2006 14:10:50 +0000</pubDate>
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		<description>@MomoRules

Der Dank geht postwendend zur&#252;ck. Obwohl ich sicher manchmal den Eindruck nicht erwecken mag, habe ich gro&#223;es Vergn&#252;gen an einem ausf&#252;hrlicherem, tiefer gehendem  Schlagabtausch.
Aber den aktuellen m&#252;ssen wir nicht unbedingt weiter vertiefen, dazu eignet sich ein Blog auch nicht ganz so gut.

Auf die letztgenannten Punkte m&#246;chte ich trotzdem eingehen:

&lt;blockquote&gt;De facto d&#252;rfen allerdings Asylbewerber hier nicht arbeiten, z.B.. &lt;/blockquote&gt;

Was ich ja nicht richtig finden muss. ;-)

&lt;blockquote&gt;Und denen an den Str&#228;nden von Teneriffa mag man die ja abstrakt zusprechen, die Rechte, das &#228;ndert aber rein gar nix an deren Situation - geschweige denn an jener derer, die da gar nicht erst ankommen.&lt;/blockquote&gt;

Wenn man nicht libert&#228;r argumentiert und wenn man also die Existenz eines Staates f&#252;r richtig h&#228;lt, kommt man nicht umhin, Staatsgrenzen und Staatszugeh&#246;rigkeit verteidigen zu m&#252;ssen.
Und dann muss man die Gesellschaft als Verein betrachten, die gemeinschaftlich (per gesetzlich geregelter Richtlinie f&#252;r Neu-B&#252;rger) entscheiden, wer Mitglied werden darf und wer nicht.

Das kann allerdings im Falle eines Minimalstaates ohne materielle Umverteilung sehr gro&#223;z&#252;gig gehandhabt werden. Da Missbrauch des Staates ja deswegen ausgeschlossen ist, weil er nicht mehr bietet als Rechtssicherheit. Und weil deshalb nur noch notorische Kriminelle oder Freiheitsfeinde drau&#223;en gehalten werden m&#252;ssten, alle anderen aber als Bereicherung willkommen w&#228;ren.

Dank dir f&#252;r deine Hinweise zum &quot;linguistic turn&quot;. Kannst du mir einen m&#246;glichst einfachen und verst&#228;ndlichen Einstiegstipp in Literatur dazu empfehlen?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@MomoRules</p>
<p>Der Dank geht postwendend zur&#252;ck. Obwohl ich sicher manchmal den Eindruck nicht erwecken mag, habe ich gro&#223;es Vergn&#252;gen an einem ausf&#252;hrlicherem, tiefer gehendem  Schlagabtausch.<br />
Aber den aktuellen m&#252;ssen wir nicht unbedingt weiter vertiefen, dazu eignet sich ein Blog auch nicht ganz so gut.</p>
<p>Auf die letztgenannten Punkte m&#246;chte ich trotzdem eingehen:</p>
<blockquote><p>De facto d&#252;rfen allerdings Asylbewerber hier nicht arbeiten, z.B.. </p></blockquote>
<p>Was ich ja nicht richtig finden muss. <img src='http://www.bissige-liberale.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<blockquote><p>Und denen an den Str&#228;nden von Teneriffa mag man die ja abstrakt zusprechen, die Rechte, das &#228;ndert aber rein gar nix an deren Situation &#8211; geschweige denn an jener derer, die da gar nicht erst ankommen.</p></blockquote>
<p>Wenn man nicht libert&#228;r argumentiert und wenn man also die Existenz eines Staates f&#252;r richtig h&#228;lt, kommt man nicht umhin, Staatsgrenzen und Staatszugeh&#246;rigkeit verteidigen zu m&#252;ssen.<br />
Und dann muss man die Gesellschaft als Verein betrachten, die gemeinschaftlich (per gesetzlich geregelter Richtlinie f&#252;r Neu-B&#252;rger) entscheiden, wer Mitglied werden darf und wer nicht.</p>
<p>Das kann allerdings im Falle eines Minimalstaates ohne materielle Umverteilung sehr gro&#223;z&#252;gig gehandhabt werden. Da Missbrauch des Staates ja deswegen ausgeschlossen ist, weil er nicht mehr bietet als Rechtssicherheit. Und weil deshalb nur noch notorische Kriminelle oder Freiheitsfeinde drau&#223;en gehalten werden m&#252;ssten, alle anderen aber als Bereicherung willkommen w&#228;ren.</p>
<p>Dank dir f&#252;r deine Hinweise zum &#8220;linguistic turn&#8221;. Kannst du mir einen m&#246;glichst einfachen und verst&#228;ndlichen Einstiegstipp in Literatur dazu empfehlen?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: MomoRules</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6080</link>
		<dc:creator>MomoRules</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Oct 2006 13:49:08 +0000</pubDate>
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		<description>@Boche:

Danke f&#252;r lange Antwort, haben wir ja - von kurzen Seitenhieben auch meinerseits mal abgesehen - zumindest mal Grunds&#228;tzliches einigerma&#223;en klar formuliert, obgleich das die meisten weniger spannend finden als wechselseitige Attacken. Zudem, glaube ich, das gar-nicht-weit-weg voneinander an manchen Punkten dann gleich mit deutlich wird. Das Trennende ebenso. Macht jetzt, glaube ich, wenig Sinn, das zu vertiefen?

De facto d&#252;rfen allerdings Asylbewerber hier nicht arbeiten, z.B.. Und denen an den Str&#228;nden von Teneriffa mag man die ja abstrakt zusprechen, die Rechte, das &#228;ndert aber rein gar nix an deren Situation - geschweige denn an jener derer, die da gar nicht erst ankommen. 

Zum &quot;linguistic turn&quot;: Lacan meine ich damit nun gerade nicht. Den und Derri-Dada habe ich auch zumeist als Geschwafel erlebt. Ich meine die ganze Welle, die Wittgenstein in&#039;s Rollen brachte - sei&#039;s die Analytische Philosophie bzw. all die Ausw&#252;chse des logischen Empirismus (Quine, Davidson und andere) oder z.B. die Sprachpragamatik eines Searle. Auch der Kommunikationsbegriff von Luhmann und eben die Diskursanalyse von Foucault (der auch unter Philosophen hochumstritten ist). Ist schon ein ganz spannendes Feld ... diese monadische Sicht der Dinge kann man dann einfach nicht mehr vertreten, die den Rational Choice-Ans&#228;tzen zugrundeliegt</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Boche:</p>
<p>Danke f&#252;r lange Antwort, haben wir ja &#8211; von kurzen Seitenhieben auch meinerseits mal abgesehen &#8211; zumindest mal Grunds&#228;tzliches einigerma&#223;en klar formuliert, obgleich das die meisten weniger spannend finden als wechselseitige Attacken. Zudem, glaube ich, das gar-nicht-weit-weg voneinander an manchen Punkten dann gleich mit deutlich wird. Das Trennende ebenso. Macht jetzt, glaube ich, wenig Sinn, das zu vertiefen?</p>
<p>De facto d&#252;rfen allerdings Asylbewerber hier nicht arbeiten, z.B.. Und denen an den Str&#228;nden von Teneriffa mag man die ja abstrakt zusprechen, die Rechte, das &#228;ndert aber rein gar nix an deren Situation &#8211; geschweige denn an jener derer, die da gar nicht erst ankommen. </p>
<p>Zum &#8220;linguistic turn&#8221;: Lacan meine ich damit nun gerade nicht. Den und Derri-Dada habe ich auch zumeist als Geschwafel erlebt. Ich meine die ganze Welle, die Wittgenstein in&#8217;s Rollen brachte &#8211; sei&#8217;s die Analytische Philosophie bzw. all die Ausw&#252;chse des logischen Empirismus (Quine, Davidson und andere) oder z.B. die Sprachpragamatik eines Searle. Auch der Kommunikationsbegriff von Luhmann und eben die Diskursanalyse von Foucault (der auch unter Philosophen hochumstritten ist). Ist schon ein ganz spannendes Feld &#8230; diese monadische Sicht der Dinge kann man dann einfach nicht mehr vertreten, die den Rational Choice-Ans&#228;tzen zugrundeliegt</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6077</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Oct 2006 10:10:35 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/#comment-6077</guid>
		<description>@MomoRules

&lt;blockquote&gt;Die Frage ist, wie man die Individualrechte begr&#252;ndet, und das ist verdammt schwierig.&lt;/blockquote&gt;

Ja und nein. 
Ja, weil man im Feld der Moral landet und da letztlich nicht objektiv beweisen kann sondern subjektiv &#252;berzeugen muss.
Und nein, weil ich die moralische Grundlage f&#252;r so einfach wie einleuchtend finde, dass &#220;berzeugung leicht fallen sollte.

&lt;blockquote&gt;Hier Asyl Suchende haben ja nicht die gleichen Rechte wie Du, geschweige denn jene an den Str&#228;nden von Teneriffa.&lt;/blockquote&gt;

Die gleichen Grundrechte haben sie selbstverst&#228;ndlich, warum denn nicht?

&lt;blockquote&gt;Man ist ja nicht nat&#252;rlicher Tr&#228;ger von Rechten, die man so hat, wie einem ein Bart w&#228;chst. Rechte sind immer sozial konstituiert, man gesteht sie sich wechselseitig zu, zumeist wurden sie m&#252;hselig erk&#228;mpft ...&lt;/blockquote&gt;

Das sehe ich etwas anders: Man ist definitiv Tr&#228;ger der besagten Grundrechte. Sozial erk&#228;mpft wird lediglich deren allgemeiner und gerechter Schutz durch den Staat.
Allerdings f&#228;ngt die Perversion des Rechts eben auch beim sozialen Erk&#228;mpfen an - indem der Staat auf mehr als die Garantie der Grundrechte verpflichtet wird. Indem Recht f&#252;r Eigentumsverteilung missbraucht wird und damit klar der Grundaufgabe widerspricht.
Das ist dann auch der Grund, warum ich den Begriff der Chancengleichheit mit gr&#246;&#223;tem Misstrauen betrachte. Weil er daf&#252;r benutzt wird, dem Staat eine Aufgabe zuzuschreiben, die er erstens nie erf&#252;llen kann, weil sich immer jemand finden wird, der schlechtere Chancen hat als der Nachbar.
Und weil zweitens die Umverteilungsmaschinerie gestartet werden muss, die nur durch staatlich sanktionierten Eingriff in das Eigentum funktionieren kann und die vom Prinzip her und wegen des genannten Problems, dass ein Endziel nicht erreichbar ist, sich unabl&#228;ssig schneller dreht und unabl&#228;ssig mehr staatlichen Eingriff in individuelle Grundrechte produziert.

&lt;blockquote&gt;Meiner Ansicht lassen sich Rechte &#252;ber Zwischenstufen aus den Voraussetzungen gelingender Intersubjektivit&#228;t ableiten, aber das ist dann doch zu kompliziert f&#252;r einen Blog-Kommentar&lt;/blockquote&gt;

Scheint so. ;-) 

Auch der &quot;linguistic turn&quot; erschlie&#223;t sich mir nicht wirklich und erinnert mich vage an greuliche Psychologie-Vorlesungen &#252;ber Lacan an meiner franz&#246;sischen Uni damals. Erschien mir wie reines selbstverliebtes Geschwafel, wobei ich gern zugebe, dass mir der Intellekt gefehlt haben mag (und wohl noch immer fehlt), das zu verstehen.

&lt;blockquote&gt;Wichtig hinsichtlich unserer Diskussion ist jedoch, da&#223; Recht sich eben nicht ersch&#246;pft im Schutz der Grundrechte, wie auch immer man die nun begr&#252;ndet. Das ist ja f&#252;r viel mehr da, das Recht, und wof&#252;r, das obliegt dann eben demokratische Prozessen, die in kommunikativer Macht gr&#252;nden sollten.&lt;/blockquote&gt;

Ja, aber genau das bestreite ich doch!
Sobald man anf&#228;ngt, dem Recht &quot;viel mehr&quot; Aufgaben zu geben (die ja meist Umverteilungsziele verfolgen), pervertiert man es. Weil es Diener von Gruppeninteressen und damit ungerecht wird (weil, wie gesagt, der Versuch, Gruppeninteressen auszugleichen, die Arbeit eines Sisyphos in den Schatten stellt).

&lt;blockquote&gt;Wenn das, was wir hier schreiben, nur physikalische Reflexe w&#228;ren, dann br&#228;uchte man ja auch keinen Schutz von Freiheitsrechten, weil’s Freiheit dann gar nicht g&#228;be.&lt;/blockquote&gt;

Doch. Als Nicht-Beeintr&#228;chtigung der individuellen physikalischen Reflexe durch andere. ;-)

&lt;blockquote&gt;“Uneingeschr&#228;nkt” ist ja diese rein negative Auszeichnung, mit der ihr zumeist operiert. Will man auch Interaktion und die Erm&#246;glichung von Handlungen, dann braucht man schon ein bi&#223;chen mehr als nur “Freiheit von Zwang”.&lt;/blockquote&gt;

Nicht zwingend. Sondern nur, wenn man meint, dem Individuum (&#252;ber den Schutz vor ungerechten Angriffen auf seine Grundrechte hinaus) bei der Nutzung seiner Freiheit helfen zu m&#252;ssen.
Was dann wohl wieder in den Teufelskreis f&#252;hrt, dass genau dieses vermeintlich philantropische Streben die Grundlagen angreift.

&lt;blockquote&gt;Schon, um Gesellschaft sinnvoll beschreiben zu k&#246;nnen. Da braucht man auch Begriffe f&#252;r die produktiven Seiten von Macht.&lt;/blockquote&gt;

Allein der Wunsch, zur Deskription einer Sache in der Lage zu sein, sollte ja nicht Anpassungen dieser Sache legitimieren, oder?
Allerdings wei&#223; ich jetzt wieder nicht so genau, was du mit den &quot;produktiven Seiten von Macht&quot; meinst. (Ich kenne nur die dunkle ... ;-) )

&lt;blockquote&gt;Liberalismus ist ja keine Substanz. Von mir aus k&#246;nnt ihr das Wort aber auch exklusiv f&#252;r euch reservieren, dann nenne ich mein Denken halt anders.&lt;/blockquote&gt;

Als Liberale k&#246;nnen wir gar keine Exklusivit&#228;t verlangen. ;-)
Der Versuch zu definieren, was aus meiner Sicht liberal ist und was nicht, ist ja kein Verbot solcher Bem&#252;hungen durch andere.

