19. Oktober 2006
Ein Traum von der Untätigkeit
Beim Lesen dieser Verlautbarung kamen mir folgende Gedanken:
Um wieviel vernünftiger wäre unsere politische Ordnung doch, wenn derlei Erkenntnisse (hier über die Energiesparmöglichkeiten) von den Politikern lediglich als Empfehlungen und aufklärende Informationen an die Bürger weitergegeben würden.
Wenn sich Politiker also als Fachleute oder meinetwegen auch Schnittstellen zwischen Fachleuten und Bürgern verstünden.
Jeder Mensch ist doch in der Lage, das Energiesparthema zu verstehen und seine Schlüsse daraus zu ziehen. Ein guter Rat von Leuten, die sich damit beschäftigt haben, würde sicher nicht zurückgewiesen werden.
Aber nein: Unsere Politiker haben den Drang, “Macher” zu sein. Sie vertrauen nicht dem Bürger und seiner Fähigkeit, vernünftige Schlüsse zu ziehen. Sie meinen, ihm mit “Aktionsplänen”, “Programmen” und Gesetzen Beine machen, ihn zu seinem Besten anleiten zu müssen.
Wäre diese Anleitung wenigstens Hilfe im urprünglichen Sinne des Wortes! Also ein Geschenk einer Seite an die andere Seite zu dessen Wohl. Ein Geschenk, dass akzeptiert oder zurückgewiesen werden kann.
Aber nein, es ist kein Geschenk, keine Hilfe. Es ist lediglich Umverteilungs- und Bevormundungstheater.
Geld wird mir weggenommen, um es – meist, aber nicht immer – anderen zu geben. Wobei im Bürokratenapparat naturgemäß etwas hängenbleibt (die Verteiler und Verteilungsbegutachter möchten ja auch leben!) und damit immer weniger zurückfließt als abgepresst wurde.
Der Staat gibt nicht, nicht einmal ein bisschen. Er nimmt immer. Das ist seine Natur.
Aus Sicht der Bürokraten als solches definiertes Fehlverhalten wird durch Regeln, Durchführungsverordnungen, Richtlinien angegangen.
Wenn das nicht die erwünschten Effekte zeitigt, wird nachgeregelt, nachverordnet.
Das Ergebnis ist zwangsläufig eine durchregulierte Gesellschaft.
Drangsaliert durch einen Staat, der die Ressourcen, die ursprünglich zwischen Bürgern frei getauscht wurden, immer stärker umzulenken versucht, hin zu sich als zentralistischer Verteilungs- und Beherrschungsmoloch.
Also: Vorsicht, wenn sich ein Politiker als “Macher” verkauft!
Nur ein in grundsätzlichem Sinne unttätiger Politiker wäre ein guter Politiker!
Verfasst von Boche um 15:57 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, Politik (Trackback)
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