Tag gegen Digital Rights Management

Heute, am 3. Oktober, ist der “erste internationale Tag gegen den Kopierschutz” – näheres hier:
netzpolitik: Digital Rights Management.

“Digital Rights Management” (DRM) oder als “Technological Protection Measures” (TPM) sind, glaubt man ihren Befürwortern, allein dazu da, Urheberrechtsverletzungen zu verhindern. Das mag legitim sein, allerdings ist es schon heute so, dass DRM auch völlig legale Computer-Nutzungen erheblich einschränkt – angefangen beim Recht auf die Privatkopie.

Das ist allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Diese Technik muß, um überhaupt wirksam zu sei, die Nutzer eines Computers oder anderen Geräte nach dem Willen Dritter drastisch beschränken – mit oder ohne Einwilligung des Nutzers. DRM erfordert massive Eingriffe in Gesetzgebung, Verbraucher- und Bürgerrechte und in die die Infrastruktur – der Schaden für den freien Informationsaustausch überwiegt den Nutzen durch etwas, was gern als “ausgefeilter Kopierschutz” verkauft wird, bei weitem.

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30 Kommentare zu “Tag gegen Digital Rights Management”

  1. 3.10.2006 | 15:15

    Und gleich noch ein Link dazu.

  2. R.A.
    4.10.2006 | 10:34

    Schwieriges Thema.

    Lassen wir mal die Grundsatzdiskussion über Sinn und Wesen von geistigem Eigentum beiseite.

    Pragmatisch betrachtet scheinen bisher nur zwei sehr schlechte Extreme zur Auswahl zu stehen:

    Einerseits die konsequente Durchsetzung von Copyright mit Hilfe von DRM, was zu den beschriebenen Rechteeinschränkungen für die Nutzer und allgemein zu großen Hindernissen für die normale Verwendung von Geräten führt.

    Andererseits das völlig freie Kopieren, was mittelfristig die Gefahr bedeutet, daß deutlich weniger der gewünschten Inhalte produziert wird, weil die Produzenten nichts mehr damit verdienen können.

    Bisher sehe ich keinen vernünftigen Mittelweg, um die verschiedenen Interessen in praktikabler Weise miteinander in Einklang zu bringen.

    Die völlig berechtigte und sinnvolle Anti-DRM-Kampagne wird aber nur dann Erfolg haben können, wenn man auch eine realistische Alternative zu DRM aufzeigen kann.

  3. 4.10.2006 | 11:02

    @R.A.

    Der einzige “Mittelweg”, den ich sehe:

    Wenn wir es schaffen, dass der Staat sich nicht länger zum Büttel der Verwertungsindustrie macht, also z.B. solchen Quatsch wie das Verbot von Programmen zur Umgehung von Kopierschutz vermeiden, könnten die Anbieter über mehr oder weniger fragwürdige Vertragskonstrukte den Staat nur noch zur Durchsetzung ihrer dadurch erworbenen zivilrechtlichen Ansprüche heranziehen. Aber auf dem üblichen Weg, d.h. ohne auf staatsanwaltliche Ermittlungen zurückgreifen zu können.

    De facto haben wir nämlich jetzt den Sonderfall, dass der Staat in einer zivilrechtlichen Auseinandersetzung als Arm einer bestimmten Partei agiert, z.B. indem er dieser die Namen möglicher Beklagter serviert.

    Das wäre der rechtliche Mittelweg, der aber meiner Meinung nach letztlich in einer Freigabe des reinen Kopierens enden wird, weil die Unterhaltungsindustrie gegen die Kopierer letztlich immer den Kürzeren ziehen wird. Das derzeitige Angebot an Unterhaltung würde also deutlich zurückgehen. Wer das nicht will, braucht den oben beschriebenen Zustand einer Kumpanei zwischen Kapital und Staat, wie ein Marxist es sich nicht hätte besser erträumen können.

    Ich weiß, welche der beiden Alternativen ich wählen würde.

    Darüber hinaus halte ich es auch für wenig sinnvoll, neue technische Entwicklungen durch alte Rechtsregeln aufhalten zu wollen. Lawrence Lessig bringt in seinem Buch den Fall, dass die herkömmliche Rechtsauffassung in den USA, zum Recht eines Grundbesitzers gehöre auch die Nutzung des Raumes über dem Grundstück quasi bis in Weltall, mit dem Auftreten von Flugzeugen revidiert wurde.

    Das hieße hier analog, dass man Urheberrecht künftig nicht mehr allein an das Vervielfältigen von Bild- und Tonträgern koppeln kann. Die Urheber müssten also andere Wege finden, ihr Recht zu Geld zu machen. Ich bin da sehr zuversichtlich: Der Markt als Entdeckungsverfahren wird auch dann funktionieren. Allerdings werden die großen Unterhaltungskonzerne das wohl nicht überleben. Deswegen ist dieser Kampf, der da zur Zeit geführt wird, eigentlich weniger einer zwischen Konsument und Urheber, sondern mehr einer zwischen Konsument und Anbieter einer obsoleten Dienstleistung.