&lt;blockquote&gt;Ich bin mir nur manchmal nicht ganz sicher, ob euch klar ist, was alles ihr so manches Mal gleich mit diskreditiert. Durch Abschreckung …&lt;/blockquote&gt;

Ich gehe von der Macht des menschlichen Verstandes aus. Und damit davon, dass meine pers&#246;nliche Dummheit nur als solche wahrgenommen wird und niemand glaubt, dass ich f&#252;r andere sprechen k&#246;nnte.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@MomoRules</p>
<blockquote><p>Die Frage ist, wie man die Individualrechte begr&#252;ndet, und das ist verdammt schwierig.</p></blockquote>
<p>Ja und nein.<br />
Ja, weil man im Feld der Moral landet und da letztlich nicht objektiv beweisen kann sondern subjektiv &#252;berzeugen muss.<br />
Und nein, weil ich die moralische Grundlage f&#252;r so einfach wie einleuchtend finde, dass &#220;berzeugung leicht fallen sollte.</p>
<blockquote><p>Hier Asyl Suchende haben ja nicht die gleichen Rechte wie Du, geschweige denn jene an den Str&#228;nden von Teneriffa.</p></blockquote>
<p>Die gleichen Grundrechte haben sie selbstverst&#228;ndlich, warum denn nicht?</p>
<blockquote><p>Man ist ja nicht nat&#252;rlicher Tr&#228;ger von Rechten, die man so hat, wie einem ein Bart w&#228;chst. Rechte sind immer sozial konstituiert, man gesteht sie sich wechselseitig zu, zumeist wurden sie m&#252;hselig erk&#228;mpft &#8230;</p></blockquote>
<p>Das sehe ich etwas anders: Man ist definitiv Tr&#228;ger der besagten Grundrechte. Sozial erk&#228;mpft wird lediglich deren allgemeiner und gerechter Schutz durch den Staat.<br />
Allerdings f&#228;ngt die Perversion des Rechts eben auch beim sozialen Erk&#228;mpfen an &#8211; indem der Staat auf mehr als die Garantie der Grundrechte verpflichtet wird. Indem Recht f&#252;r Eigentumsverteilung missbraucht wird und damit klar der Grundaufgabe widerspricht.<br />
Das ist dann auch der Grund, warum ich den Begriff der Chancengleichheit mit gr&#246;&#223;tem Misstrauen betrachte. Weil er daf&#252;r benutzt wird, dem Staat eine Aufgabe zuzuschreiben, die er erstens nie erf&#252;llen kann, weil sich immer jemand finden wird, der schlechtere Chancen hat als der Nachbar.<br />
Und weil zweitens die Umverteilungsmaschinerie gestartet werden muss, die nur durch staatlich sanktionierten Eingriff in das Eigentum funktionieren kann und die vom Prinzip her und wegen des genannten Problems, dass ein Endziel nicht erreichbar ist, sich unabl&#228;ssig schneller dreht und unabl&#228;ssig mehr staatlichen Eingriff in individuelle Grundrechte produziert.</p>
<blockquote><p>Meiner Ansicht lassen sich Rechte &#252;ber Zwischenstufen aus den Voraussetzungen gelingender Intersubjektivit&#228;t ableiten, aber das ist dann doch zu kompliziert f&#252;r einen Blog-Kommentar</p></blockquote>
<p>Scheint so. <img src='http://www.bissige-liberale.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  </p>
<p>Auch der &#8220;linguistic turn&#8221; erschlie&#223;t sich mir nicht wirklich und erinnert mich vage an greuliche Psychologie-Vorlesungen &#252;ber Lacan an meiner franz&#246;sischen Uni damals. Erschien mir wie reines selbstverliebtes Geschwafel, wobei ich gern zugebe, dass mir der Intellekt gefehlt haben mag (und wohl noch immer fehlt), das zu verstehen.</p>
<blockquote><p>Wichtig hinsichtlich unserer Diskussion ist jedoch, da&#223; Recht sich eben nicht ersch&#246;pft im Schutz der Grundrechte, wie auch immer man die nun begr&#252;ndet. Das ist ja f&#252;r viel mehr da, das Recht, und wof&#252;r, das obliegt dann eben demokratische Prozessen, die in kommunikativer Macht gr&#252;nden sollten.</p></blockquote>
<p>Ja, aber genau das bestreite ich doch!<br />
Sobald man anf&#228;ngt, dem Recht &#8220;viel mehr&#8221; Aufgaben zu geben (die ja meist Umverteilungsziele verfolgen), pervertiert man es. Weil es Diener von Gruppeninteressen und damit ungerecht wird (weil, wie gesagt, der Versuch, Gruppeninteressen auszugleichen, die Arbeit eines Sisyphos in den Schatten stellt).</p>
<blockquote><p>Wenn das, was wir hier schreiben, nur physikalische Reflexe w&#228;ren, dann br&#228;uchte man ja auch keinen Schutz von Freiheitsrechten, weil’s Freiheit dann gar nicht g&#228;be.</p></blockquote>
<p>Doch. Als Nicht-Beeintr&#228;chtigung der individuellen physikalischen Reflexe durch andere. <img src='http://www.bissige-liberale.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<blockquote><p>“Uneingeschr&#228;nkt” ist ja diese rein negative Auszeichnung, mit der ihr zumeist operiert. Will man auch Interaktion und die Erm&#246;glichung von Handlungen, dann braucht man schon ein bi&#223;chen mehr als nur “Freiheit von Zwang”.</p></blockquote>
<p>Nicht zwingend. Sondern nur, wenn man meint, dem Individuum (&#252;ber den Schutz vor ungerechten Angriffen auf seine Grundrechte hinaus) bei der Nutzung seiner Freiheit helfen zu m&#252;ssen.<br />
Was dann wohl wieder in den Teufelskreis f&#252;hrt, dass genau dieses vermeintlich philantropische Streben die Grundlagen angreift.</p>
<blockquote><p>Schon, um Gesellschaft sinnvoll beschreiben zu k&#246;nnen. Da braucht man auch Begriffe f&#252;r die produktiven Seiten von Macht.</p></blockquote>
<p>Allein der Wunsch, zur Deskription einer Sache in der Lage zu sein, sollte ja nicht Anpassungen dieser Sache legitimieren, oder?<br />
Allerdings wei&#223; ich jetzt wieder nicht so genau, was du mit den &#8220;produktiven Seiten von Macht&#8221; meinst. (Ich kenne nur die dunkle &#8230; <img src='http://www.bissige-liberale.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  )</p>
<blockquote><p>Liberalismus ist ja keine Substanz. Von mir aus k&#246;nnt ihr das Wort aber auch exklusiv f&#252;r euch reservieren, dann nenne ich mein Denken halt anders.</p></blockquote>
<p>Als Liberale k&#246;nnen wir gar keine Exklusivit&#228;t verlangen. <img src='http://www.bissige-liberale.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /><br />
Der Versuch zu definieren, was aus meiner Sicht liberal ist und was nicht, ist ja kein Verbot solcher Bem&#252;hungen durch andere.</p>
<blockquote><p>Ich bin mir nur manchmal nicht ganz sicher, ob euch klar ist, was alles ihr so manches Mal gleich mit diskreditiert. Durch Abschreckung …</p></blockquote>
<p>Ich gehe von der Macht des menschlichen Verstandes aus. Und damit davon, dass meine pers&#246;nliche Dummheit nur als solche wahrgenommen wird und niemand glaubt, dass ich f&#252;r andere sprechen k&#246;nnte.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: MomoRules</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6073</link>
		<dc:creator>MomoRules</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Oct 2006 07:06:44 +0000</pubDate>
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		<description>@Boche:

Die Frage ist, wie man die Indiviualrechte begr&#252;ndet, und das ist verdammt schwierig. Hier Asyl Suchende haben ja nicht die gleichen Rechte wie Du, geschweige denn jene an den Str&#228;nden von Teneriffa. Die Leibeigenen von einst hatten auch ganz andere als wir heutzutage. 

Man ist ja nicht nat&#252;rlicher Tr&#228;ger von Rechten, die man so hat, wie einem ein Bart w&#228;chst. Rechte sind immer sozial konstituiert, man gesteht sie sich wechselseitig zu, zumeist wurden sie m&#252;hselig erk&#228;mpft (z.B. vom B&#252;rgertum gegen Kirche und Adel, euer Paradigma also) und in je unterschiedlichen Gesellschaften gibt es da auch allerlei Varianten. Rein beschreibend zun&#228;chst. Ich habe ja z.B. auch nicht die gleichen Rechte wie &#039;ne Hete, und Kewil will, da&#223; das gef&#228;lligst auch so bleibt.

Ich pl&#228;diere ganz wie ihr f&#252;r ein universelles Menschenrechtsverst&#228;ndnis. Ich finde auch, da&#223; die unbedingt gelten sollen. Aber eben, weil es keinen Grund gegen die formale Gleichheit von Personen gibt. Und das impliziert meiner Ansicht nach auch ein Konzept von Chancengleichheit, was dann die Differenz zu euren Modellen ist. 

Und: Meiner Ansicht lassen sich Rechte &#252;ber Zwischenstufen aus den Voraussetzungen gelingender Intersubjektivit&#228;t ableiten, aber das ist dann doch zu kompliziert f&#252;r einen Blog-Kommentar, das jetzt hier durchzuf&#252;hren. Weil man - wie auch zum Foucault-Verst&#228;ndnis - daf&#252;r sprachphilosophische Erw&#228;gungen diskutieren m&#252;&#223;te. &#220;brigens etwas, was mich immer wieder erstaunt: Da&#223; der ganze &quot;linguistic turn&quot;, der auch f&#252;r die Entwicklung der politischen Philosophie in den USA so wichtig war, in den Debatten in liberalen Blogs so gar keine Spuren hinterlassen hat und man hier alles auf Wirtschaftstheorie reduziert. So da&#223; man noch nicht mal in der Lage ist, all das Falsche, was eine NZZ &#252;ber Gesellschaft und Wirtschaft schreibt, zu identifizieren. Und irgendwelche ansonsten ganz pfiffigen W&#252;nschDirwas so einen Bl&#246;dsinn schreiben, wie da&#223; einer der gro&#223;en deutschen Soziologen etwas bei Max Weber &quot;geklaut&quot; habe. Das ist ein Wissenschatsverst&#228;ndnis, das sich eher am Schreiben von Popsongs orientiert, und noch nicht mal da w&#252;rde das hinhauen.

Wichtig hinsichtlich unserer Diskussion ist jedoch, da&#223; Recht sich eben nicht ersch&#246;pft im Schutz der Grundrechte, wie auch immer man die nun begr&#252;ndet. Das ist ja f&#252;r viel mehr da, da Recht, und wof&#252;r, das obliegt dann eben demokratische Prozessen, die in kommunikativer Macht gr&#252;nden sollten. Und eben nicht in objektivierenden Expertisen, wie Menschen seien (oder sein sollten, was dann in der Regel die Seins/Sollens-Differenz einebnet) und wie man die nun am besten &#252;ber Anreize konditioniert.  

Das mit dem menschlichen Verhalten im Gegensatz zur Grundlagenorschung der Physik: Das ist letztlich immer die uralte Frage nach Freiheit oder Determinismus. Wenn das, was wir hier schreiben, nur physikalische Reflexe w&#228;ren, dann br&#228;uchte man ja auch keinen Schutz von Freiheitsrechten, weil&#039;s Freiheit dann gar nicht g&#228;be. Da ist &#252;brigens in der aktuellen Die Zeit ein ganz lustiger Artikel &#252;ber einen Online-Kurs zur &quot;Philosphy of Mind&quot;, einer eher angloamerikanischen Debatte, die den alten, seit Descartes entflammten Streit &#252;ber das Verh&#228;ltnis von Geist und Materie ganz launig zusammenfa&#223;t. Kann man ganz gut im Zug lesen und ein wenig &#252;ber Philosophen ablachen. Ist aber auch ein ganz guter Einstieg in aktuelle Diskussion rund um Kausalit&#228;t versus Freiheit, auch Kants gro&#223;es Thema in den Antinomien der reinen Vernunft und in dessen gesamter praktischer Philosophie, die ja unter anderem das Folgende pointierte:

&lt;blockquote&gt;&quot;Freiheit des Individuums sehe ich dessen als uneingeschr&#228;nkte M&#246;glichkeit zur Interaktion mit seiner Umwelt, so lange dadurch nicht dieselbe Freiheit Anderer verletzt wird.&quot;&lt;/blockquote&gt;

So allgemein sind wir uns da ja immer ganz einig. Und im Gegensatz zu Rayson z.B. schleicht sich bei Dir die Handlungsm&#246;glichkeit mit ein und ein Modell der Interaktion zudem. 

&quot;Uneingeschr&#228;nkt&quot; ist ja diese rein negative Auszeichnung, mit der ihr zumeist operiert. Will man auch Interaktion und die Erm&#246;glichung von Handlungen, dann braucht man schon ein bi&#223;chen mehr als nur &quot;Freiheit von Zwang&quot;. Schon, um Gesellschaft sinnvoll beschreiben zu k&#246;nnen. Da braucht man auch Begriffe f&#252;r die produktiven Seiten von Macht. Andere Liberale brechen an dem Punkt die Diskussion dann ab. Ich finde, da&#223; sie da erst spannend wird. 

Deshalb vielleicht noch kurz abschlie&#223;end zu dem, wer sich nun um die Verteidigung des Liberalismus m&#252;ht: Bis ich auf diese liberale Subkultur im Netz stie&#223;, dachte ich immer, ich w&#252;rde liberale Positionen vertreten - welche im Falle meines bisherigen Diskussionsumfeldes auch weiterhin so genannt w&#252;rden (z.B. in der Kommunitarismus-Debatte) und insofern einfach andere sind als eure. Liberalimus ist ja keine Substanz. Von mir aus k&#246;nnt ihr das Wort aber auch exklusiv f&#252;r euch reservieren, dann nenne ich mein Denken halt anders. 

