Mordsmeinung

A judge who struck down a Dover, Penn., school board’s decision to teach intelligent design in public schools said he was stunned by the reaction, which included death threats and a week of protection from federal marshals.

[...]

In a 139-page decision last year, Jones ruled that the Dover school board intended to promote religion when it instituted a policy requiring students to hear a statement about intelligent design before ninth-grade biology lessons on evolution. He ruled that it is unconstitutional to teach intelligent design as an alternative to evolution.

“And if you would have told me when I got on the bench four years ago that I would have death threats in a case like this as opposed to, for example, a crack cocaine case where I mete out a heavy sentence, I would have told you that you were crazy,” he said. “But I did. And that’s a sad statement.”

[AP/Wichita Eagle via Evolution]

Vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich bei Fundamentalisten aller Couleur die Morddrohung als Mittel der Wahl im politischen Diskurs durchgesetzt hat. Frage an den fundamentalistischen Leser: Welcher Ihrer Meinungen würden Sie als erster mit einer deftigen Morddrohung Nachdruck verleihen wollen?

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17 Kommentare zu “Mordsmeinung”

  1. 29.09.2006 | 17:10

    So zynisch das klingt, aber Morddrohungen sind für Leute, die sich irgendwelcher heißer Eisen öffentlich annehmen, wahrscheinlich die Regel.

    Und man frage mal irgendeinen deutschen, in der Öffentlichkeit bekannten Juden nach seiner Post…

    Der wichtigste Unterschied, den man nicht vergessen sollte, liegt woanders. Schlimm genug, dass Fundamentalismus dazu führt, anderen den Tod zu wünschen und ihnen das auch anzudrohen. Aber mir ist bislang nur eine quantitativ signifikante Art des Fundamentalismus bekannt, deren Anhänger so fanatisiert sind und deren Wertesystem so ausgelegt ist, dass die Täter die Ausführung solcher Taten ohne Rücksicht auf die Folgen für sich selbst anstreben.

  2. 29.09.2006 | 17:13

    Der Abschaffung der Todesstrafe.

    Aber im Ernst: Das Morddrohungen oder sogar Attentate für Fundamentalisten und anderen geistig Umnachteten ein probates Mittel sind, ist doch keine Neuigkeit.

  3. 29.09.2006 | 17:14

    Im vorherigen Post: “Der Abschaffung der Todesstrafe” bezog sich auf Davids Frage am Ende seines Textes.

  4. 29.09.2006 | 17:19

    Es ging mir hier auch nicht um die Gleichsetzung unterschiedlicher Arten von Bedrohung. Nur bleiben Morddrohungen eben auch Morddrohungen, unabhängig vom Kontext.
    Und sicher, Björn, daß das nicht ganz neu ist, war mir schon klar. Nur erfreut es sich in letzter Zeit offenbar wieder wachsender Beliebtheit, nicht zuletzt wegen wachsender Erfolge.

  5. 29.09.2006 | 17:27

    @Björn: “Wer immer die Todesstrafe verteidigt, provoziert Morddrohungen.”

  6. 29.09.2006 | 17:33

    “Nur erfreut es sich in letzter Zeit offenbar wieder wachsender Beliebtheit, nicht zuletzt wegen wachsender Erfolge.”

    Das würde ich gerne etwas abschwächen zu:

    Nur erfreut es sich in letzter Zeit anscheinend wieder wachsender Beliebtheit, möglicherweise nicht zuletzt wegen wachsender Erfolge.

  7. Kaiser
    29.09.2006 | 18:19

    Hallo David,
    wie kann denn eine Maßnahme, hier die Todesstrafe, Erfolge verbuchen, wenn sie nicht angewandt wird?

  8. 29.09.2006 | 18:21

    Es ging nicht um die Todesstrafe. Ich dachte, das sei klar.

  9. 29.09.2006 | 18:34

    @ Rayson: Auch mir ist bislang nur eine quantitativ signifikante Art des Fundamentalismus bekannt, deren Anhänger so fanatisiert sind und deren Wertesystem so ausgelegt ist, dass die Täter die Ausführung solcher Taten ohne Rücksicht auf die Folgen für sich selbst anstreben. Bislang.
    Allerdings: die Fundi-Christen “lernen” dazu … telepolis:Christliche Fanatiker auf dem Vormarsch.

  10. Kaiser
    29.09.2006 | 18:37

    Beim neuerlichen Durchlesen, ja.