  4. R.A.
    4.10.2006 | 11:16

    @Rayson:
    Mit anderen Worten, Du siehst auch keinen Mittelweg.
    Denn wie Du selber schreibst ist der “Mittelweg” des Verzichts auf Rechtschutz durch den Staat keiner, weil man ein Recht in die Tonne treten kann, wenn man nicht die Möglichkeit bekommt, es innerhalb der Rechtsordnung durchzusetzen.

    Ich bin aber nicht so optimistisch, ob im dann de facto rechtsfreien Raum wirklich so problemlos neue Wege gefunden werden, um mit der Schaffung von Inhalten auch seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

    Bei Musik mag das noch gehen, bei Software weniger.

    Mir wäre es ja persönlich recht egal, wenn irgendein Unterhaltungskonzern pleite ginge.

    Aber wenn ich so über Mac und Palm schaue, was ich täglich an Programmen verwende (und nicht missen will), dann gibt es da zwar einiges an Freeware, aber eben auch viel was mit Sicherheit nie entstanden wäre, wenn die Programmierer nicht mit dem Verkauf Geld verdienen könnten.

    Ähnliches gilt für Bücher und Filme, die halt deutlich aufwendiger sind in der Herstellung als Musik.

  5. 4.10.2006 | 11:36

    @R.A.

    Denn wie Du selber schreibst ist der “Mittelweg” des Verzichts auf Rechtschutz durch den Staat keiner, weil man ein Recht in die Tonne treten kann, wenn man nicht die Möglichkeit bekommt, es innerhalb der Rechtsordnung durchzusetzen.

    Das sehe ich nicht so. Denn die Unterhaltungsindustrie kann ihr Recht eben nicht “innerhalb der Rechtsordnung” durchsetzen, sondern nur, wenn für sie ein neues, eigenes Recht geschaffen wird, das den Staat quasi zu einem Dienstleister für sie macht. Schlimm genug, wenn der Staat mir zur Erfüllung seiner Kernaufgaben hoheitlich-zwingend gegenübertritt, aber dass er diese Kompetenzen zur Sicherung eines Geschäftsmodells nutzt, das ist dann doch ein wenig zu viel des Guten.

    “Aber wenn ich so über Mac und Palm schaue, was ich täglich an Programmen verwende (und nicht missen will), dann gibt es da zwar einiges an Freeware, aber eben auch viel was mit Sicherheit nie entstanden wäre, wenn die Programmierer nicht mit dem Verkauf Geld verdienen könnten.”

    Da hat man als Linuxer eine etwas andere Sichtweise ;-)

    Aber wollen wir das auch nicht zu pessimistisch sehen: Es gibt Kunden, denen die Umgehung von Kopierschutz einfach zu umständlich ist. Auch dadurch entstehen Opportunitätskosten, und die bilden dann den Preisrahmen für den Erlös aus Datenträgern. Wenn wir bei dem von mir skizzierten “Mittelweg” bleiben, ist die “Freigabe” ja beschränkt, und zwar weitestgehend auf die von Privat zu Privat. Junge Menschen mit technischem Interesse, viel Zeit und wenig Geld werden dann eben wie heute kopieren, was das Zeug hält, andere einfach wie ich die CD kaufen (aber nur, wenn ich sie auch überall abspielen und auf meinen MP3-Player überspielen kann!).

    Das heißt, die Umsätze werden nur beschränkt, aber nicht verhindert. Eigentlich status quo 2004.

  6. Llarian
    4.10.2006 | 13:18

    Ich denke das ganze kann nur über gegenseitiges Verständnis funktionieren, es ist auch eine Frage des Einsehens von Notwendigkeiten. Mein Windoof ist gekauft, schlicht weil es seine 120 Euronen wert ist, jahrelang tut (okay, so gut wie Windows eben tut….) , geupdated wird und nicht zuletzt weil es eine Menge Ärger bringt mit einer Raubkopie erwischt zu werden. Auch meine Spiele sind nahezu alle rechtmässig erworben (zumindest aus den letzten Jahren) Bei Musik-CDs oder gar DVDs sieht es gänzlich anders aus. Ich habe wenig Lust einen Film zu kaufen, den ich nur einige Jahre nutzen darf, nicht kopieren darf, nicht auf beliebiges Format bringen kann, etc. pp. und der dann absurde Summen von 20 Euro und mehr kostet, Da bleibt der Film beim Händler oder wird schlicht und einfach kopiert.
    Wenn man nicht gerade in einem Polizeistaat leben will (wovon die Content Industrie träumt), dann kann es nur darüber funktionieren, dass ein gewisses Verständnis zwischen beiden Parteien vorherscht. Mit Digital Restrictions Management und Aktionen wie “Raubkopierer sind Verbrecher” (eigentlich müsste es ja eher heissen “Raubkopierer sind Terroristen”) vergrätzt sich die Industrie noch die letzten Kunden. Man sollte eins nicht vergessen, ein schlechtes Gewissen hat man nahezu nie gegenüber jemanden, den man selber als Dieb emfindet. Und die grenzenlose Gier der Contentindustrie, die sich dann in Ländercodes, Zeitlizenzen und Weiterverkaufsverboten niederschlägt, schadet ihr auf die lange Sicht in verheerender Weise.