Ich bin mir nur manchmal nicht ganz sicher, ob euch klar ist, was alles ihr so manches Mal gleich mit diskreditiert. Durch Abschreckung ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Boche:</p>
<p>Die Frage ist, wie man die Indiviualrechte begr&#252;ndet, und das ist verdammt schwierig. Hier Asyl Suchende haben ja nicht die gleichen Rechte wie Du, geschweige denn jene an den Str&#228;nden von Teneriffa. Die Leibeigenen von einst hatten auch ganz andere als wir heutzutage. </p>
<p>Man ist ja nicht nat&#252;rlicher Tr&#228;ger von Rechten, die man so hat, wie einem ein Bart w&#228;chst. Rechte sind immer sozial konstituiert, man gesteht sie sich wechselseitig zu, zumeist wurden sie m&#252;hselig erk&#228;mpft (z.B. vom B&#252;rgertum gegen Kirche und Adel, euer Paradigma also) und in je unterschiedlichen Gesellschaften gibt es da auch allerlei Varianten. Rein beschreibend zun&#228;chst. Ich habe ja z.B. auch nicht die gleichen Rechte wie &#8216;ne Hete, und Kewil will, da&#223; das gef&#228;lligst auch so bleibt.</p>
<p>Ich pl&#228;diere ganz wie ihr f&#252;r ein universelles Menschenrechtsverst&#228;ndnis. Ich finde auch, da&#223; die unbedingt gelten sollen. Aber eben, weil es keinen Grund gegen die formale Gleichheit von Personen gibt. Und das impliziert meiner Ansicht nach auch ein Konzept von Chancengleichheit, was dann die Differenz zu euren Modellen ist. </p>
<p>Und: Meiner Ansicht lassen sich Rechte &#252;ber Zwischenstufen aus den Voraussetzungen gelingender Intersubjektivit&#228;t ableiten, aber das ist dann doch zu kompliziert f&#252;r einen Blog-Kommentar, das jetzt hier durchzuf&#252;hren. Weil man &#8211; wie auch zum Foucault-Verst&#228;ndnis &#8211; daf&#252;r sprachphilosophische Erw&#228;gungen diskutieren m&#252;&#223;te. &#220;brigens etwas, was mich immer wieder erstaunt: Da&#223; der ganze &#8220;linguistic turn&#8221;, der auch f&#252;r die Entwicklung der politischen Philosophie in den USA so wichtig war, in den Debatten in liberalen Blogs so gar keine Spuren hinterlassen hat und man hier alles auf Wirtschaftstheorie reduziert. So da&#223; man noch nicht mal in der Lage ist, all das Falsche, was eine NZZ &#252;ber Gesellschaft und Wirtschaft schreibt, zu identifizieren. Und irgendwelche ansonsten ganz pfiffigen W&#252;nschDirwas so einen Bl&#246;dsinn schreiben, wie da&#223; einer der gro&#223;en deutschen Soziologen etwas bei Max Weber &#8220;geklaut&#8221; habe. Das ist ein Wissenschatsverst&#228;ndnis, das sich eher am Schreiben von Popsongs orientiert, und noch nicht mal da w&#252;rde das hinhauen.</p>
<p>Wichtig hinsichtlich unserer Diskussion ist jedoch, da&#223; Recht sich eben nicht ersch&#246;pft im Schutz der Grundrechte, wie auch immer man die nun begr&#252;ndet. Das ist ja f&#252;r viel mehr da, da Recht, und wof&#252;r, das obliegt dann eben demokratische Prozessen, die in kommunikativer Macht gr&#252;nden sollten. Und eben nicht in objektivierenden Expertisen, wie Menschen seien (oder sein sollten, was dann in der Regel die Seins/Sollens-Differenz einebnet) und wie man die nun am besten &#252;ber Anreize konditioniert.  </p>
<p>Das mit dem menschlichen Verhalten im Gegensatz zur Grundlagenorschung der Physik: Das ist letztlich immer die uralte Frage nach Freiheit oder Determinismus. Wenn das, was wir hier schreiben, nur physikalische Reflexe w&#228;ren, dann br&#228;uchte man ja auch keinen Schutz von Freiheitsrechten, weil&#8217;s Freiheit dann gar nicht g&#228;be. Da ist &#252;brigens in der aktuellen Die Zeit ein ganz lustiger Artikel &#252;ber einen Online-Kurs zur &#8220;Philosphy of Mind&#8221;, einer eher angloamerikanischen Debatte, die den alten, seit Descartes entflammten Streit &#252;ber das Verh&#228;ltnis von Geist und Materie ganz launig zusammenfa&#223;t. Kann man ganz gut im Zug lesen und ein wenig &#252;ber Philosophen ablachen. Ist aber auch ein ganz guter Einstieg in aktuelle Diskussion rund um Kausalit&#228;t versus Freiheit, auch Kants gro&#223;es Thema in den Antinomien der reinen Vernunft und in dessen gesamter praktischer Philosophie, die ja unter anderem das Folgende pointierte:</p>
<blockquote><p>&#8220;Freiheit des Individuums sehe ich dessen als uneingeschr&#228;nkte M&#246;glichkeit zur Interaktion mit seiner Umwelt, so lange dadurch nicht dieselbe Freiheit Anderer verletzt wird.&#8221;</p></blockquote>
<p>So allgemein sind wir uns da ja immer ganz einig. Und im Gegensatz zu Rayson z.B. schleicht sich bei Dir die Handlungsm&#246;glichkeit mit ein und ein Modell der Interaktion zudem. </p>
<p>&#8220;Uneingeschr&#228;nkt&#8221; ist ja diese rein negative Auszeichnung, mit der ihr zumeist operiert. Will man auch Interaktion und die Erm&#246;glichung von Handlungen, dann braucht man schon ein bi&#223;chen mehr als nur &#8220;Freiheit von Zwang&#8221;. Schon, um Gesellschaft sinnvoll beschreiben zu k&#246;nnen. Da braucht man auch Begriffe f&#252;r die produktiven Seiten von Macht. Andere Liberale brechen an dem Punkt die Diskussion dann ab. Ich finde, da&#223; sie da erst spannend wird. </p>
<p>Deshalb vielleicht noch kurz abschlie&#223;end zu dem, wer sich nun um die Verteidigung des Liberalismus m&#252;ht: Bis ich auf diese liberale Subkultur im Netz stie&#223;, dachte ich immer, ich w&#252;rde liberale Positionen vertreten &#8211; welche im Falle meines bisherigen Diskussionsumfeldes auch weiterhin so genannt w&#252;rden (z.B. in der Kommunitarismus-Debatte) und insofern einfach andere sind als eure. Liberalimus ist ja keine Substanz. Von mir aus k&#246;nnt ihr das Wort aber auch exklusiv f&#252;r euch reservieren, dann nenne ich mein Denken halt anders. </p>
<p>Ich bin mir nur manchmal nicht ganz sicher, ob euch klar ist, was alles ihr so manches Mal gleich mit diskreditiert. Durch Abschreckung &#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6068</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Oct 2006 19:19:58 +0000</pubDate>
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		<description>@MomoRules

&lt;blockquote&gt;der Sache des Liberalismus tust Du hier in der Regel auch nicht unbedingt einen Gefallen&lt;/blockquote&gt;

Erstaunlich, welche Verteidiger der &quot;Sache des Liberalismus&quot; gelegentlich zuwachsen.

&lt;blockquote&gt;Das mit der “Eigenschaft zu”: Die begrifflich dazugeh&#246;rige. Also Macht, m&#228;chtig, Macht aus&#252;ben&lt;/blockquote&gt;

Entschuldige meine Begriffsstutzigkeit: Das verstehe ich noch immer nicht.

&lt;blockquote&gt;“Die Macht” kann ja auch keine Eigenschaft sein. Meistens ist Macht die Befugnis, x zu tun.&lt;/blockquote&gt;

Die Eigenschaftsform von Macht ist m&#228;chtig. Wer m&#228;chtig ist, besitzt Macht. Ich kann in dieser Hin- und Herdekliniererei keinen echten Sinn erkennen.
Und das &quot;meistens&quot; verstehe ich auch nicht: Was soll Macht denn sonst sein, wenn nicht die Befugnis (wobei das zu legitimistisch klingt; M&#246;glichkeit w&#228;re vielleicht der bessere Begriff?) dazu, x zu tun. Und x sehe ich mit Eingriff in die Freiheit und das Eigentum anderer recht klar definiert.

&lt;blockquote&gt;Und der Legimationsmodus f&#252;r diese Befugnis ist das eigentlich spannende Feld.&lt;/blockquote&gt;

Eben. Deshalb mein Beharren darauf, die einfachen Grundlagen legitimer Macht zu finden. Um die Ableitungen, die Legitimationen einigerma&#223;en sicher bewerten zu k&#246;nnen.

&lt;blockquote&gt;Ja, eben. Tarn doch nicht immer trotzig Deine Zustimmung.&lt;/blockquote&gt;

Der Trotz war eher Unverst&#228;ndnis. N&#228;mlich dar&#252;ber, dass Selbstverst&#228;ndlichkeiten in der Verkleidung eines Argumentes daherkommen. (Allerdings kann es sein, dass ich das Argument nur noch nicht erkannt habe.)

&lt;blockquote&gt;Wobei im Falle menschlichen Verhaltens andere Regeln der Wissenschaftlichkeit gelten als z.B. im Falle der Grundlagenforschung der Physik.&lt;/blockquote&gt;

Inwiefern?

&lt;blockquote&gt;Humanwissenschaften sind, so, wie wir sie kennen, immer ein Machtfaktor.&lt;/blockquote&gt;

Ich bestreite nicht, dass sie sicher zur Machtaus&#252;bung benutzt werden k&#246;nnen.

&lt;blockquote&gt;Und im Rahmen derer [der politischen Meinungsbildung und Legislation] entstehen dann ja erst die Ziele von konkretem, materialem Recht.&lt;/blockquote&gt;

Nein, das sehe ich nicht so. Zumindest nicht im Rahmen dessen, was ich als legitimes Recht ansehe. Dieses kennt die Ziele vor jeder politischen Entscheidungsfindung: Den Schutz der Freiheit des Individuums und seines Eigentums.

&lt;blockquote&gt;Es gibt da - von den Individualrechten abgesehen - keinerlei Urgrund des Rechts.&lt;/blockquote&gt;

Nichts anderes meine ich ja.

&lt;blockquote&gt;So pl&#228;diert ihr hier ja teils mit guten Gr&#252;nden daf&#252;r, da&#223; Recht in vielen Bereichen einfach nix zu suchen hat. Ganz normaler, demokratischer Prozess.&lt;/blockquote&gt;

Den zweiten Satz habe ich im Zusammenhang mit dem ersten nicht verstanden.

&lt;blockquote&gt;Es gibt auch so etwas wie eine Totalisierung von Erkl&#228;rungsmustern f&#252;r Welt, die selbst diktatorisches Handeln legitimiert. Siehe die P&#228;pste im 14. Jahrhundert oder Stalin.&lt;/blockquote&gt;

Was nichts daran &#228;ndert, dass die Erkl&#228;rungsmuster Mittel, Werkzeuge sind. Und ersetzt oder nutzlos werden, sobald sie entweder an &#220;berzeugungskraft verlieren oder durch konkurrierende Erkl&#228;rungsmuster verdr&#228;ngt werden. Siehe P&#228;pste, siehe Stalin.

&lt;blockquote&gt;“Du solltest dich vielleicht von gewissen Reflexen befreien.”

Gleichfalls. &lt;/blockquote&gt;

Diese Replik erschiene mir weniger plump, wenn sie mit inhaltlichem Eingehen auf das von mir Gesagte verbunden w&#228;re.

&lt;blockquote&gt;Geb’ doch mal ‘ne Definition f&#252;r beides&lt;/blockquote&gt;

Freiheit des Individuums sehe ich dessen als uneingeschr&#228;nkte M&#246;glichkeit zur Interaktion mit seiner Umwelt, so lange dadurch nicht dieselbe Freiheit Anderer verletzt wird.

Eigentum ist f&#252;r mich alles, was sich ein Individuum durch Arbeit und freiwillige Tauschprozesse mit anderen aneignet.

&lt;blockquote&gt;Na, da mu&#223;t Du dann aber schon die spezifische Existenzweise von Rechten aufzeigen.&lt;/blockquote&gt;

