12. Oktober 2006
Demokratische Interessensvertretung
Was der FDP die Apotheker sind, sind den Grünen die Ökobauern. Die müssen in Zukunft anscheinend mit weniger Steuergeld auskommen als bisher. Und das bringt die Verteidiger der Umwelt natürlich auf die Palme.
Schuld daran ist die Verhandlungsführung von Bundeskanzlerin Merkel bei der finanziellen Vorausschau der EU, dank der Deutschland jährlich fast 700 Millionen Euro weniger für die ländliche Entwicklung und somit auch für die Förderung des Öko-Landbaus zur Verfügung stehen. Anstatt nun die fehlenden Gelder für die 2. Säule über eine Aufstockung der Mittel für die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) auszugleichen, kürzte die Bundesregierung in 2006 diesen Haushaltsposten um 50 Mio. Euro.
(Quelle)
Auf Deutsch: Die Grünen jammern darüber, dass die deutsche Regierung aus dem absurd aufgeblähten EU-Agrarhaushalt nicht mehr für ihre eigene, grüne Klientel herausgeholt hat und dies nicht durch nationales Steuergeldveruntreuung ausgleicht.
Aber gut – man kann der Ansicht sein, dass genau dies Aufgabe einer Partei im heutigen Parlamentarismus ist: Aus dem zwangsweise eingetriebenen Geld der Bürger ein möglichst großes Kuchenstück für diejenigen heraus zu schneiden, deren wirtschaftliche Interessen man vertritt.
Auch wenn schlichtere Gemüter heute noch zu meinen scheinen, etwas “für die Umwelt” zu tun, wenn sie die Partei wählen, die sich mit der Farbe des Chlorophylls schmückt. Quasi eine moderne, “demokratische” Form des Voodoo, Wahlzettel-Voodoo für Naturliebhaber und Weltuntergangsverängstigte …
Richtig verlogen werden die Ökos aber ein paar Absätze weiter unten. Da wagen sie es tatsächlich, die angebliche oder tatsächliche – was tuts zur Sache? – Begünstigung einer anderen Lobby-Gruppe unter Rückgriff auf den “Verbraucherwillen” zu attackieren:
Es ist eine klare Missachtung des Verbraucherwillens, wenn Gelder vermehrt in die Forschung zur grünen Gentechnik fließen, obwohl nach wie vor 70 % der Konsumenten diese Technik ablehnen, und Forschungsgelder für den Ökolandbau im gleichen Zug vermindert werden.
Statt dem Verbraucher tatsächlich die freie Wahl seiner Kaufentscheidung zu lassen, wird ihm das Geld abgenommen und im Kampf von Lobbyvereinen wie den Grünen an die jeweilige Klientel verteilt.
Mit dem Willen des Verbrauchers haben die Grünen nichts am Hut. Sie sind schlicht genauso verlogene Heuchler im Spiel der schwarzen, roten und (wollte man es leugnen?) gelben Verteiler des vom Bürger erpressten Schutzgeldes namens “Steuer”.
Das Spiel nennen sie übrigens Demokratie.
Verfasst von Boche um 16:01 Uhr in der Kategorie Innenpolitik, International, Politik, Wirtschaftspolitik (Trackback)
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