  7. R.A.
    4.10.2006 | 14:37

    @Rayson:
    > Denn die
    > Unterhaltungsindustrie
    > kann ihr Recht eben
    > nicht “innerhalb
    > der Rechtsordnung”
    > durchsetzen, …
    Jetzt sind wir wieder bei der Grundsatzdiskussion, das ist doch fruchtlos.

    Es ist bei uns nun mal so, daß man seine Rechte nicht persönlich mit dem Knüppel umsetzt, sondern nur über das, was der Staat als Gesetze vorgegeben hat.

    Wir sollten hier nicht darüber reden, ob der Staat für irgendwen “den Büttel” macht, sondern darüber, wie man pragmatisch die verschiedenen Interessen ausgleichen könnte.

    > Da hat man als
    > Linuxer eine etwas
    > andere Sichtweise
    > ;-)
    Gerne. Aber so sehr ich Linux und in diesem Sektor üblichen Geschäftsmodelle schätze: Das funktioniert halt nur in einigen Bereichen.

    > Es gibt Kunden,
    > denen die Umgehung
    > von Kopierschutz
    > einfach zu
    > umständlich ist.
    Richtig – muß aber nicht für einen Geschäftserfolg reichen.
    Vor allem ist Kopierschutz ja schon eine Vorstufe zu DRM, d.h. schränkt den ehrlichen Benutzer ein.

    > Eigentlich status
    > quo 2004.
    Und mit genau dem bin ich nicht zufrieden. Weil eben die bisherigen Erfahrungen mit Kopieren dafür sorgen werden, daß neue schöne Geschäftsfelder gar nicht erst entstehen werden.
    Und das bedaure ich nicht nur für die betroffenen Geschäftsleute, sondern vor allem für die potentiellen Kunden.

  8. R.A.
    4.10.2006 | 14:43

    @Llarian:
    > Ich denke das ganze
    > kann nur über
    > gegenseitiges
    > Verständnis
    > funktionieren, …
    Exakt.

    Es wäre viel gewonnen, wenn die Szene mal darauf verzichten würde es als Menschenrecht zu sehen, alles umsonst kriegen zu dürfen.

    Wenn es der Kreativität der Anti-DRM-Bewegung gelingen würde, eine praktikable Alternative zu entwickeln, die eben auch mal die Interessen der Urheber respektiert, dann würden die DRM-Lobbyisten beim Gesetzgeber keinen Stich mehr machen.

    > Und die grenzenlose
    > Gier der
    > Contentindustrie,
    > die sich dann in
    > Ländercodes,
    > Zeitlizenzen und
    > Weiterverkaufsverboten
    > niederschlägt …
    Völlige Zustimmung.

    Nur sind das letztlich hilflose Reaktionen, um überhaupt noch mit der Situation fertig zu werden.
    Ohne diese Maßnahmen würde es in kurzer Zeit den DVD-Markt und damit fast das komplette Angebot dort nicht mehr geben.

  9. 4.10.2006 | 14:50

    @R.A.

    Jetzt sind wir wieder bei der Grundsatzdiskussion, das ist doch fruchtlos.

    Ich sehe nicht, dass wir da sind. Dass zur Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche, die ich hier im Gegensatz zur “Grundsatzdiskussion” mal als gegeben annehme, der Staat für die Schaffung immer neuer Straftatbestände in Anspruch genommen wird, sollte aber bei Liberalen die Alarmglocken klingeln lassen.

    Vor allem ist Kopierschutz ja schon eine Vorstufe zu DRM, d.h. schränkt den ehrlichen Benutzer ein.

    Ist doch Sache jedes Anbieters, wie verkrüppelt er sein Angebot gestaltet. Und Sache der Kunden, wie sie damit umgehen.

    Weil eben die bisherigen Erfahrungen mit Kopieren dafür sorgen werden, daß neue schöne Geschäftsfelder gar nicht erst entstehen werden.

    Ich erlaube mir, von Geschäftsfeldern, die nur durch neue Strafrechtsparagrafen entstehen, nicht viel zu halten. Obwohl man sich da mit etwas Fantasie viele tolle neue Ideen vorstellen könnte. Aber das ist nun wirklich keine Staatsaufgabe…

  10. 4.10.2006 | 14:51

    Ohne diese Maßnahmen würde es in kurzer Zeit den DVD-Markt und damit fast das komplette Angebot dort nicht mehr geben.

    Sorry, das ist Unsinn. So lange man damit Geld verdienen kann, wird es das geben. Auch wenn es nicht die Milliarden sind, die sich heute mancher erträumt.