Ich wei&#223; nicht, was du mit der &quot;spezifischen Existenzweise von Rechten&quot; meinst. 
Widerleg doch meine Pr&#228;misse, dass Freiheit und Eigentum eines Individuums grunds&#228;tzlich sch&#252;tzenswerte Dinge sind, wenn du die Schutzw&#252;rdigkeit bezweifelst.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@MomoRules</p>
<blockquote><p>der Sache des Liberalismus tust Du hier in der Regel auch nicht unbedingt einen Gefallen</p></blockquote>
<p>Erstaunlich, welche Verteidiger der &#8220;Sache des Liberalismus&#8221; gelegentlich zuwachsen.</p>
<blockquote><p>Das mit der “Eigenschaft zu”: Die begrifflich dazugeh&#246;rige. Also Macht, m&#228;chtig, Macht aus&#252;ben</p></blockquote>
<p>Entschuldige meine Begriffsstutzigkeit: Das verstehe ich noch immer nicht.</p>
<blockquote><p>“Die Macht” kann ja auch keine Eigenschaft sein. Meistens ist Macht die Befugnis, x zu tun.</p></blockquote>
<p>Die Eigenschaftsform von Macht ist m&#228;chtig. Wer m&#228;chtig ist, besitzt Macht. Ich kann in dieser Hin- und Herdekliniererei keinen echten Sinn erkennen.<br />
Und das &#8220;meistens&#8221; verstehe ich auch nicht: Was soll Macht denn sonst sein, wenn nicht die Befugnis (wobei das zu legitimistisch klingt; M&#246;glichkeit w&#228;re vielleicht der bessere Begriff?) dazu, x zu tun. Und x sehe ich mit Eingriff in die Freiheit und das Eigentum anderer recht klar definiert.</p>
<blockquote><p>Und der Legimationsmodus f&#252;r diese Befugnis ist das eigentlich spannende Feld.</p></blockquote>
<p>Eben. Deshalb mein Beharren darauf, die einfachen Grundlagen legitimer Macht zu finden. Um die Ableitungen, die Legitimationen einigerma&#223;en sicher bewerten zu k&#246;nnen.</p>
<blockquote><p>Ja, eben. Tarn doch nicht immer trotzig Deine Zustimmung.</p></blockquote>
<p>Der Trotz war eher Unverst&#228;ndnis. N&#228;mlich dar&#252;ber, dass Selbstverst&#228;ndlichkeiten in der Verkleidung eines Argumentes daherkommen. (Allerdings kann es sein, dass ich das Argument nur noch nicht erkannt habe.)</p>
<blockquote><p>Wobei im Falle menschlichen Verhaltens andere Regeln der Wissenschaftlichkeit gelten als z.B. im Falle der Grundlagenforschung der Physik.</p></blockquote>
<p>Inwiefern?</p>
<blockquote><p>Humanwissenschaften sind, so, wie wir sie kennen, immer ein Machtfaktor.</p></blockquote>
<p>Ich bestreite nicht, dass sie sicher zur Machtaus&#252;bung benutzt werden k&#246;nnen.</p>
<blockquote><p>Und im Rahmen derer [der politischen Meinungsbildung und Legislation] entstehen dann ja erst die Ziele von konkretem, materialem Recht.</p></blockquote>
<p>Nein, das sehe ich nicht so. Zumindest nicht im Rahmen dessen, was ich als legitimes Recht ansehe. Dieses kennt die Ziele vor jeder politischen Entscheidungsfindung: Den Schutz der Freiheit des Individuums und seines Eigentums.</p>
<blockquote><p>Es gibt da &#8211; von den Individualrechten abgesehen &#8211; keinerlei Urgrund des Rechts.</p></blockquote>
<p>Nichts anderes meine ich ja.</p>
<blockquote><p>So pl&#228;diert ihr hier ja teils mit guten Gr&#252;nden daf&#252;r, da&#223; Recht in vielen Bereichen einfach nix zu suchen hat. Ganz normaler, demokratischer Prozess.</p></blockquote>
<p>Den zweiten Satz habe ich im Zusammenhang mit dem ersten nicht verstanden.</p>
<blockquote><p>Es gibt auch so etwas wie eine Totalisierung von Erkl&#228;rungsmustern f&#252;r Welt, die selbst diktatorisches Handeln legitimiert. Siehe die P&#228;pste im 14. Jahrhundert oder Stalin.</p></blockquote>
<p>Was nichts daran &#228;ndert, dass die Erkl&#228;rungsmuster Mittel, Werkzeuge sind. Und ersetzt oder nutzlos werden, sobald sie entweder an &#220;berzeugungskraft verlieren oder durch konkurrierende Erkl&#228;rungsmuster verdr&#228;ngt werden. Siehe P&#228;pste, siehe Stalin.</p>
<blockquote><p>“Du solltest dich vielleicht von gewissen Reflexen befreien.”</p>
<p>Gleichfalls. </p></blockquote>
<p>Diese Replik erschiene mir weniger plump, wenn sie mit inhaltlichem Eingehen auf das von mir Gesagte verbunden w&#228;re.</p>
<blockquote><p>Geb’ doch mal ‘ne Definition f&#252;r beides</p></blockquote>
<p>Freiheit des Individuums sehe ich dessen als uneingeschr&#228;nkte M&#246;glichkeit zur Interaktion mit seiner Umwelt, so lange dadurch nicht dieselbe Freiheit Anderer verletzt wird.</p>
<p>Eigentum ist f&#252;r mich alles, was sich ein Individuum durch Arbeit und freiwillige Tauschprozesse mit anderen aneignet.</p>
<blockquote><p>Na, da mu&#223;t Du dann aber schon die spezifische Existenzweise von Rechten aufzeigen.</p></blockquote>
<p>Ich wei&#223; nicht, was du mit der &#8220;spezifischen Existenzweise von Rechten&#8221; meinst.<br />
Widerleg doch meine Pr&#228;misse, dass Freiheit und Eigentum eines Individuums grunds&#228;tzlich sch&#252;tzenswerte Dinge sind, wenn du die Schutzw&#252;rdigkeit bezweifelst.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Rayson</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6067</link>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Oct 2006 19:16:07 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;em&gt;Na, wenn Du willst, k&#246;nnen wir uns das jetzt wechselseitig vorwerfen … mache ich mit Rayson auch immer so ;-) …&lt;/em&gt;

Sagt mir, wenn es soweit ist. Dann springe ich gerne ein ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><em>Na, wenn Du willst, k&#246;nnen wir uns das jetzt wechselseitig vorwerfen … mache ich mit Rayson auch immer so <img src='http://www.bissige-liberale.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  …</em></p>
<p>Sagt mir, wenn es soweit ist. Dann springe ich gerne ein <img src='http://www.bissige-liberale.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: MomoRules</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6064</link>
		<dc:creator>MomoRules</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Oct 2006 18:32:36 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/#comment-6064</guid>
		<description>@Boche:

&lt;blockquote&gt;&quot;Nimms mir nicht &#252;bel, aber du bist bislang kein guter Werbetreibender in Sachen Foucault.&quot;&lt;/blockquote&gt;

Nimms mir nicht &#252;bel, aber der Sache des Liberalismus tust Du hier in der Regel auch nicht unbedingt einen Gefallen - habe mich schon mal gefragt, ob Du nicht insgeheim einer von uns bist ;-) ...

&lt;blockquote&gt;&quot;Wer kein Eigentum hat, der hat auch kein schutzw&#252;rdiges Eigentum, das sollte doch logisch sein.&quot;&lt;/blockquote&gt;

Danke, das zitiere ich bei Gelegenheit.

Das mit der &quot;Eigenschaft zu&quot;: Die begrifflich dazugeh&#246;rige. Also Macht, m&#228;chtig, Macht aus&#252;ben. Zudem m&#228;chtig ja auch nicht im selben Sinne eine Eigenschaft ist wie z.B. &quot;gr&#252;n&quot;.

Das ist ja ein altes Problem der deutschen Sprache, diese Nominalisierungen, die eben Metaphern nicht als solche kenntlich machen. &quot;Die Macht&quot; kann ja auch keine Eigenschaft sein. Meistens ist Macht die Befugnis, x zu tun. Und der Legimationsmodus f&#252;r diese Befugnis ist das eigentlich spannende Feld.

&lt;blockquote&gt;&quot;Ja, und? Das ist vom Recht verliehene Macht &#252;ber die individuelle Freiheit eines Menschen. Im Fall des Gutachters ist sie vielleicht noch beschr&#228;nkt durch Grundregeln der Wissenschaftlichkeit.&quot;&lt;/blockquote&gt;

Ja, eben. Tarn doch nicht immer trotzig Deine Zustimmung. Wobei im Falle menschlichen Verhaltens andere Regeln der Wissenschaftlichkeit gelten als z.B. im Falle der Grundlagenforschung der Physik. Humanwissenschaften sind, so, wie wir sie kennen, immer ein Machtfaktor. Auch das eine Foucault-These. Lies doch mal! Erweiter Deinen Horizont! 

&lt;blockquote&gt;&quot;Ich kann nur ahnen, was du mit “Prozessen kommunikativer Macht” meinen k&#246;nntest - die legislative T&#228;tigkeit der Politik, die politische Meinungsbildung?&quot;&lt;/blockquote&gt;

Beides. Und im Rahmen derer entstehen dann ja erst die Ziele von konkretem, materialem Recht. Es gibt da - von den Individualrechten abgesehen - keinerlei Urgrund des Rechts. So pl&#228;diert ihr hier ja teils mit guten Gr&#252;nden daf&#252;r, da&#223; Recht in vielen Bereichen einfach nix zu suchen hat. Ganz normaler, demokratischer Prozess. 

&lt;blockquote&gt;&quot;Ganz abgesehen davon, dass eine “Diktatur der &#214;konomie” m.E. Nonsens ist. &#214;konomie ist die Lehre vom Wirtschaften, vom Austausch von Arbeit und G&#252;tern. Eine Lehre kann &#252;berzeugen, kann meinetwegen auch zur Grundlage des Rechts werden, diktatorisch herrschen k&#246;nnen aber nur Menschen.&quot;&lt;/blockquote&gt;

Ja und Nein. Es gibt auch so etwas wie eine Totalisierung von Erkl&#228;rungsmustern f&#252;r Welt, die selbst diktatorisches Handeln legitimiert. Siehe die P&#228;pste im 14. Jahrhundert oder Stalin.

&lt;blockquote&gt;&quot;Du solltest dich vielleicht von gewissen Reflexen befreien.&quot;&lt;/blockquote&gt;

Gleichfalls. 

&lt;blockquote&gt;&quot;Und ich sage: Das sind Konflikte zwischen Individuen, bei dem das Handeln des einen die Freiheit oder das Eigentum des anderen beeintr&#228;chtigt.&quot;&lt;/blockquote&gt;

Man kann jetzt Eigentum und Freiheit so weit fassen, da&#223; man die These im Falle unseres Rechts so formulieren &lt;em&gt;k&#246;nnte&lt;/em&gt;. 

Geb&#039; doch mal &#039;ne Definition f&#252;r beides, wo Du in Fragen der Definition &#252;ber so viel Selbstbewu&#223;tsein verf&#252;gst. Dann kann man ja feststellen, ob meine Ahnung mich tr&#252;gt, da&#223; die Definition so weit ist, da&#223; sie nicht mehr allzu viel aussagt. Vielleicht irre ich mich ja.
&lt;blockquote&gt;
&quot;Diese Konflikte entstehen also nur, weil der Bruch eines Rechts wahrgenommen wurde.
Daraus folgt, dass gewisse grundlegende Rechte existieren m&#252;ssen.&quot;&lt;/blockquote&gt;

Na, da mu&#223;t Du dann aber schon die spezifische Existenzweise von Rechten aufzeigen.

&lt;blockquote&gt;&quot;Ein Vorgehen, das oft die Basis freiheitsfeindlicher Ideen darstellt.&quot;&lt;/blockquote&gt;

Na, wenn Du willst, k&#246;nnen wir uns das jetzt wechselseitig vorwerfen ... mache ich mit Rayson auch immer so ;-) ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Boche:</p>
<blockquote><p>&#8220;Nimms mir nicht &#252;bel, aber du bist bislang kein guter Werbetreibender in Sachen Foucault.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nimms mir nicht &#252;bel, aber der Sache des Liberalismus tust Du hier in der Regel auch nicht unbedingt einen Gefallen &#8211; habe mich schon mal gefragt, ob Du nicht insgeheim einer von uns bist <img src='http://www.bissige-liberale.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8220;Wer kein Eigentum hat, der hat auch kein schutzw&#252;rdiges Eigentum, das sollte doch logisch sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Danke, das zitiere ich bei Gelegenheit.</p>
<p>Das mit der &#8220;Eigenschaft zu&#8221;: Die begrifflich dazugeh&#246;rige. Also Macht, m&#228;chtig, Macht aus&#252;ben. Zudem m&#228;chtig ja auch nicht im selben Sinne eine Eigenschaft ist wie z.B. &#8220;gr&#252;n&#8221;.</p>
<p>Das ist ja ein altes Problem der deutschen Sprache, diese Nominalisierungen, die eben Metaphern nicht als solche kenntlich machen. &#8220;Die Macht&#8221; kann ja auch keine Eigenschaft sein. Meistens ist Macht die Befugnis, x zu tun. Und der Legimationsmodus f&#252;r diese Befugnis ist das eigentlich spannende Feld.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ja, und? Das ist vom Recht verliehene Macht &#252;ber die individuelle Freiheit eines Menschen. Im Fall des Gutachters ist sie vielleicht noch beschr&#228;nkt durch Grundregeln der Wissenschaftlichkeit.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ja, eben. Tarn doch nicht immer trotzig Deine Zustimmung. Wobei im Falle menschlichen Verhaltens andere Regeln der Wissenschaftlichkeit gelten als z.B. im Falle der Grundlagenforschung der Physik. Humanwissenschaften sind, so, wie wir sie kennen, immer ein Machtfaktor. Auch das eine Foucault-These. Lies doch mal! Erweiter Deinen Horizont! </p>
<blockquote><p>&#8220;Ich kann nur ahnen, was du mit “Prozessen kommunikativer Macht” meinen k&#246;nntest &#8211; die legislative T&#228;tigkeit der Politik, die politische Meinungsbildung?&#8221;</p></blockquote>
<p>Beides. Und im Rahmen derer entstehen dann ja erst die Ziele von konkretem, materialem Recht. Es gibt da &#8211; von den Individualrechten abgesehen &#8211; keinerlei Urgrund des Rechts. So pl&#228;diert ihr hier ja teils mit guten Gr&#252;nden daf&#252;r, da&#223; Recht in vielen Bereichen einfach nix zu suchen hat. Ganz normaler, demokratischer Prozess. </p>
<blockquote><p>&#8220;Ganz abgesehen davon, dass eine “Diktatur der &#214;konomie” m.E. Nonsens ist. &#214;konomie ist die Lehre vom Wirtschaften, vom Austausch von Arbeit und G&#252;tern. Eine Lehre kann &#252;berzeugen, kann meinetwegen auch zur Grundlage des Rechts werden, diktatorisch herrschen k&#246;nnen aber nur Menschen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ja und Nein. Es gibt auch so etwas wie eine Totalisierung von Erkl&#228;rungsmustern f&#252;r Welt, die selbst diktatorisches Handeln legitimiert. Siehe die P&#228;pste im 14. Jahrhundert oder Stalin.</p>
<blockquote><p>&#8220;Du solltest dich vielleicht von gewissen Reflexen befreien.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gleichfalls. </p>
<blockquote><p>&#8220;Und ich sage: Das sind Konflikte zwischen Individuen, bei dem das Handeln des einen die Freiheit oder das Eigentum des anderen beeintr&#228;chtigt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Man kann jetzt Eigentum und Freiheit so weit fassen, da&#223; man die These im Falle unseres Rechts so formulieren <em>k&#246;nnte</em>. </p>
<p>Geb&#8217; doch mal &#8216;ne Definition f&#252;r beides, wo Du in Fragen der Definition &#252;ber so viel Selbstbewu&#223;tsein verf&#252;gst. Dann kann man ja feststellen, ob meine Ahnung mich tr&#252;gt, da&#223; die Definition so weit ist, da&#223; sie nicht mehr allzu viel aussagt. Vielleicht irre ich mich ja.</p>
<blockquote><p>
&#8220;Diese Konflikte entstehen also nur, weil der Bruch eines Rechts wahrgenommen wurde.<br />
Daraus folgt, dass gewisse grundlegende Rechte existieren m&#252;ssen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Na, da mu&#223;t Du dann aber schon die spezifische Existenzweise von Rechten aufzeigen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ein Vorgehen, das oft die Basis freiheitsfeindlicher Ideen darstellt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Na, wenn Du willst, k&#246;nnen wir uns das jetzt wechselseitig vorwerfen &#8230; mache ich mit Rayson auch immer so <img src='http://www.bissige-liberale.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  &#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6049</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Oct 2006 09:07:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/#comment-6049</guid>
		<description>@MR

&lt;blockquote&gt;Die Eigenschaft zu Macht ist m&#228;chtig, man verf&#252;gt &#252;ber sie.&lt;/blockquote&gt;

Den Satz habe ich sprachlich nicht verstanden. &quot;Eigenschaft &lt;strong&gt;zu&lt;/strong&gt; Macht&quot;?