  11. 29.09.2006 | 19:09

    @MartinM

    Das ist aber eher skurril. Wo die Leute, die eine solche Gefahr heraufbeschwören wollen, überall buddeln, finde ich immer wieder bewundernswert. Die echten Fanatiker müssen wir allerdings nicht suchen, die kommen zu uns.

    Und es bleibt dabei: “Christliche” Mörder haben ein Problem, ihre Taten mit den Schriften zu begründen. Schon das reicht, um dem einen Riegel vorzuschieben. Zumindest in Gesellschaften, wo die Mehrheit lesen und schreiben kann.

  12. c.h.
    29.09.2006 | 19:24

    Ich denke auch, wir sollten die “christlichen” Fundamentalisten nicht so sehr bei den Evangelikalen suchen, sondern eher bei den Esoterikern und Ökologen. Diese Menschen setzen Regierungen in der dritten Welt unter Druck, damit deren Bevölkerung keinen Zugang zu Entwicklung und Gesundheit erhält (z.B.: Goldener Reis gegen Vitamin-A-Mangel, DDT zur Malariabekämpfung, …). Natürlich sind sie damit subtiler als die religiösen Fundis.

  13. 29.09.2006 | 20:55

    @Rayson: ich weiß nicht, ob Du die Typen auch dann noch “skuril” findest, wenn sie zu verstärkten Attentaten übergehen. (Einzelne Mordanschläge gab es ja schon.) Das Problem, wie sie heimtückischen Mord mit ihren Schriften in Einklang bringen sollen, haben übrigens auch die Islamisten – und sie haben es bekanntlich “gelöst”.

    @ch: es stimmt, in den Reihen der Esoteriker und Ökologisten (nicht “Ökologen” – Ökologie ist ein Fachgebiet der Biologie) ist allerhand fanatisches Gewaltpotenzial vorhanden. Die von Dir angesprochenen mitunter tödlichen “Nebenwirkungen” einer ins fundamentalistische gewandten “Öko-Ideologie” sehe ich auch, möchte sie aber von bewußten und absichtlich begangenen Gewalttaten abgrenzen.

  14. 29.09.2006 | 21:21

    @MartinM

    ich weiß nicht, ob Du die Typen auch dann noch “skuril” findest, wenn sie zu verstärkten Attentaten übergehen.

    Nein. Dann nicht. Bis dahin schon. Und dass die Möglichkeit von “verstärkten Attentaten” (zumindest über die regionale Bedeutung solcher seltsamen Vereinigungen hinaus) eine reale ist, bezweifle ich sehr.

    Das Problem, wie sie heimtückischen Mord mit ihren Schriften in Einklang bringen sollen, haben übrigens auch die Islamisten.

    Das sehe ich nun überhaupt nicht so. Der Koran ist problemloser so zu lesen als anders.

  15. 30.09.2006 | 13:07

    @Rayson:
    Dass christliche Prediger in den USA oder in Polen zu Krieg und Gewalt aufrufen, ist schon längst nichts ungewöhnliches mehr. Und es handelt sich bei diesen Leuten nicht um religiöse Außenseiter. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Du zu sehr vom hiesigen Christentum ausgehst (das in der Tat – auch von Außen betrachtest – überaus friedlich ist) und Entwicklungen in anderen Ländern missachtest.

    @MartinM:
    Bei PETA kann man aber durchaus schon eine Entwicklung zu völlig gezielter und geplanter Gewalt gegen Sachen und mehr und mehr auch gegen Menschen beobachten…

  16. 30.09.2006 | 13:19

    @Karsten

    Ich gehe nicht von einer bestimmten Lokalität aus, sondern von der Vereinbarkeit mit dem christlichen Glauben. Man wird ja nicht Christ dadurch, dass man sich so nennt oder ein Feld mit einem entsprechenden Eintrag in der Lohnsteuerkarte besitzt, sondern dass man versucht, Jesus Christus zu folgen. Und der gibt für Gewaltaufrufe nicht nur außerordentlich wenig her, sondern liefert haufenweise Motive dagegen.

    Die Aufrufe solcher “Christen” wie die von dir genannten finden deswegen unter den Christen dieser Welt keinen Widerhall. Ihre Religion hat keine Grundlage dafür.

    Durchgeknallte Irre, die meinen, in irgendeinem Auftrag zu handeln, gibt es natürlich immer wieder. Aber organisierte terroristische Strukturen sind ein anderes Kaliber.

  17. 30.09.2006 | 14:14

    Widerhall finden sie schon, allerdings lösen sie nicht die globalen Diskussionen und Solidaritätsbekundungen aus wie in der islamischen Welt, das gestehe ich Dir auf jeden Fall zu.

    Und das ist auch gut so.

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