22. Oktober 2006
Schröder
Ich gebe es zu. Ich bin ein Schröder-Fan. Schröder, das war jemand, der trotz verheerender Folgen für die Wahlergebnisse seiner Partei an etwas festgehalten hat, das er für richtig hielt. Schröder wagt es, die Herren Bsirske und Peters als das zu bezeichnen, was sie sind: Funktionäre, die im Interesse des Apparats einer Organisation handeln. Schröder kämpft mit offenem Visier.
Ok, da war dieser Realitätsverlust am Abend der Wahl. Aber das ist verzeihlich, den hat jeder Kanzler, der mindestens einmal wiedergewählt wurde. Und Schröder wurde oft wiedergewählt. Zwar nur einmal als Kanzler, aber vorher zwei Mal als Ministerpräsident. Und ok, da war dieser verträumte Blick auf Putin. Aber hey, wenn es dafür Gas gibt?
Und was mich endgültig für ihn einnimmt: Schröder sieht die heutige Realität so klar wie kaum einer.
Sehr zufrieden zeigt er sich auch mit dem Koalitionsvertrag der Großen Koalition. “Herausgekommen ist ein gemäßigt sozialdemokratisches Programm, das im Großen und Ganzen – mit anderen Akzenten hier und da – auch von einer rot-grünen Bundesregierung hätte getragen werden können”, schreibt Schröder. “So ist es doch eine sozialdemokratische Ära geworden, die wir 1998 eingeleitet hatten”.
Verfasst von Rayson um 23:14 Uhr in der Kategorie Innenpolitik, International, Politik (Trackback)
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