&lt;blockquote&gt;Als Gutachter vor Gericht, um ein klassisches Focault-Beispiel zu bringen, hast Du die Macht, beurteilen zu d&#252;rfen, ob jemand unzurechnungsf&#228;hig ist oder auch nicht.&lt;/blockquote&gt;

Ja, und? Das ist vom Recht verliehene Macht &#252;ber die individuelle Freiheit eines Menschen. Im Fall des Gutachters ist sie vielleicht noch beschr&#228;nkt durch Grundregeln der Wissenschaftlichkeit.

&lt;blockquote&gt;Und was ist in diesem Modell mit jenen, die &#252;ber kein Eigentum verf&#252;gen? Nicht schutzw&#252;rdig?&lt;/blockquote&gt;

Wer kein Eigentum hat, der hat auch kein schutzw&#252;rdiges Eigentum, das sollte doch logisch sein. 
Es bleibt dem Besitzlosen aber immer der staatliche Schutz seiner individuellen Freiheit, u.a. seiner Freiheit, sich durch Arbeit Eigentum anzueignen.

&lt;blockquote&gt;Ansonsten gr&#252;ndet Recht ja in Prozessen kommunikativer Macht, diese konstituieren Recht&lt;/blockquote&gt;

Ich kann nur ahnen, was du mit &quot;Prozessen kommunikativer Macht&quot; meinen k&#246;nntest - die legislative T&#228;tigkeit der Politik, die politische Meinungsbildung?
Falls ja beschreibt das nur die technische Entstehung von Gesetzen, nicht aber das Ziel und die Begr&#252;ndung des Rechts.

&lt;blockquote&gt;Aktuell entwickelt sich diese Gesellschaft hin zu einer Diktatur der &#214;konomie, die prim&#228;r darauf aus ist, breiten gesellschaftlichen Gruppen das Recht zur Wahrnehmung kommunikativer Macht zu entziehen (durch Gewerkschaftsbashing, Sozialschmarotzer-Diskussion, Gesundheitsdiskussionen, Fortpflanzungsforderungen etc.), indem es sie schlicht deligitimiert, mitreden zu d&#252;rfen.&lt;/blockquote&gt;

Das ist der Nachteil verschwommener Begriffe - man kommt zu keiner klaren Erkenntnis.

Wenn &quot;kommunikative Macht&quot; politische Mitbestimmungsrechte meint, dann ist mir unverst&#228;ndlich, wie diese durch die genannten Ph&#228;nomene beeintr&#228;chtigt werden k&#246;nnten.

Ganz abgesehen davon, dass eine &quot;Diktatur der &#214;konomie&quot; m.E. Nonsens ist. &#214;konomie ist die Lehre vom Wirtschaften, vom Austausch von Arbeit und G&#252;tern. Eine Lehre kann &#252;berzeugen, kann meinetwegen auch zur Grundlage des Rechts werden, diktatorisch herrschen k&#246;nnen aber nur Menschen.

Und wenn du mit &#214;konomie allgemein die Wirtschaft  meintest - wie kann ein System, in das alle durch Tauschprozesse einbezogen sind, wie kann ein solches System &quot;diktatorisch herrschen&quot;?

Nochmal: Wir sollten Begriffe wie Macht und Diktatur nicht so verwaschen benutzen. Denn dann werden sie stumpf, wenn wir sie ben&#246;tigen, um Missst&#228;nde zu kritisieren.

&lt;blockquote&gt;Foucault ist eine echte Fundgrube f&#252;r Liberale.&lt;/blockquote&gt;

Nimms mir nicht &#252;bel, aber du bist bislang kein guter Werbetreibender in Sachen Foucault.

&lt;blockquote&gt;Trotzdem ist Recht nicht irgendeine metaphysische Konstante, die prim&#228;r der Besitzstandswahrung der eh schon Verm&#246;genden dient.&lt;/blockquote&gt;

Du solltest dich vielleicht von gewissen Reflexen befreien. Dann w&#252;rdest du Eigentum nicht nur mit Reichtum und Verm&#246;gen assoziieren. Eigentum sind auch die 500 Euro Monatslohn, die eine allein erziehende Putzfrau nach Hause tr&#228;gt.

&lt;blockquote&gt;Es [das Recht] formuliert Regeln der Konfliktl&#246;sung. Und die Grundlagen dieser Regeln und Verfahren sind dann z.B. die Individualrechte.&lt;/blockquote&gt;

Das ist m.E. eine schiefe Darstellung.
Wenn Recht Regeln zur L&#246;sung von Konflikten definiert, dann frage ich: Welche Konflikte sind das denn? 
Und ich sage: Das sind Konflikte zwischen Individuen, bei dem das Handeln des einen die Freiheit oder das Eigentum des anderen beeintr&#228;chtigt.
Diese Konflikte entstehen also nur, weil der Bruch eines Rechts wahrgenommen wurde.
Daraus folgt, dass gewisse grundlegende Rechte existieren m&#252;ssen. 
Die geschaffenen Regeln zur L&#246;sung von Konflikten um diese Rechte folgen darauf - und k&#246;nnen nicht deren Grundlage sein. (Sonst w&#228;re das Recht komplett artifiziell und k&#246;nnte problemlos abgeschafft werden. Was nat&#252;rlich auch eine diskussionsw&#252;rdige These w&#228;re.)

&lt;blockquote&gt;Na, und wer in der Realwirtschaft wen wie enteignet, das halte ich zumindest f&#252;r umstritten - deshalb kann man Eigentumsschutz auch nicht in einem Atemzug mit anderen Freiheitsrechten nennen.&lt;/blockquote&gt;

Wenn man sinnvoll &#252;ber vermeintlich Umstrittenes streiten m&#246;chte, braucht man klar definierte Begriffe, in diesem Fall vor allem den Begriff &quot;Eigentum&quot;. Deine bisherigen Ausf&#252;hrungen haben die Vermutung in mir erweckt, dass dir eine klare Definition dieses Begriffes fehlt.
Weshalb ich mein Bestehen darauf, Eigentum und Freiheit als gleicherma&#223;en sch&#252;tzenswert anzusehen, nicht widerlegt sehe.

&lt;blockquote&gt;Diese Schein-Symetrie und Quasi-Moral der Vertragsfreiheit erkl&#228;rt da verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig wenig, schon deskriptiv nicht.&lt;/blockquote&gt;

Dein &quot;Schein&quot; und dein &quot;Quasi&quot; erkl&#228;ren mindestens einen der Vertragspartner f&#252;r unm&#252;ndig. Ein Vorgehen, das oft die Basis freiheitsfeindlicher Ideen darstellt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@MR</p>
<blockquote><p>Die Eigenschaft zu Macht ist m&#228;chtig, man verf&#252;gt &#252;ber sie.</p></blockquote>
<p>Den Satz habe ich sprachlich nicht verstanden. &#8220;Eigenschaft <strong>zu</strong> Macht&#8221;?</p>
<blockquote><p>Als Gutachter vor Gericht, um ein klassisches Focault-Beispiel zu bringen, hast Du die Macht, beurteilen zu d&#252;rfen, ob jemand unzurechnungsf&#228;hig ist oder auch nicht.</p></blockquote>
<p>Ja, und? Das ist vom Recht verliehene Macht &#252;ber die individuelle Freiheit eines Menschen. Im Fall des Gutachters ist sie vielleicht noch beschr&#228;nkt durch Grundregeln der Wissenschaftlichkeit.</p>
<blockquote><p>Und was ist in diesem Modell mit jenen, die &#252;ber kein Eigentum verf&#252;gen? Nicht schutzw&#252;rdig?</p></blockquote>
<p>Wer kein Eigentum hat, der hat auch kein schutzw&#252;rdiges Eigentum, das sollte doch logisch sein.<br />
Es bleibt dem Besitzlosen aber immer der staatliche Schutz seiner individuellen Freiheit, u.a. seiner Freiheit, sich durch Arbeit Eigentum anzueignen.</p>
<blockquote><p>Ansonsten gr&#252;ndet Recht ja in Prozessen kommunikativer Macht, diese konstituieren Recht</p></blockquote>
<p>Ich kann nur ahnen, was du mit &#8220;Prozessen kommunikativer Macht&#8221; meinen k&#246;nntest &#8211; die legislative T&#228;tigkeit der Politik, die politische Meinungsbildung?<br />
Falls ja beschreibt das nur die technische Entstehung von Gesetzen, nicht aber das Ziel und die Begr&#252;ndung des Rechts.</p>
<blockquote><p>Aktuell entwickelt sich diese Gesellschaft hin zu einer Diktatur der &#214;konomie, die prim&#228;r darauf aus ist, breiten gesellschaftlichen Gruppen das Recht zur Wahrnehmung kommunikativer Macht zu entziehen (durch Gewerkschaftsbashing, Sozialschmarotzer-Diskussion, Gesundheitsdiskussionen, Fortpflanzungsforderungen etc.), indem es sie schlicht deligitimiert, mitreden zu d&#252;rfen.</p></blockquote>
<p>Das ist der Nachteil verschwommener Begriffe &#8211; man kommt zu keiner klaren Erkenntnis.</p>
<p>Wenn &#8220;kommunikative Macht&#8221; politische Mitbestimmungsrechte meint, dann ist mir unverst&#228;ndlich, wie diese durch die genannten Ph&#228;nomene beeintr&#228;chtigt werden k&#246;nnten.</p>
<p>Ganz abgesehen davon, dass eine &#8220;Diktatur der &#214;konomie&#8221; m.E. Nonsens ist. &#214;konomie ist die Lehre vom Wirtschaften, vom Austausch von Arbeit und G&#252;tern. Eine Lehre kann &#252;berzeugen, kann meinetwegen auch zur Grundlage des Rechts werden, diktatorisch herrschen k&#246;nnen aber nur Menschen.</p>
<p>Und wenn du mit &#214;konomie allgemein die Wirtschaft  meintest &#8211; wie kann ein System, in das alle durch Tauschprozesse einbezogen sind, wie kann ein solches System &#8220;diktatorisch herrschen&#8221;?</p>
<p>Nochmal: Wir sollten Begriffe wie Macht und Diktatur nicht so verwaschen benutzen. Denn dann werden sie stumpf, wenn wir sie ben&#246;tigen, um Missst&#228;nde zu kritisieren.</p>
<blockquote><p>Foucault ist eine echte Fundgrube f&#252;r Liberale.</p></blockquote>
<p>Nimms mir nicht &#252;bel, aber du bist bislang kein guter Werbetreibender in Sachen Foucault.</p>
<blockquote><p>Trotzdem ist Recht nicht irgendeine metaphysische Konstante, die prim&#228;r der Besitzstandswahrung der eh schon Verm&#246;genden dient.</p></blockquote>
<p>Du solltest dich vielleicht von gewissen Reflexen befreien. Dann w&#252;rdest du Eigentum nicht nur mit Reichtum und Verm&#246;gen assoziieren. Eigentum sind auch die 500 Euro Monatslohn, die eine allein erziehende Putzfrau nach Hause tr&#228;gt.</p>
<blockquote><p>Es [das Recht] formuliert Regeln der Konfliktl&#246;sung. Und die Grundlagen dieser Regeln und Verfahren sind dann z.B. die Individualrechte.</p></blockquote>
<p>Das ist m.E. eine schiefe Darstellung.<br />
Wenn Recht Regeln zur L&#246;sung von Konflikten definiert, dann frage ich: Welche Konflikte sind das denn?<br />
Und ich sage: Das sind Konflikte zwischen Individuen, bei dem das Handeln des einen die Freiheit oder das Eigentum des anderen beeintr&#228;chtigt.<br />
Diese Konflikte entstehen also nur, weil der Bruch eines Rechts wahrgenommen wurde.<br />
Daraus folgt, dass gewisse grundlegende Rechte existieren m&#252;ssen.<br />
Die geschaffenen Regeln zur L&#246;sung von Konflikten um diese Rechte folgen darauf &#8211; und k&#246;nnen nicht deren Grundlage sein. (Sonst w&#228;re das Recht komplett artifiziell und k&#246;nnte problemlos abgeschafft werden. Was nat&#252;rlich auch eine diskussionsw&#252;rdige These w&#228;re.)</p>
<blockquote><p>Na, und wer in der Realwirtschaft wen wie enteignet, das halte ich zumindest f&#252;r umstritten &#8211; deshalb kann man Eigentumsschutz auch nicht in einem Atemzug mit anderen Freiheitsrechten nennen.</p></blockquote>
<p>Wenn man sinnvoll &#252;ber vermeintlich Umstrittenes streiten m&#246;chte, braucht man klar definierte Begriffe, in diesem Fall vor allem den Begriff &#8220;Eigentum&#8221;. Deine bisherigen Ausf&#252;hrungen haben die Vermutung in mir erweckt, dass dir eine klare Definition dieses Begriffes fehlt.<br />
Weshalb ich mein Bestehen darauf, Eigentum und Freiheit als gleicherma&#223;en sch&#252;tzenswert anzusehen, nicht widerlegt sehe.</p>
<blockquote><p>Diese Schein-Symetrie und Quasi-Moral der Vertragsfreiheit erkl&#228;rt da verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig wenig, schon deskriptiv nicht.</p></blockquote>
<p>Dein &#8220;Schein&#8221; und dein &#8220;Quasi&#8221; erkl&#228;ren mindestens einen der Vertragspartner f&#252;r unm&#252;ndig. Ein Vorgehen, das oft die Basis freiheitsfeindlicher Ideen darstellt.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: MomoRules</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6048</link>
		<dc:creator>MomoRules</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Oct 2006 06:18:44 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/#comment-6048</guid>
		<description>@M.M.

&lt;blockquote&gt;&quot;Die &#246;konomische Mitbestimmung findet doch statt - &#252;ber den Aktienbesitz.&quot;&lt;/blockquote&gt;

Ja, hierarchisch geordnet: Wer &#252;ber mehr Besitz verf&#252;gt, hat mehr Rechte. Die anderen spielen keine Rolle und haben sich der Macht derer zu beugen, die mehr besitzen. So funktionieren ja Gesellschaften derzeit. Mir gef&#228;llt das &#252;berhaupt nicht. 

Was Du aber &#252;ber &quot;ethos&quot; schreibst, finde ich ganz au&#223;erordentlich spannend. Solche Modelle suche ich immer h&#228;nderingend - Danke!

@Boche:

Die Eigenschaft zu Macht ist m&#228;chtig, man verf&#252;gt &#252;ber sie. Als Gutachter vor Gericht, um ein klassisches Focault-Beispiel zu bringen, hast Du die Macht, beurteilen zu d&#252;rfen, ob jemand unzurechnungsf&#228;hig ist oder auch nicht.