  11. R.A.
    4.10.2006 | 15:25

    @Rayson:
    > Ist doch Sache
    > jedes Anbieters,
    > wie verkrüppelt
    > er sein
    > Angebot gestaltet.
    > Und Sache der
    > Kunden, wie sie
    > damit umgehen.
    Kann man so sehen.
    Und dann muß man auch die logische Konsequenz akzeptieren: Das Angebot wird schlechter sein als technisch möglich und viel kleiner, als das Kundeninteresse eigentlich zuließe.

    Ich finde diese Konsequenz ziemlich ärgerlich.

    > Ich erlaube mir,
    > von
    > Geschäftsfeldern,
    > die nur durch
    > neue
    > Strafrechtsparagrafen
    > entstehen, nicht
    > viel zu halten.
    Dann verzichten wir also auf einen möglichen Fortschritt, weil wir lieber die Staatsphobie pflegen?

    Das ist mir zu doktrinär.

    Vor allem dann, wenn am neuen Geschäftsbereich Uninteressierte von den Maßnahmen gar nicht betroffen wären (im Unterschied also zu diversen DRM-Plänen, die z. B. die normale PC-Funktionalität verkrüppeln würden).

    Mal ein konkretes Beispiel:
    Gute Ebook-Geräte sind kurz vor der Marktreife (also nicht die popeligen Miniscreens, die bisher als Ebooks verkauft wurden).

    Siehe aktueller c’t-Artikel zu E-Ink.

    Man könnte dann für einige hundert Euro ein Gerät kaufen, daß Taschenbuchgröße hat und in hervorragender Qualität wie ein Buch lesbar ist.
    Aber einige hunderttausend Bücher speichern könnte.

    Um ein zusätzliches Buch zu kaufen, müßte man nur wenige Euro berechnen – eben die Autoren- und Verlagskosten, Produktionskosten im eigentlichen Sinne fielen fast nicht mehr an.

    Diese Ebücher würden keine Bildbände oder bibliophilen Nischen ersetzen, aber fast das komplette Spektrum der Unterhaltungsliteratur, Romane, Krimis etc.

    So ein Ding hätte ich gerne, wünsche ich mir schon seit Jahren.
    Nicht nur weil es deutlich billiger wäre, sondern weil mir die Wohnung überquillt vor Büchern.

    Das wäre ein richtig schönes neues Geschäftsfeld, ich würde da auch einige hundert Euro jährlich lassen.

    Aber so wie es heute aussieht, wird es das nicht geben. Weil es zwar technisch machbar sein wird, aber der Rechtsschutz unzureichend ist – die Verlage werden das nicht machen, nicht machen können.

    Das finde ich persönlich richtig blöde.
    Und reduziert mein eigentlich vorhandenes Verständnis für die Anti-DRM-Kampagne auf kurz über Null.

  12. 4.10.2006 | 15:35

    Interessant könnte, nebenbei, auch ein Vergleich mit dem ‘klassischen’ Strafrecht sein, wenn ich auch noch nicht weiß, welche Schlüsse daraus genau gezogen werden sollten. Während dort nämlich Diebstahl ein Straftatbestand ist, ist es die sogenannte ‘Sachentwendung’ nicht. Der Unterschied liegt dabei im Vorhanden- oder Nichtvorhandensein einer Aneignungsabsicht. Wenn ich das Siemens-Handy meines Nachbarn stibitze, um es selbst zu benutzen, ist das strafbarer Diebstahl. Wenn ich es nach dem Stibitzen aber irgendwo auf einer Parkbank deponiere, beispielsweise, ist das Sachentwendung und nur zivilrechtlich von Belang.
    Wieder einmal hängen die Urheberrechte irgendwo in der Mitte: Einerseits besteht beim Kopierenden (bzw. dem Nutzer der Kopie) schon so etwas wie eine Aneignungsabsicht (hier Nutzungsabsicht) die beim Diebstahl charakteristisch ist, andererseits ist nicht einmal das Charakeristikum der Sachentwendung erfüllt, nämlich ein objektiver Verlust beim Opfer. Stattdessen liegt nur der ‘Verlust’ hypothetischer Einnahmen vor.

  13. 4.10.2006 | 15:45

    @R.A.

    Straftatbestände als Treiber des Fortschritts? Nein, danke. Den Vorwurf “Staatsphobie” nehme ich da als Auszeichnung entgegen – ich mag es tatsächlich nicht, wenn dem Strafgesetzbuch immer neue Tatbestände hinzugefügt werden. Schon gar nicht, wenn damit vor allem die Interessen einer Industrie bedient werden sollen.

