Kant und Fast Food

Die Restringierung der Zulassung von Fast-Food-Restaurants hat bei uns noch niemand gefordert. In den USA ist man da offensichtlich weiter. Aber wenn wir uns so manche der natürlich nur gutmeinenden Ideen aus Brüssel und Berlin anschauen, die in der letzten Zeit die Öffentlichkeit erreichten, dann würde es uns nicht wundern, wenn wir dem Beispiel irgendwann einmal folgten.

Nun haben Liberale, wie schon beim Rauchverbot, die – wie immer – unangenehme Eigenschaft, solche gesetzlichen Regelungen nicht nur für überflüssig, sondern sogar für schlecht zu halten. Was sie natürlich in Konflikt mit Weltverbesserern aller Art bringt.

Ich will nun meinem geschätzten und teilzeitbefreundeten Lieblingslinken von nebenan nicht zu nahe treten, aber der Kommentar, den Radley Balko, “The Agitator”, aus einer solchen Diskussion als besonders bemerkenswert herausgefiltert hat, berührt einen unserer jüngsten Diskussionspunkte:

After pointing out why these types of polciies don’t work and why they restrict personal freedom, commenter “luc” responds:

Silly rules with good intentions are way better than disgusting libertarian market tropes about choice.

Was Radley dazu und zum Thema selbst zu sagen hat, gibt es hier zu lesen.

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6 Kommentare zu “Kant und Fast Food”

  1. 26.09.2006 | 21:10

    “Silly Rules” wie diese hier?

    ” Das Menschenrecht ist eines jeden Freiheit (Unabhängigkeit von eines anderen nötigender Willkür) sofern sie mit jedes anderen Freiheit nach einem allgemeinen Gesetz zusammen bestehen kann.”

    Das ist so ungefähr der Grundsatz der Rechtslehre. Der hier ist aber auch schön:

    “Lasse dich von anderen nicht zum Mittel machen, sondern sei für sie zugleich Zweck.”

    Ist jetzt nach Wikipedia zitiert, finde meine “Metaphysik der Sitten” gerade nicht … ich laß doch hier meinen Kant nicht verhohnepiepeln.

  2. 26.09.2006 | 21:20

    Nicht ich habe auf den Satz

    Allein die Übernahme des linken Glaubenssatzes, dass Gutes nur aus guten Absichten heraus möglich ist, reicht dazu nicht.

    mit “Kant” reagiert…

    Hab sonst aber sicher nichts gegen den ;-)

  3. admin
    26.09.2006 | 21:50

    Leider konnte “Dean” nicht anders, als sich als “Martinm” auszugeben, also die Identität eines unserer Blogger anzunehmen. Ich habe den entsprechenden Kommentar gelöscht. Wie tief willst du noch sinken, “Dean”?

  4. 26.09.2006 | 21:53

    Das erklärt wenigstens, warum dieser Kommentar so gar nicht nach Martin klang.
    Und ich dachte, nichts von Dean könne mich noch verwundern.

  5. 27.09.2006 | 7:24

    Nein, der Kommentar von Martinm war wirklich nicht mein Stil. Allerdings halte ich den Satz: “… es in der Realität aber nunmal so ist das der Schwächere ohne den Gesetzgeber eben keine Freiheit erhält” für im Prinzip richtig – mit der wichtigen Ergänzung, dass die reale Gefahr besteht, dass eben dieser wohlwollend die Schwachen schützende Gesetzgeber die Freiheiten gerade der Schwachen einschränkt – sie bevormundet, gängelt, schurigelt. Die persönlichen Freiheiten z. B. eines Langzeitarbeitslosen (fraglos “schwach”) sind in Zeiten von Hartz IV durchaus eingeschränkt. Die Funktion des Gesetzgebers sehe ich nicht darin, den “Schwachen” väterlich-wohlwollend zu Seite zu springen, sondern für faire, für alle gültige, “Spielregeln” zu sorgen, die verhindern, dass ein “Schwacher” beim Vertragsabschluß über den Tisch gezogen wird. Ob, und welche Verträge mit wem auch ein “Schwacher” abschließt, muß diesem überlassen bleiben. (Ich sehe die moderne Gesellschaft als ein System von Verträgen, auch im übertragen Sinne an; nicht das jetzt jemand kommt und sagt, ich würde das ganze menschliche Leben auf das Ökonomische reduzieren.)

  6. 27.09.2006 | 8:19

    @Rayson:

    Die Pointe bei Kant ist freilich die Differenz zwischen Recht und Moral. Ersteres muß dann auch für ein “Volk von Teufeln” gelten können, was tatsächlich mit dem von Martin zitierten Satz:

    “…es in der Realität aber nunmal so ist das der Schwächere ohne den Gesetzgeber eben keine Freiheit erhält.”

    korrespondiert. In der Moral kommt es schon auf Handlungsgründe an.

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