&lt;blockquote&gt;&quot;Recht und Gesetz dienen meiner Ansicht nach wiederum dazu, die nat&#252;rlichen Grundlagen der menschlichen Existenz zu sch&#252;tzen. Als da w&#228;ren: Freiheit des Individuums und sein Eigentum.&quot;&lt;/blockquote&gt;

Und was ist in diesem Modell mit jenen, die &#252;ber kein Eigentum verf&#252;gen? Nicht schutzw&#252;rdig? Ich wei&#223;, da&#223; Du das so nicht behaupten w&#252;rdest, ganz generell funktioniert&#039;s aber so ganz global. 

Ansonsten gr&#252;ndet Recht ja in Prozessen kommunikativer Macht, diese konstituieren Recht - oder aber in der Unterbindung dieser, z.B. in Diktaturen. 

Aktuell entwickelt sich diese Gesellschaft hin zu einer Diktatur der &#214;konomie, die prim&#228;r darauf aus ist, breiten gesellschaftlichen Gruppen das Recht zur Wahrnehmung kommunikativer Macht zu entziehen (durch Gewerkschaftsbashing, Sozialschmarotzer-Diskussion, Gesundheitsdiskussionen, Fortpflanzungsforderungen etc.), indem es sie schlicht deligitimiert, mitreden zu d&#252;rfen. 

Von mir aus kann man auch jene, die derzeit f&#252;r den &quot;handlungsf&#228;higen Staat&quot; pl&#228;dieren, &#228;hnlich analysieren. Aber da braucht ihr langsam mal bessere Argumente. Geht aber alles auch mit Foucault, kann man bei der Freiheitstfabrik lesen, zum Beispiel. Foucault ist eine echte Fundgrube f&#252;r Liberale.

Und nat&#252;rlich stellt sich immer die Frage, welche Bereiche Gegenstand von Mehrheitsentscheidungen sein k&#246;nnen. Trotzdem ist Recht nicht irgendeine metaphysische Konstante, die prim&#228;r der Besitzstandswahrung der eh schon Verm&#246;genden dient. Es  formuliert Regeln der Konfliktl&#246;sung. Und die Grundlagen dieser Regeln und Verfahren sind dann z.B. die Individualrechte. 

Na, und wer in der Realwirtschaft wen wie enteignet, das halte ich zumindest f&#252;r umstritten - deshalb kann man Eigentumsschutz auch nicht in einem Atemzug mit anderen Freiheitsrechten nennen. Es sei denn, es geht um den je eigenen K&#246;rper, aber diesen als &quot;Eigentum&quot; zu begreifen, das halte ich eher f&#252;r einen der wenigen Bereiche, wo das Entfremdungstheorem greift.

Diese Schein-Symetrie und Quasi-Moral der Vertragsfreiheit erkl&#228;rt da verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig wenig, schon deskriptiv nicht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@M.M.</p>
<blockquote><p>&#8220;Die &#246;konomische Mitbestimmung findet doch statt &#8211; &#252;ber den Aktienbesitz.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ja, hierarchisch geordnet: Wer &#252;ber mehr Besitz verf&#252;gt, hat mehr Rechte. Die anderen spielen keine Rolle und haben sich der Macht derer zu beugen, die mehr besitzen. So funktionieren ja Gesellschaften derzeit. Mir gef&#228;llt das &#252;berhaupt nicht. </p>
<p>Was Du aber &#252;ber &#8220;ethos&#8221; schreibst, finde ich ganz au&#223;erordentlich spannend. Solche Modelle suche ich immer h&#228;nderingend &#8211; Danke!</p>
<p>@Boche:</p>
<p>Die Eigenschaft zu Macht ist m&#228;chtig, man verf&#252;gt &#252;ber sie. Als Gutachter vor Gericht, um ein klassisches Focault-Beispiel zu bringen, hast Du die Macht, beurteilen zu d&#252;rfen, ob jemand unzurechnungsf&#228;hig ist oder auch nicht.</p>
<blockquote><p>&#8220;Recht und Gesetz dienen meiner Ansicht nach wiederum dazu, die nat&#252;rlichen Grundlagen der menschlichen Existenz zu sch&#252;tzen. Als da w&#228;ren: Freiheit des Individuums und sein Eigentum.&#8221;</p></blockquote>
<p>Und was ist in diesem Modell mit jenen, die &#252;ber kein Eigentum verf&#252;gen? Nicht schutzw&#252;rdig? Ich wei&#223;, da&#223; Du das so nicht behaupten w&#252;rdest, ganz generell funktioniert&#8217;s aber so ganz global. </p>
<p>Ansonsten gr&#252;ndet Recht ja in Prozessen kommunikativer Macht, diese konstituieren Recht &#8211; oder aber in der Unterbindung dieser, z.B. in Diktaturen. </p>
<p>Aktuell entwickelt sich diese Gesellschaft hin zu einer Diktatur der &#214;konomie, die prim&#228;r darauf aus ist, breiten gesellschaftlichen Gruppen das Recht zur Wahrnehmung kommunikativer Macht zu entziehen (durch Gewerkschaftsbashing, Sozialschmarotzer-Diskussion, Gesundheitsdiskussionen, Fortpflanzungsforderungen etc.), indem es sie schlicht deligitimiert, mitreden zu d&#252;rfen. </p>
<p>Von mir aus kann man auch jene, die derzeit f&#252;r den &#8220;handlungsf&#228;higen Staat&#8221; pl&#228;dieren, &#228;hnlich analysieren. Aber da braucht ihr langsam mal bessere Argumente. Geht aber alles auch mit Foucault, kann man bei der Freiheitstfabrik lesen, zum Beispiel. Foucault ist eine echte Fundgrube f&#252;r Liberale.</p>
<p>Und nat&#252;rlich stellt sich immer die Frage, welche Bereiche Gegenstand von Mehrheitsentscheidungen sein k&#246;nnen. Trotzdem ist Recht nicht irgendeine metaphysische Konstante, die prim&#228;r der Besitzstandswahrung der eh schon Verm&#246;genden dient. Es  formuliert Regeln der Konfliktl&#246;sung. Und die Grundlagen dieser Regeln und Verfahren sind dann z.B. die Individualrechte. </p>
<p>Na, und wer in der Realwirtschaft wen wie enteignet, das halte ich zumindest f&#252;r umstritten &#8211; deshalb kann man Eigentumsschutz auch nicht in einem Atemzug mit anderen Freiheitsrechten nennen. Es sei denn, es geht um den je eigenen K&#246;rper, aber diesen als &#8220;Eigentum&#8221; zu begreifen, das halte ich eher f&#252;r einen der wenigen Bereiche, wo das Entfremdungstheorem greift.</p>
<p>Diese Schein-Symetrie und Quasi-Moral der Vertragsfreiheit erkl&#228;rt da verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig wenig, schon deskriptiv nicht.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6040</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 17:59:40 +0000</pubDate>
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		<description>@MomoRules

&lt;blockquote&gt;... die These vertritt, da&#223; Macht (pouvoir) eben eine Wirkung in Beziehungen zwischen je unterschiedlichen Elementen ist, ... und sich teils in der Struktur von Institutionen zeigt, teils in dem, was diese produzieren&lt;/blockquote&gt;

Ich verstehe den Sinn nicht, Macht nicht als Eigenschaft zu beschreiben, als Eigenschaft, &#252;ber die Menschen oder Institutionen verf&#252;gen k&#246;nnen oder nicht, sondern sie stattdessen als Wirkung zu betrachten.
Bist du oder Herr Foucault der Ansicht, dass es Macht als Eigenschaft nicht gibt? Oder dass es keinen Nutzen bringt zu beschreiben, wer wann und vielleicht warum &#252;ber wen Macht besitzt und wie sich diese Eigenschaft &quot;Macht&quot; definiert?

Ich kann immer noch keinen Gewinn erkennen in der Betrachtung von Ableitungen und Folgen der Eigenschaft &quot;Macht&quot;.

&lt;blockquote&gt;Und dann m&#252;&#223;test Du mir erl&#228;utern, wieso diese Form der Mitbestimmung im Politischen legitim ist, dies ist aber im Rahmen des &#214;konomischen nicht sein sollte.&lt;/blockquote&gt;

Weil ich davon ausgehe, dass Macht (die eben durch Mitbestimmung in ihrer Anwendung optimierbar w&#228;re) im Rahmen des Gesetzes, des Rechts ausge&#252;bt und durch dieses beschr&#228;nkt werden muss. Dass legitime Macht eigentlich auch nur ein Mittel des Rechtswesen ist.

Recht und Gesetz dienen meiner Ansicht nach wiederum dazu, die nat&#252;rlichen Grundlagen der menschlichen Existenz zu sch&#252;tzen. Als da w&#228;ren: Freiheit des Individuums und sein Eigentum.
Dass also eine Verwendung des Rechts (und seines Mittels &quot;Macht&quot;) gegen das von ihm zu Sch&#252;tzende absurd w&#228;re und das Recht zu Unrecht werden lie&#223;e (bzw., um in der Realit&#228;t anzukommen: werden l&#228;sst).
Eine per Mitbestimmung ausge&#252;bte Macht im &#246;konomischen Bereich kann sich nur gegen das Eigentum wenden. 
Denn alle freien Formen der &#246;konomischen Beziehungen beruhen auf Vertr&#228;gen zwischen zum Vertrag gewillten Vertragspartnern. Und nicht auf per Mehrheitsentscheid getroffenen Enteignungsma&#223;nahmen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@MomoRules</p>
<blockquote><p>&#8230; die These vertritt, da&#223; Macht (pouvoir) eben eine Wirkung in Beziehungen zwischen je unterschiedlichen Elementen ist, &#8230; und sich teils in der Struktur von Institutionen zeigt, teils in dem, was diese produzieren</p></blockquote>
<p>Ich verstehe den Sinn nicht, Macht nicht als Eigenschaft zu beschreiben, als Eigenschaft, &#252;ber die Menschen oder Institutionen verf&#252;gen k&#246;nnen oder nicht, sondern sie stattdessen als Wirkung zu betrachten.<br />
Bist du oder Herr Foucault der Ansicht, dass es Macht als Eigenschaft nicht gibt? Oder dass es keinen Nutzen bringt zu beschreiben, wer wann und vielleicht warum &#252;ber wen Macht besitzt und wie sich diese Eigenschaft &#8220;Macht&#8221; definiert?</p>
<p>Ich kann immer noch keinen Gewinn erkennen in der Betrachtung von Ableitungen und Folgen der Eigenschaft &#8220;Macht&#8221;.</p>
<blockquote><p>Und dann m&#252;&#223;test Du mir erl&#228;utern, wieso diese Form der Mitbestimmung im Politischen legitim ist, dies ist aber im Rahmen des &#214;konomischen nicht sein sollte.</p></blockquote>
<p>Weil ich davon ausgehe, dass Macht (die eben durch Mitbestimmung in ihrer Anwendung optimierbar w&#228;re) im Rahmen des Gesetzes, des Rechts ausge&#252;bt und durch dieses beschr&#228;nkt werden muss. Dass legitime Macht eigentlich auch nur ein Mittel des Rechtswesen ist.</p>
<p>Recht und Gesetz dienen meiner Ansicht nach wiederum dazu, die nat&#252;rlichen Grundlagen der menschlichen Existenz zu sch&#252;tzen. Als da w&#228;ren: Freiheit des Individuums und sein Eigentum.<br />
Dass also eine Verwendung des Rechts (und seines Mittels &#8220;Macht&#8221;) gegen das von ihm zu Sch&#252;tzende absurd w&#228;re und das Recht zu Unrecht werden lie&#223;e (bzw., um in der Realit&#228;t anzukommen: werden l&#228;sst).<br />
Eine per Mitbestimmung ausge&#252;bte Macht im &#246;konomischen Bereich kann sich nur gegen das Eigentum wenden.<br />
Denn alle freien Formen der &#246;konomischen Beziehungen beruhen auf Vertr&#228;gen zwischen zum Vertrag gewillten Vertragspartnern. Und nicht auf per Mehrheitsentscheid getroffenen Enteignungsma&#223;nahmen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: M.M.</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6039</link>
		<dc:creator>M.M.</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 17:32:10 +0000</pubDate>
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		<description>Die &#246;konomische Mitbestimmung findet doch statt - &#252;ber den Aktienbesitz. Diese Art der Akkumulation von Kapital findet eben nicht wie Onkel  Marx postulierte im Banksafe weniger Kapitalisten statt, sondern sammelt sich in Gesellschaften mit privaten Pensionskassen (USA, Schweiz, Riester) in Pensionsfonds. In den USA und der Schweiz sind diese Fonds drauf und dran, zu den einflussreichsten Anteilseignern zu werden. 

In der Schweiz beginnen die Dinge in Bewegung zu kommen. Institutionelle Anleger (Pensionskassen) haben sich hier in der Stiftung „ethos“ zusammengeschlossen. Die Ziele sind durchaus politisch zu verstehen: &quot;Zweck der Stiftung ist es, bei den Anlaget&#228;tigkeiten die Ber&#252;cksichtigung von Grunds&#228;tzen f&#252;r nachhaltige Entwicklung und die Best-Practice-Regeln im Bereich der Corporate Governance zu f&#246;rdern.&quot; 

ethos tritt bespielsweise bei Aktion&#228;rsversammlungen mit von den Pensionskassen delegierten Stimmen auf und setzte sich gegen zu hohe Managergeh&#228;lter zur Wehr. Bei einer Abstimmung bei der Credit Suisse kamen die fast auf dreissig Prozent der Stimmen. Das war nicht die Mehrheit aber ein beachtliches Ergebnis und der &#246;ffentliche Druck anschliessend enorm. Inzwischen ist das so weit gediehen, dass Firmen, die von ethos ein gutes Rating erhalten, dieses in ihrem Gesch&#228;ftsbericht erw&#228;hnen. 