    Und schau dir doch mal an, was bei E-Books wirklich abgeht, wie stark da deine Recht gegenüber den vorherigen als Nutzer eines normalen Buches aus Papier eingeschränkt werden. Im Umkehrschluss deiner Argumentation hätten wir schon kaum normale Bücher haben können, weil diese den Rechteverwerter begünstigenden Nutzungsrestriktionen früher aufgrund technischer Umstände nicht durchgesetzt werden konnten. Ein Jammer, dass das Verleihen von Büchern noch nicht unter Strafe stand…

    Warten wir’s doch mal ab. Ich behaupte, dass es E-Books mit komplettem Angebot geben wird, wenn sie für den Verbraucher einen Zusatznutzen bringen. Auch ganz ohne den Staat als Knecht der Industrie. Du kannst ja auch gerne mit dem Anbieter einen Vertrag abschließen, in dem du ihm gegenüber weitgehend auf Privatsphäre verzichtest, damit er die Einhaltung der Vertragsregeln jederzeit überprüfen kann.

  14. 4.10.2006 | 15:48

    Wenn ich es nach dem Stibitzen aber irgendwo auf einer Parkbank deponiere, beispielsweise, ist das Sachentwendung und nur zivilrechtlich von Belang.

    In einem solchen Fall würde es sich möglicherweise dennoch um Diebstahl handeln, falls man das Handy in der Zeit zwischen Stibitzen und Ablage auf der Parkbank als angeeignet betrachtet. Der prinzipielle Unterschied zwischen Sachentwendung und Diebstahl besteht aber dennoch.

  15. R.A.
    4.10.2006 | 16:24

    @Rayson:
    > Straftatbestände
    > als Treiber des
    > Fortschritts?
    Als Vereinfacher des Fortschritts – warum nicht?

    Mal als Erinnerung: Als der elektrische Strom aufkam, mußte dafür ein eigener Paragraph ins Gesetzbuch. Weil vorher Stromdiebstahl (weil Strom keine dingliche Sache ist) nicht zu ahnden war.

    Auch ohne dieses Gesetz hätte sich die Nutzung der Elektrizität verbreitet. Aber alles deutlich teurer, langsamer und umständlicher, weil die E-Werke technischen Zusatzaufwand hätten treiben müssen, um ihre Leitungen zu schützen.

    Wem wäre damit gedient gewesen, auf diesen neuen Paragraphen zu verzichten?
    Hätten E-Werke und Kunden die Nachteile tragen sollen, nur damit einige Schmarotzer straflos bleiben?

    > Schon gar nicht,
    > wenn damit vor
    > allem die
    > Interessen einer
    > Industrie bedient
    > werden sollen.
    Warum nicht?
    Wesentlich ist doch nicht, ob es eine pöse Industrie ist, sondern ob ihre Ansprüche legitimer sind als die des potentiellen Stromdiebs.
    Nicht zu vergessen die Interessen der Kunden, denen nun wirklich nicht damit geholfen ist, daß andere Leute sich kostenlos bedienen.

    > Und schau dir doch
    > mal an, was bei
    > E-Books wirklich
    > abgeht, …
    Eben fast nix, nur ein bißchen teure Crippleware.
    Weil wir keine brauchbaren Mechanismen haben, um die Interessen aller Beteiligten fair zu wahren.

    > Im Umkehrschluss
    > deiner
    > Argumentation
    > hätten wir schon
    > kaum normale
    > Bücher haben
    > können, …
    Hätten wir auch nicht, wenn man Bücher so kostenlos und einfach kopieren könnte wie Dateien.

    > Ich behaupte, dass
    > es E-Books mit
    > komplettem Angebot
    > geben wird, wenn
    > sie für den
    > Verbraucher einen
    > Zusatznutzen
    > bringen.
    Nein, kann es nicht geben, solange es für die Verlage nur einen Zusatzschaden gibt.

    > Du kannst ja auch
    > gerne …
    > weitgehend auf
    > Privatsphäre
    > verzichtest, …
    Eben das ist eben das andere Extrem, das will ich ja auch nicht (siehe Eingangsbeitrag).

    Bei diesem Thema prallen eben zwei extreme Formen von Gier aufeinander.
    Zum Einen die DRM-Industrie, die sich möglichst noch jede Hörprobe vergolden lassen möchte.
    Zum Anderen die Anti-DRM-Aktivisten mit ihrer Freibier-Mentalität, die immer nur alles kostenlos abgreifen wollen.

    Beides nicht mein Ding.

  16. R.A.
    4.10.2006 | 16:29

    Übrigens noch ein Geschäftsbereich, der bisher nicht entstehen konnte: Video on Demand.

    Llarian schreibt zu Recht:
    “Ich habe wenig Lust einen Film zu kaufen, den ich nur einige Jahre nutzen darf, nicht kopieren darf, nicht auf beliebiges Format bringen kann, etc. pp. und der dann absurde Summen von 20 Euro und mehr kostet, ”

    Eigentlich will ich Videos bzw. DVD überhaupt nicht kaufen.
    Die meisten Filme will man sich überhaupt nur einmal anschauen.
    Oder das zweite Mal vielleicht einige Jahre später.
    Und bis dahin will man doch nicht den ganzen Schmonzes speichern, brennen, auf neue Hardware kopieren etc.

    Was ich eigentlich will, ist mir den Film anschauen.
    Einmal runterladen, glotzen, weg damit.
    Ohne weitere Rechte zu erwerben, für wenige Euro.

    Auch diese Kundenwünsche werden mangels vernünftiger Rechtsgrundlage und entsprechender Technik nicht erfüllt werden.

  17. 4.10.2006 | 17:09

    @R.A.

    Bei diesem Thema prallen eben zwei extreme Formen von Gier aufeinander.

    Ja und? Muss ich mich als Staat deswegen auf die Seite der einen davon schlagen?

    Auch diese Kundenwünsche werden mangels vernünftiger Rechtsgrundlage und entsprechender Technik nicht erfüllt werden.

    Im Moment sind das nur Kunden”wünsche”, aber keine Nachfrage. Das heißt, nehmen täte man’s schon gern, nur der Preis ist viel zu hoch. An der Rechtsgrundlage scheitert es garantiert nicht, wenn es hier keinen Markt gibt.

    Und wie gesagt: Die Kunden, die ihre Privatsphäre gerne gegen die ihnen genehme Form der Unterhaltung eintauschen möchten, können das ja mit der Industrie vereinbaren. Aber als Straftatbestand haben deren Verwertungsinteressen nichts zu suchen.

  18. Llarian
    4.10.2006 | 17:26

    Es wäre viel gewonnen, wenn die Szene mal darauf verzichten würde es als Menschenrecht zu sehen, alles umsonst kriegen zu dürfen.

    Ich glaube, die “Szene” ist eigentlich ziemlich unwichtig. Die diversen Netzanarchisten, Kommunisten und was es da so alles gibt, machen nicht den breiten Markt aus. Das Problem für die Contentprovider ist weniger die Szene, als das der normale Hanswurst von nebenan für sich in Anspruch nimmt, etwas kopieren zu können. Der würde vielleicht auch etwas Verständnis für Urheber aufbringen, wenn es ihm nicht so systematisch zerstört würde, wie derzeit.

    Nur sind das letztlich hilflose Reaktionen, um überhaupt noch mit der Situation fertig zu werden.

    Nein, das ist es leider nicht. Ländercodes sind keine Reaktion auf irgendeine Situation, sondern die reine Gier. Lizenzen die den Weiterverkauf von gebrauchter Software unterbinden sind reine Gier. Und auch der Versuch durch Zeitlizenzen mehr und mehr aus dem Kunden zu pressen ist reine Gier. Und genau für dieses Verhalten gibt es beim Konsumenten kein Verständnis. Meins auch nicht.

    Ohne diese Maßnahmen würde es in kurzer Zeit den DVD-Markt und damit fast das komplette Angebot dort nicht mehr geben.

    Das ist ein sehr sinnentsprechendes Zitat der Contentindustrie im Betamax-Prozess. Und dennoch ist das Abendland nicht untergegangen, im Gegenteil, der bis dahin ungeliebte Videomarkt ist explodiert und die Contentindustrie hat verdient ohne Ende. Nehmen wir den DVD Markt als Beispiel. Wen will man denn bitte mit CSS erschrecken ? Selbst Hans Dampf von nebenan kann diesen “Schutz” (Witz ist treffender) überwinden und perfekte digitale Kopien anfertigen. Und ? Hat das jetzt jemandem geschadet ? Im Gegenteil, mit DVDs wird heute bald mehr Geld verdient als mit Kinos, das war früher absolut gegenteilig. Die Industrie rechnet sich mit fingierten Zahlen arm (indem sie alle Rohlinge, die verkauft werden, als “IHREN” Verlust rechnet…..), verdient sich aber dumm und dusselig. Sie wollen sich halt nur dümmer und noch viel dusseliger verdienen, das ist das Problem. Und nur weil die das wollen, sollen sich alle anderen einschränken. So funktioniert es aber nicht. Ich nehme eine gewisse Einschränkung hin, weil es einen Sinn geben soll, dass Menschen Kunst oder Software schaffen, aber ich schränke mich nicht mehr und mehr ein, weil die den Hals nicht voll kriegen.

  19. R.A.
    4.10.2006 | 18:22

    @Rayson:
    > Muss ich mich als
    > Staat deswegen auf
    > die Seite der einen
    > davon schlagen?
    Jetzt wäre ich fast geneigt mich ein wenig ärgern zu wollen.
    Habe ich nicht oft genug geschrieben, daß ich dies eben nicht will?

    > Im Moment sind das
    > nur Kunden”wünsche”,
    > aber keine Nachfrage.
    Ja logisch, weil das nicht angeboten werden kann. Zahlen würde ich es schon.

    Wobei es in der Tat dabei keine Notwendigkeit gibt, in der Privatsphäre rumzuschnüffeln, das habe ich auch nirgends gefordert oder unterstützt.

  20. R.A.
    4.10.2006 | 18:36

    @Llarian:
    > Ich glaube, die
    > “Szene” ist
    > eigentlich ziemlich
    > unwichtig.
    Schwer zu sagen. Bisher hat sie die Gesetzgebung offensichtlich nicht sehr beeinflussen können – aber gerade das soll ja mit dem Anti-DRM-Tag geändert werden.