Wer mehr wissen will, hier:
http://www.ethosfund.ch/d/ethos-stiftung/ethos-stiftung.asp</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die &#246;konomische Mitbestimmung findet doch statt &#8211; &#252;ber den Aktienbesitz. Diese Art der Akkumulation von Kapital findet eben nicht wie Onkel  Marx postulierte im Banksafe weniger Kapitalisten statt, sondern sammelt sich in Gesellschaften mit privaten Pensionskassen (USA, Schweiz, Riester) in Pensionsfonds. In den USA und der Schweiz sind diese Fonds drauf und dran, zu den einflussreichsten Anteilseignern zu werden. </p>
<p>In der Schweiz beginnen die Dinge in Bewegung zu kommen. Institutionelle Anleger (Pensionskassen) haben sich hier in der Stiftung „ethos“ zusammengeschlossen. Die Ziele sind durchaus politisch zu verstehen: &#8220;Zweck der Stiftung ist es, bei den Anlaget&#228;tigkeiten die Ber&#252;cksichtigung von Grunds&#228;tzen f&#252;r nachhaltige Entwicklung und die Best-Practice-Regeln im Bereich der Corporate Governance zu f&#246;rdern.&#8221; </p>
<p>ethos tritt bespielsweise bei Aktion&#228;rsversammlungen mit von den Pensionskassen delegierten Stimmen auf und setzte sich gegen zu hohe Managergeh&#228;lter zur Wehr. Bei einer Abstimmung bei der Credit Suisse kamen die fast auf dreissig Prozent der Stimmen. Das war nicht die Mehrheit aber ein beachtliches Ergebnis und der &#246;ffentliche Druck anschliessend enorm. Inzwischen ist das so weit gediehen, dass Firmen, die von ethos ein gutes Rating erhalten, dieses in ihrem Gesch&#228;ftsbericht erw&#228;hnen. </p>
<p>Wer mehr wissen will, hier:<br />
<a href="http://www.ethosfund.ch/d/ethos-stiftung/ethos-stiftung.asp" rel="nofollow">http://www.ethosfund.ch/d/ethos-stiftung/ethos-stiftung.asp</a></p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: MomoRules</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6038</link>
		<dc:creator>MomoRules</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 16:07:08 +0000</pubDate>
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		<description>@Boche:

&lt;blockquote&gt;&quot;aber ist es dem Erkenntnisgewinn f&#246;rderlich, die Folgen von Machtaus&#252;bung (oder dessen, was man daf&#252;r h&#228;lt) mit der Machtaus&#252;bung zu vermengen, wenn man erst einmal nur definieren m&#246;chte, was letztere ist?&quot; &lt;/blockquote&gt;

Wenn man die These vertritt, da&#223; Macht (pouvoir) eben eine Wirkung in Beziehungen zwischen je unterschiedlichen Elementen &lt;em&gt;ist&lt;/em&gt;, ist das allenfalls zu allgemein, aber keine Vermengung. Kurz: Machtwirkungen sind eben das, was man untersucht. Man braucht dann keinen Begriff von &quot;die Macht&quot;, allenfalls von jenen, die &#252;ber diese verf&#252;gen. 

Vermengt habe ich freilich diesen Ansatz, der von Michel Foucault stammt (und der irgendwo an den Schnittstellen von Soziologie, Politologie, Geschichtswissenschaft und Philosophie situiert ist) und sich teils in der Struktur von Institutionen zeigt, teils in dem, was diese produzieren, mit jenem Begriff kommunikativer Macht, wie er von Hannah Arendt und J&#252;rgen Habermas formuliert wurde. 

Letzterer ist dann das &#196;quivalent zu dem, was M.M. v&#246;llig zu Recht anmerkt, dann, wenn er in klar definierten Verfahren instituionalisiert ist, die dann auch erm&#246;glichen, legitime von illegitimer Machtaus&#252;bung zu unterscheiden. 

Und dann m&#252;&#223;test Du mir erl&#228;utern, wieso diese Form der Mitbestimmung im Politischen legitim ist, dies ist aber im Rahmen des &#214;konomischen nicht sein sollte.



PS: Bevor mir hier wieder jemand Name-Dropping unterschiebt - ich finde es einfach fair, Quellen anzugeben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Boche:</p>
<blockquote><p>&#8220;aber ist es dem Erkenntnisgewinn f&#246;rderlich, die Folgen von Machtaus&#252;bung (oder dessen, was man daf&#252;r h&#228;lt) mit der Machtaus&#252;bung zu vermengen, wenn man erst einmal nur definieren m&#246;chte, was letztere ist?&#8221; </p></blockquote>
<p>Wenn man die These vertritt, da&#223; Macht (pouvoir) eben eine Wirkung in Beziehungen zwischen je unterschiedlichen Elementen <em>ist</em>, ist das allenfalls zu allgemein, aber keine Vermengung. Kurz: Machtwirkungen sind eben das, was man untersucht. Man braucht dann keinen Begriff von &#8220;die Macht&#8221;, allenfalls von jenen, die &#252;ber diese verf&#252;gen. </p>
<p>Vermengt habe ich freilich diesen Ansatz, der von Michel Foucault stammt (und der irgendwo an den Schnittstellen von Soziologie, Politologie, Geschichtswissenschaft und Philosophie situiert ist) und sich teils in der Struktur von Institutionen zeigt, teils in dem, was diese produzieren, mit jenem Begriff kommunikativer Macht, wie er von Hannah Arendt und J&#252;rgen Habermas formuliert wurde. </p>
<p>Letzterer ist dann das &#196;quivalent zu dem, was M.M. v&#246;llig zu Recht anmerkt, dann, wenn er in klar definierten Verfahren instituionalisiert ist, die dann auch erm&#246;glichen, legitime von illegitimer Machtaus&#252;bung zu unterscheiden. </p>
<p>Und dann m&#252;&#223;test Du mir erl&#228;utern, wieso diese Form der Mitbestimmung im Politischen legitim ist, dies ist aber im Rahmen des &#214;konomischen nicht sein sollte.</p>
<p>PS: Bevor mir hier wieder jemand Name-Dropping unterschiebt &#8211; ich finde es einfach fair, Quellen anzugeben.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6014</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 12:15:28 +0000</pubDate>
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		<description>@M.M.

Du hast sicher Recht: Die fehlende Mitbestimmungsm&#246;glichkeit der B&#252;rger macht einen guten Teil der Probleme aus.

Das l&#246;st zwar nicht das Problem des Zuviels an Regulierung (da ist es mir egal, ob diese von den B&#252;rgern direkt oder Politikern indirekt verbrochen wird), aber ansonsten w&#228;re eine direktere Demokratie wohl schon ein Fortschritt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@M.M.</p>
<p>Du hast sicher Recht: Die fehlende Mitbestimmungsm&#246;glichkeit der B&#252;rger macht einen guten Teil der Probleme aus.</p>
<p>Das l&#246;st zwar nicht das Problem des Zuviels an Regulierung (da ist es mir egal, ob diese von den B&#252;rgern direkt oder Politikern indirekt verbrochen wird), aber ansonsten w&#228;re eine direktere Demokratie wohl schon ein Fortschritt.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: M.M.</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6013</link>
		<dc:creator>M.M.</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 12:09:51 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/#comment-6013</guid>
		<description>Interessante Diskussion hier. War mal kurz Mittagessen. Wenn ich jetzt von einem anderen Planeten k&#228;me - was ja schon fast der Fall ist - w&#252;rde ich sagen: den Leuten hier ist der Sinn der Politik abhanden gekommen. Die kennen nur noch aus der Tagesschau oder von Wetten dass....

Eine m&#246;gliche Erkl&#228;rung liegt darin, dass es heute nur noch die Politik der kleinen Schritte gibt, euer System aber auf die grossen Gesten angelegt ist und des weiteren, dass ihr als B&#252;rger eigentlich nie wirklich in den laufenden Prozess einbezogen werden - ich meine &#252;ber dumme Umfragen hinaus. 

Oder konntet ihr dar&#252;ber abstimmen, ob Polen zur EU stossen soll? Eben. Aber wir konnten dar&#252;ber befinden, ob die EU-B&#252;rger die Niederlassungsfreiheit in der Schweiz bekommen. Oder konntet ihr zu der EU-Verfassung etwas sagen? Eben. Wir haben &#252;ber die Vertr&#228;ge mit der EU abgestimmt. Oder wurdet ihr befragt, ob n&#228;chstes Jahr die Mehrwertsteuer erh&#246;ht werden soll? Eben. Bei uns gibt es keine Steuergesetz&#228;nderung ohne Votum durch das Volk. 

Wer mitreden kann, der tr&#228;gt auch Verantwortung. &#220;brigens - bei uns in der Schweiz sind die Politiker etwa &#228;hnlich unbeliebt, wie in Deutschland. Das ist auch gut so. Das h&#228;lt den Zustand der Verunsicherung hoch. Wenn dem nicht so w&#228;re, bilden die sich ein, sie h&#228;tten das Sagen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Interessante Diskussion hier. War mal kurz Mittagessen. Wenn ich jetzt von einem anderen Planeten k&#228;me &#8211; was ja schon fast der Fall ist &#8211; w&#252;rde ich sagen: den Leuten hier ist der Sinn der Politik abhanden gekommen. Die kennen nur noch aus der Tagesschau oder von Wetten dass&#8230;.</p>
<p>Eine m&#246;gliche Erkl&#228;rung liegt darin, dass es heute nur noch die Politik der kleinen Schritte gibt, euer System aber auf die grossen Gesten angelegt ist und des weiteren, dass ihr als B&#252;rger eigentlich nie wirklich in den laufenden Prozess einbezogen werden &#8211; ich meine &#252;ber dumme Umfragen hinaus. </p>
<p>Oder konntet ihr dar&#252;ber abstimmen, ob Polen zur EU stossen soll? Eben. Aber wir konnten dar&#252;ber befinden, ob die EU-B&#252;rger die Niederlassungsfreiheit in der Schweiz bekommen. Oder konntet ihr zu der EU-Verfassung etwas sagen? Eben. Wir haben &#252;ber die Vertr&#228;ge mit der EU abgestimmt. Oder wurdet ihr befragt, ob n&#228;chstes Jahr die Mehrwertsteuer erh&#246;ht werden soll? Eben. Bei uns gibt es keine Steuergesetz&#228;nderung ohne Votum durch das Volk. </p>
<p>Wer mitreden kann, der tr&#228;gt auch Verantwortung. &#220;brigens &#8211; bei uns in der Schweiz sind die Politiker etwa &#228;hnlich unbeliebt, wie in Deutschland. Das ist auch gut so. Das h&#228;lt den Zustand der Verunsicherung hoch. Wenn dem nicht so w&#228;re, bilden die sich ein, sie h&#228;tten das Sagen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6012</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 12:09:30 +0000</pubDate>
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		<description>@MomoRules

Ich bin philosophisch deutlich weniger beschlagen als du und kann nur hemds&#228;rmlig mitreden - aber ist es dem Erkenntnisgewinn f&#246;rderlich, die Folgen von Machtaus&#252;bung (oder dessen, was man daf&#252;r h&#228;lt) mit der Machtaus&#252;bung zu vermengen, wenn man erst einmal nur definieren m&#246;chte, was letztere ist?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@MomoRules</p>
<p>Ich bin philosophisch deutlich weniger beschlagen als du und kann nur hemds&#228;rmlig mitreden &#8211; aber ist es dem Erkenntnisgewinn f&#246;rderlich, die Folgen von Machtaus&#252;bung (oder dessen, was man daf&#252;r h&#228;lt) mit der Machtaus&#252;bung zu vermengen, wenn man erst einmal nur definieren m&#246;chte, was letztere ist?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: MomoRules</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6010</link>
		<dc:creator>MomoRules</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 12:03:20 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/#comment-6010</guid>
		<description>@Boche:

Macht ist nun wirklich ein ziemlich komplexes Thema, das auf Fragen des Eigentumsschutzes nun wirklich nicht reduzierbar ist. 

Macht ist, was Verhalten formt und Weltsichten pr&#228;gt, ganz allgemein gesprochen. Wenn beispielweise die Stasi daf&#252;r sorgte, da&#223; bestimmte Unterhaltungen nicht gef&#252;hrt wurden, weil ja ein Spitzel mit am Tisch sitzen k&#246;nnte, dann ist das ein Machtph&#228;nomen. Wenn Kids in der DDR mit zwei Wahrheiten aufwuchsen, einer offiziellen und informellen, ist das ein Machtph&#228;nomen. Wenn in einer TV-Sendung Tierversuche nicht kritisiert werden, weil ein Kosmetikkonzern Kopfsponsor ist, ist das ein Machph&#228;nomen. Wenn ganz viele auf die Stra&#223;e gehen und &quot;Wir sind das Volk&quot; rufen, oder aber in den Streik treten, um mehr Lohn zu erhalten, ist das ein Machtph&#228;nomen. Wenn ein Freilichtkino in einem Park schlie&#223;en mu&#223;, weil inmitten dessen ein Hotel gebaut wird, ist das ein Machtph&#228;nomen.

Ist jetzt ein w&#246;nziger Schl&#246;ck aus einem ganzen Keller voller F&#228;sser, sozusagen ... weil sich sofort Fragen nach legitimer und illegitimer Macht etc. anschlie&#223;en. Ein weites Feld, aber gerade auf diesem halte ich den klassischen Liberalismus f&#252;r naiv, man verzeihe mir.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Boche:</p>
<p>Macht ist nun wirklich ein ziemlich komplexes Thema, das auf Fragen des Eigentumsschutzes nun wirklich nicht reduzierbar ist. </p>
<p>Macht ist, was Verhalten formt und Weltsichten pr&#228;gt, ganz allgemein gesprochen. Wenn beispielweise die Stasi daf&#252;r sorgte, da&#223; bestimmte Unterhaltungen nicht gef&#252;hrt wurden, weil ja ein Spitzel mit am Tisch sitzen k&#246;nnte, dann ist das ein Machtph&#228;nomen. Wenn Kids in der DDR mit zwei Wahrheiten aufwuchsen, einer offiziellen und informellen, ist das ein Machtph&#228;nomen. Wenn in einer TV-Sendung Tierversuche nicht kritisiert werden, weil ein Kosmetikkonzern Kopfsponsor ist, ist das ein Machph&#228;nomen. Wenn ganz viele auf die Stra&#223;e gehen und &#8220;Wir sind das Volk&#8221; rufen, oder aber in den Streik treten, um mehr Lohn zu erhalten, ist das ein Machtph&#228;nomen. Wenn ein Freilichtkino in einem Park schlie&#223;en mu&#223;, weil inmitten dessen ein Hotel gebaut wird, ist das ein Machtph&#228;nomen.</p>
<p>Ist jetzt ein w&#246;nziger Schl&#246;ck aus einem ganzen Keller voller F&#228;sser, sozusagen &#8230; weil sich sofort Fragen nach legitimer und illegitimer Macht etc. anschlie&#223;en. Ein weites Feld, aber gerade auf diesem halte ich den klassischen Liberalismus f&#252;r naiv, man verzeihe mir.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: David</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6008</link>
		<dc:creator>David</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 12:00:07 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;man k&#246;nnte auch anders fragen, ob man der Politik, dem Staat eine derartige Machtf&#252;lle geben sollte, dass Eigenschaften wie “Charakterst&#228;rke” notwendig sind, um Schlimmeres zu vermeiden.&quot;

Implizite Behauptung: 
-Der Staat besitzt eine derartige Machtf&#252;lle, da&#223; Eigenschaften wie Charakterst&#228;rke notwenig sind um Schlimmeres zu vermeiden.