    Es ist “der Szene” aber schon gelungen bei Millionen Menschen die Vorstellung zu etablieren, sie dürften sich kostenlos alles abgreifen, was ihnen irgendwie in die Finger kommt.

    Ich gebe Dir völlig recht, daß das Verhalten gerade diverser Musikproduzenten ihr Anliegen nicht sympathischer macht.

    Es ist aber noch ein Riesenunterschied, wenn man etwas schwarz kopiert, weil die offiziellen Konditionen eine Zumutung sind, oder ob man grundsätzlich davon ausgeht, eine Bezahlung für Inhalte oder Software zu wollen wäre sitten- und menschenrechtswidrig.

    > Ländercodes sind
    > keine Reaktion auf
    > irgendeine Situation,
    > sondern die reine
    > Gier.
    > …
    Ja, ja, und doch wieder Nein.
    “Gier” ist ohnehin keine vernünftige Bezeichung in einer Marktwirtschaft.
    Es gibt ja durchaus einen ordentlichen Wettbewerb bei den diversen Content-Anbietern. Trotzdem scheinen sich kundenfreundliche, faire Modelle nirgends durchzusetzen.
    Vielleicht ist es ja so (ich kenne die internen Kalkulationen nämlich nicht – kennst Du sie?), daß man die vielen schwarzkopierenden Schmarotzer nur dann aushält, wenn man die paar Ehrlichen/Dummen, die man zu fassen kriegt, dann “gierig” richtig ausquetscht.

    Nur so ein subjektiver Eindruck von mir, die ganze Chose ist ja extrem intransparent.

    > Ich nehme eine
    > gewisse Einschränkung
    > hin, weil es einen
    > Sinn geben soll,
    > dass Menschen Kunst
    > oder Software
    > schaffen …
    Exakt.
    Und mehr als das akzeptiere ich auch nicht.
    Aber leider fehlen bisher wohl geeignete Verfahren, um mit zumutbaren Einschränkungen einen ehrlichen Handel zu ermöglichen.

    Was ich halt sehr bedauere, nicht nur wegen der Ebücher.

  21. 4.10.2006 | 23:43

    Wohin der Hase so läuft, steht z.B. hier.

  22. 5.10.2006 | 13:56

    Eine ganz naive Frage. Was ist an einem Kopierschutz aus liberaler Sicht auszusetzen, wenn er bereits bei Erwerb eines Datenträgers für den Käufer bekannt und somit Bestandteil eines legalen Kaufvertrags ist (z.B. die extra gekennzeichnete kopiergeschützte Musik-CD oder eine DVD)? Ich bekomme doch beim Kauf einer Waschmaschine auch nicht die technische Dokumentation zur Umprogrammierung der Geräteelektronik mitgeliefert. War es beim Kopierschutz von Musik-CD nicht auch der Markt, der wieder auf das Anbringen eines Kopierschutzes verzichtet hat? Nur so eine Frage am Rande. Eine Notwendigkeit für staatliche Eingriffe gegen DRM sehe ich an dieser Stelle nicht. Aber auch nicht für einen besonderen staatlich garantierten Schutz “intellektueller Verfügungsrechte”.

  23. 5.10.2006 | 14:04

    @SteffenHJ

    Ich meine zwar, deine “naive Frage” weiter oben schon mehrmals beantwortet zu haben, aber wenn du es nochmal explizit hören willst: Aus meiner Sicht nichts.

    Was ich für bedenklich halte, ist z.B. die staatliche Verfolgung von Programmen und Programmierern, die Algorithmen offenlegen, mit denen man Kopierschutz umgehen kann.

  24. Llarian
    5.10.2006 | 15:39

    @SteffenH: Und wie würde Dir eine Waschmaschine gefallen, die erstmal dafür sorgt, dass dein Trockner nicht mehr funktioniert, grüne Hemden als unter ihrer Würde ablehnt und ausserdem, solltest Du zufällig an der selben Wasserleitung noch ein Waschbecken montiert haben, sich partout weigert zu funktionieren ? Übrigens wird dein Trockner nie wieder funktionieren, auch wenn Du die Waschmaschine wegschmeisst. Davon ganz zu schweigen, dass die Waschmaschine nur funtioniert, wenn sie am Internet angeschlossen wird, wo sie diverse Daten über dein Waschverhalten an den Hersteller übermittelt und ausserhalb von Deutschland nur noch mit halber Kraft läuft. Soll das ein fairer Vertrag sein ?
    Und, um beim Vergleich zu bleiben, ist der Waschmaschinenhersteller der Meinung, dass es bei Androhung von mindestens 5 Jahren Haft verboten sein soll, wenn Du es wagst damit irgendeine Wäsche einer anderen Person zu waschen.
    Nein, ich glaube nicht, dass der Staat gegen DRM was unternehmen sollte, das tut der Bürger ganz alleine, aber er sollte partout nicht noch Partei für den Dreck ergreifen.

  25. 5.10.2006 | 16:49

    @rayson:

    Danke für die freundliche Antwort auf meine Frage an MartinM, der das in seinem Beitrag ja nicht so zu sehen scheint. Hier schwingt soetwas wie “man müsse den Verbraucher vor sich selbst schützen mit”. Ansonsten sind wir ja mal wieder einer Meinung.

    @Llarian:

    Bislang verhindern Kopierschutzmassnahmen nur das Kopieren, jedenfalls auf meinem Computer. Wenn meine Waschmaschine all dies täte, würde ich sie nicht kaufen oder wenn möglich zurückgeben. Derartig bescheuerte Produkteigenschaften würden, wie du ja selbst einschätzt vom Konsumenten nicht honoriert. Wenn doch, dann ist es deren Problem. Vielleicht bietet der Hersteller die personengebundene Waschmaschine ja unschlagbar günstig an. Ich denke aber der Staat sollte für den “Dreck” Partei ergreifen, einfach dadurch, dass er dagegen nichts unternimmt und nicht wie etwa die Franzosen, die i-tunes das DRM verbieten wollen. Er muß es nicht fördern, da sind wir uns einig.

  26. Llarian
    5.10.2006 | 18:05

    @SteffenH: Dann neige ich dazu zu unterstellen, dass Du entweder deine Kiste nicht allzusehr nutzt (zumindest keinen Bedarf für Ring-0 Treiber gehabt hast) oder schlicht bislang das Glück gehabt hast, noch nicht mit StarForce, dem Sony Rootkit oder anderen solchen Scherzen beehrt zu werden. Vielleicht bekommst Du es auch nicht mit, wenn diverse Software nach Hause telefoniert. Und vielleicht ist es Dir auch egal. Aber all das passiert. Und die Contentindustrie hält das nicht nur für gerechtfertigt, sondern für normales Geschäftsgebahren, denn dein Rechner gehört ja eigentlich nicht Dir, sondern sein Zweck ist ja nur andere Leute zu “bestehlen”, was natürlich verhindert werden muss.
    Und ob Du ein solches Produkt nicht kaufen würdest ist so eine Sache, wenn Du ja nicht einmal weisst, dass Du es tust. Sony hat nicht auf seine CDs gedruckt, dass bei Dir ein rootkit installiert wird, wenn Du die CD auch nur einlegst. Und es macht die CD auch nicht günstiger.
    Was die Franzosen machen ist sicher absurd, aber was die Contentindustrie macht ist schlicht kriminell.

  27. 6.10.2006 | 0:56

    @Llarian: Naja, ich surfe im Internet, blogge ab und zu mal und fummele tagsüber mit Word und Excel im Büro rum. Wohl das, was der Großteil der PC-Nutzer so macht. Und zugegeben, bei mir hat sich diese Paranoia bezüglich des Ausspionierens privater PCs durch Microsoft & Co. noch nicht breitgemacht, vielleicht auch, weil ich seit zehn Jahren von unangenehmen Folgen verschohnt geblieben bin. So geht es jedoch den meisten meiner Bekannten und doch bekommen sie die Panik, wenn ich ihnen erzähle, dass bei mir der automatische Update-Service von Windows XP läuft. Sollte es mich doch noch mal ganz hart treffen, kann ich mich euer Befreiungsbewegung ja immer noch anschließen.

  28. 6.10.2006 | 1:46

    @Steffen: Sonys Rootkit war schon ein wenig mehr als eine Wahnvorstellung:

    The word “rootkit” came to public awareness in the 2005 Sony CD copy protection scandal, in which Sony BMG music CDs surreptitiously placed a rootkit on Microsoft Windows PCs when the CD was played on the computer. Sony provided no mention of this in the CD or its packaging, referring only to security rights management measures.

    (Wikipedia)

    Sowas kann man auch ganz ohne Paranoia zumindest unverschämt finden, denke ich.

  29. 6.10.2006 | 9:39

    @david:

    um solchen quatsch aufzudecken, brauchen wir sicher keine behörden, sondern betroffene konsumenten bzw. deren organisationen. das sie dazu in der lage sind sieht man. wenn aber der lange arm des staates dazwischen funkt, dann versucht jeder persönlich sein anliegen zu lasten der anderen zur sprache zu bringen. dann bekommen wir das diktat der mitte und noch schlimmer das diktat politisch besonders einflußreicher gruppen. ich bin mir nicht sicher, ob da die betroffenen von sony’s rootkit dabei sind.

    frage: was hat das rootkit sonst noch gemacht, außer die drm zu schützen und ansonsten einfach dazusein?

  30. 6.10.2006 | 11:30

    @Steffen: Besonders gravierend war, dass das Entfernen der Rootkit-ähnlichen Software eine gravierende Sicherheitslücke auf dem PC hinterließ.

    Einstiegspunkte für weitere Informationen mit weiterführenden Links:
    XCP und Sony-Spyware-Skandal

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