Impliziert des Weiteren:

-Wenn die Macht (des Staates) eine bestimmte Gr&#246;&#223;e &#252;berschreitet, dann sind Eigenschaften wie Charakterst&#228;rke notwendig, um Schlimmeres zu vermeiden.

Impliziert nach Kontraposition (Umkehrschlu&#223;):

-Wenn eigenschaften wie Charakterst&#228;rke nicht notwengi sind, um Schlimmeres zu vermeiden, dann &#252;berschreitet die Macht nicht eine bestimmte Gr&#246;&#223;e.

Einfacher: Wenn mir jemandes Charakterst&#228;rke schnurz sein kann, dann kann Machtf&#252;lle (bei diesem) nicht der Fall sein.

Impliziert wird keinesfalls, &quot;da&#223; “Charakterst&#228;rke” da schnurz sei, wo Machtf&#252;lle nicht der Fall ist&quot;.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;man k&#246;nnte auch anders fragen, ob man der Politik, dem Staat eine derartige Machtf&#252;lle geben sollte, dass Eigenschaften wie “Charakterst&#228;rke” notwendig sind, um Schlimmeres zu vermeiden.&#8221;</p>
<p>Implizite Behauptung:<br />
-Der Staat besitzt eine derartige Machtf&#252;lle, da&#223; Eigenschaften wie Charakterst&#228;rke notwenig sind um Schlimmeres zu vermeiden.</p>
<p>Impliziert des Weiteren:</p>
<p>-Wenn die Macht (des Staates) eine bestimmte Gr&#246;&#223;e &#252;berschreitet, dann sind Eigenschaften wie Charakterst&#228;rke notwendig, um Schlimmeres zu vermeiden.</p>
<p>Impliziert nach Kontraposition (Umkehrschlu&#223;):</p>
<p>-Wenn eigenschaften wie Charakterst&#228;rke nicht notwengi sind, um Schlimmeres zu vermeiden, dann &#252;berschreitet die Macht nicht eine bestimmte Gr&#246;&#223;e.</p>
<p>Einfacher: Wenn mir jemandes Charakterst&#228;rke schnurz sein kann, dann kann Machtf&#252;lle (bei diesem) nicht der Fall sein.</p>
<p>Impliziert wird keinesfalls, &#8220;da&#223; “Charakterst&#228;rke” da schnurz sei, wo Machtf&#252;lle nicht der Fall ist&#8221;.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6007</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 11:49:27 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/#comment-6007</guid>
		<description>@MomoRules

Dass du das Prinzip auf die Wirtschaft ausdehnen m&#246;chtest, zeigt, dass wir mit Macht nicht dasselbe meinen.

Ich meine damit die F&#228;higkeit, ungestraft durch ein Rechtssystem in die pers&#246;nliche Freiheit eines Menschen einzugreifen und mir sein Eigentum gegen dessen Willen anzueignen.
Und du?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@MomoRules</p>
<p>Dass du das Prinzip auf die Wirtschaft ausdehnen m&#246;chtest, zeigt, dass wir mit Macht nicht dasselbe meinen.</p>
<p>Ich meine damit die F&#228;higkeit, ungestraft durch ein Rechtssystem in die pers&#246;nliche Freiheit eines Menschen einzugreifen und mir sein Eigentum gegen dessen Willen anzueignen.<br />
Und du?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: MomoRules</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6004</link>
		<dc:creator>MomoRules</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 11:41:36 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/#comment-6004</guid>
		<description>@Boche:

&lt;blockquote&gt;&quot;dass man anders an das Thema Macht herangehen sollte. Indem man n&#228;mlich Machtf&#252;lle von vornherein zu vermeiden sucht, um nicht von unsicheren Voraussetzungen abh&#228;ngig zu sein.&quot;&lt;/blockquote&gt;

Das ist, soweit ich mich erinnere, das erste Mal, da&#223; wir uns einig sind ... ich w&#252;rde das allerdings auf Wirtschaft erweitern wollen, dieses Prinzip.

@Rayson:

&lt;blockquote&gt;&quot;Das einzige, was du logisch haltbar behaupten k&#246;nntest, dass nach Boche in Situationen ohne Machtf&#252;lle keine Charakterst&#228;rke erforderlich ist, um Schlimmeres zu verh&#252;ten.&quot;&lt;/blockquote&gt;

Habe ich das nicht so geschrieben? Na gut, mit &quot;schnurz&quot; vielleicht ein wenig pointiert, verkauft sich dann besser ;-) ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Boche:</p>
<blockquote><p>&#8220;dass man anders an das Thema Macht herangehen sollte. Indem man n&#228;mlich Machtf&#252;lle von vornherein zu vermeiden sucht, um nicht von unsicheren Voraussetzungen abh&#228;ngig zu sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das ist, soweit ich mich erinnere, das erste Mal, da&#223; wir uns einig sind &#8230; ich w&#252;rde das allerdings auf Wirtschaft erweitern wollen, dieses Prinzip.</p>
<p>@Rayson:</p>
<blockquote><p>&#8220;Das einzige, was du logisch haltbar behaupten k&#246;nntest, dass nach Boche in Situationen ohne Machtf&#252;lle keine Charakterst&#228;rke erforderlich ist, um Schlimmeres zu verh&#252;ten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Habe ich das nicht so geschrieben? Na gut, mit &#8220;schnurz&#8221; vielleicht ein wenig pointiert, verkauft sich dann besser <img src='http://www.bissige-liberale.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  &#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Rayson</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6002</link>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 11:32:52 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/#comment-6002</guid>
		<description>Falscher Umkehrschluss. 

Das einzige, was du logisch haltbar behaupten k&#246;nntest, dass nach Boche in Situationen ohne Machtf&#252;lle keine Charakterst&#228;rke erforderlich ist, um Schlimmeres zu verh&#252;ten. &#220;ber den m&#246;glichen Nutzen dieser Eigenschaft f&#252;r andere Zwecke sagt das aber nichts aus.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Falscher Umkehrschluss. </p>
<p>Das einzige, was du logisch haltbar behaupten k&#246;nntest, dass nach Boche in Situationen ohne Machtf&#252;lle keine Charakterst&#228;rke erforderlich ist, um Schlimmeres zu verh&#252;ten. &#220;ber den m&#246;glichen Nutzen dieser Eigenschaft f&#252;r andere Zwecke sagt das aber nichts aus.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-6000</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 11:30:38 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/#comment-6000</guid>
		<description>@MomoRules

&lt;blockquote&gt;Du hast ganz explizit die These aufgestellt, “Charakterst&#228;rke” sei da notwendig, wo Machtf&#252;lle sich ballt, sozusagen, und zwar, um Schlimmeres zu vermeiden, nicht etwa, um Gutes zu bewirken.&lt;/blockquote&gt;

Dies war nicht meine These sondern eine Beobachtung und Bewertung der Diskussion um die Vertrauensw&#252;rdigkeit von Politikern.
Meine These ist vielmehr, dass derlei Forderungen an menschliche Eigenschaften immer auf so unsicherem Grund basieren, dass man anders an das Thema Macht herangehen sollte. Indem man n&#228;mlich Machtf&#252;lle von vornherein zu vermeiden sucht, um nicht von unsicheren Voraussetzungen abh&#228;ngig zu sein.

Der von der get&#228;tigte Umkehrschluss ist weder zwingend noch sinnvoll. Aber vielleicht konnte ich dir das ja mit meinen Zeilen hier verdeutlichen.

&lt;blockquote&gt;PS: In Platons Gorgias hei&#223;t es, es sei immer noch besser, Unrecht zu erleiden, als Unrecht zu tun, was h&#228;lste denn davon?&lt;/blockquote&gt;

Das passt gut zu meiner oben dargelegten These:
Wenn man Machtf&#252;lle vermeiden will, sollte man besser nicht selbst nach Macht und damit nach der Gefahr des Unrecht verursachenden Machtmissbrauchs streben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@MomoRules</p>
<blockquote><p>Du hast ganz explizit die These aufgestellt, “Charakterst&#228;rke” sei da notwendig, wo Machtf&#252;lle sich ballt, sozusagen, und zwar, um Schlimmeres zu vermeiden, nicht etwa, um Gutes zu bewirken.</p></blockquote>
<p>Dies war nicht meine These sondern eine Beobachtung und Bewertung der Diskussion um die Vertrauensw&#252;rdigkeit von Politikern.<br />
Meine These ist vielmehr, dass derlei Forderungen an menschliche Eigenschaften immer auf so unsicherem Grund basieren, dass man anders an das Thema Macht herangehen sollte. Indem man n&#228;mlich Machtf&#252;lle von vornherein zu vermeiden sucht, um nicht von unsicheren Voraussetzungen abh&#228;ngig zu sein.</p>
<p>Der von der get&#228;tigte Umkehrschluss ist weder zwingend noch sinnvoll. Aber vielleicht konnte ich dir das ja mit meinen Zeilen hier verdeutlichen.</p>
<blockquote><p>PS: In Platons Gorgias hei&#223;t es, es sei immer noch besser, Unrecht zu erleiden, als Unrecht zu tun, was h&#228;lste denn davon?</p></blockquote>
<p>Das passt gut zu meiner oben dargelegten These:<br />
Wenn man Machtf&#252;lle vermeiden will, sollte man besser nicht selbst nach Macht und damit nach der Gefahr des Unrecht verursachenden Machtmissbrauchs streben.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: MomoRules</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-5995</link>
		<dc:creator>MomoRules</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 11:19:43 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/#comment-5995</guid>
		<description>@Rayson:

Nee, Umkehrschlu&#223;. Lies Dir mal durch, was Boche geschrieben hat, ich bewege mich ganz im Rahmen seines Postings.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Rayson:</p>
<p>Nee, Umkehrschlu&#223;. Lies Dir mal durch, was Boche geschrieben hat, ich bewege mich ganz im Rahmen seines Postings.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Rayson</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-5994</link>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 11:16:31 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/#comment-5994</guid>
		<description>&lt;em&gt;Was &#252;brigens impliziert, da&#223; “Charakterst&#228;rke” da schnurz sei, wo Machtf&#252;lle nicht der Fall ist, was moralphilosophisch zumindest originell ist&lt;/em&gt;

Seltsame Logik.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><em>Was &#252;brigens impliziert, da&#223; “Charakterst&#228;rke” da schnurz sei, wo Machtf&#252;lle nicht der Fall ist, was moralphilosophisch zumindest originell ist</em></p>
<p>Seltsame Logik.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: MomoRules</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-5992</link>
		<dc:creator>MomoRules</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 11:06:42 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/#comment-5992</guid>
		<description>@Boche:

Du hast ganz explizit die These aufgestellt, &quot;Charakterst&#228;rke&quot; sei da notwendig, wo Machtf&#252;lle sich ballt, sozusagen, und zwar, um Schlimmeres zu vermeiden, nicht etwa, um Gutes zu bewirken. Oder da&#223; man zumindest diese Frage stellen k&#246;nne. 

Was &#252;brigens impliziert, da&#223; &quot;Charakterst&#228;rke&quot; da schnurz sei, wo Machtf&#252;lle nicht der Fall ist, was moralphilosophisch zumindest originell ist ... die These mit dem Vermeiden von Schlimmeren ist in der Hinsicht auch nicht schlecht. 

PS: In Platons Gorgias hei&#223;t es, es sei immer noch besser, Unrecht zu erleiden, als Unrecht zu tun, was h&#228;lste denn davon?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Boche:</p>
<p>Du hast ganz explizit die These aufgestellt, &#8220;Charakterst&#228;rke&#8221; sei da notwendig, wo Machtf&#252;lle sich ballt, sozusagen, und zwar, um Schlimmeres zu vermeiden, nicht etwa, um Gutes zu bewirken. Oder da&#223; man zumindest diese Frage stellen k&#246;nne. </p>
<p>Was &#252;brigens impliziert, da&#223; &#8220;Charakterst&#228;rke&#8221; da schnurz sei, wo Machtf&#252;lle nicht der Fall ist, was moralphilosophisch zumindest originell ist &#8230; die These mit dem Vermeiden von Schlimmeren ist in der Hinsicht auch nicht schlecht. </p>
<p>PS: In Platons Gorgias hei&#223;t es, es sei immer noch besser, Unrecht zu erleiden, als Unrecht zu tun, was h&#228;lste denn davon?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-5990</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 10:55:05 +0000</pubDate>
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		<description>@MomoRules

Womit Machtf&#252;lle zu tun hat oder nicht, war nicht mein Thema.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@MomoRules</p>
<p>Womit Machtf&#252;lle zu tun hat oder nicht, war nicht mein Thema.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: MomoRules</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-5987</link>
		<dc:creator>MomoRules</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 10:47:40 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/#comment-5987</guid>
		<description>@Boche:

Stimmt, in der Wirtschaft braucht man ja auch keine &quot;Charakterst&#228;rke&quot; ... aber dann kann das mit Machtf&#252;lle nix zu tun haben ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Boche:</p>
<p>Stimmt, in der Wirtschaft braucht man ja auch keine &#8220;Charakterst&#228;rke&#8221; &#8230; aber dann kann das mit Machtf&#252;lle nix zu tun haben &#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-5986</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 10:43:11 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/#comment-5986</guid>
		<description>Stefan, man k&#246;nnte auch anders fragen, ob man der Politik, dem Staat eine derartige Machtf&#252;lle geben sollte, dass Eigenschaften wie &quot;Charakterst&#228;rke&quot; notwendig sind, um Schlimmeres zu vermeiden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Stefan, man k&#246;nnte auch anders fragen, ob man der Politik, dem Staat eine derartige Machtf&#252;lle geben sollte, dass Eigenschaften wie &#8220;Charakterst&#228;rke&#8221; notwendig sind, um Schlimmeres zu vermeiden.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Stefan Eich</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/comment-page-1/#comment-5982</link>
		<dc:creator>Stefan Eich</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 10:32:56 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2006/10/24/ethik-und-politikverdrossenheit/#comment-5982</guid>
		<description>Da stellt sich dann schon die Frage, mit welchen Charaktereigenschaften man ausgestattet sein mu&#223;, um &#252;berhaupt w&#228;hlbar zu sein und in wieweit sich dies  zum &quot; Wohle des Volkes &quot; auswirkt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Da stellt sich dann schon die Frage, mit welchen Charaktereigenschaften man ausgestattet sein mu&#223;, um &#252;berhaupt w&#228;hlbar zu sein und in wieweit sich dies  zum &#8221; Wohle des Volkes &#8221; auswirkt.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
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