Blogger, die unbedeutenden Eintagsfliegen

Die frohen Vorkämpfer von Mediendemokratie feiern die politischen Weblogs als Beitrag zur Befreiung der Bürger von der Bevormundung durch Journalisten. Ihr Glaube an die Realisierbarkeit einer egalitären Öffentlichkeit bleibt eine Illusion. Denn je mehr Akteure im Internet zu einer angeblich transparenten Politik und Gesellschaft beitragen wollen, umso unübersichtlicher und intransparenter wird letztlich die Kommunikation. Ohne publizistische Leithammel kann keine Gesellschaft funktionieren. Internet-Einzeltäter im Gewand von Bloggern vermögen im besten Fall da und dort zu einer Korrektur medialer Fehlleistungen beitragen. Aber ohne Anstrengungen, sich selber zu professionalisieren und damit publizistisch zu normalisieren, bleiben sie unbedeutende Eintagsfliegen.

Transparenz das Ziel, Intransparenz das Resultat. Von Rainer Stadler, Neue Zürcher Zeitung

Das ist voll gemein, ey. Ich bin jetzt eingeschnappt. Aber wenn ich mir die Vita von dem Mann anschaue, dann ist der wohl sowieso eher ein Fall für MomoRules.

P.S.: Für die Beispiele der gar schröcklichen Mißstände in der Blogosphäre müssen in o.g. Artikel mal wieder die USA herhalten. Klar, die heimatlichen Lebkuchenverschenkerinnen und Tagi-Basher sind nicht dazu geeignet, ein Skandalon zu kreieren.

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3 Kommentare zu “Blogger, die unbedeutenden Eintagsfliegen”

  1. 17.09.2006 | 22:20

    Das sind nur die Pfeifen im Walde.

  2. 17.09.2006 | 22:45

    Viel absurder als die Kritik an der Kurzatmigkeit privater Weblogs ist doch der diktatorisch Duktus diese Kommentars. Die Internetnutzer bräuchten also offizielle Medienautoritäten, um Objektivität der Berichterstattung erkennen zu können. Was für ein Nonsens. Die Qualitätskontrolle der Massenmedien ist in keinem besseren Zustand wie die der Blogosphäre, nur das letztere Aufgrund mangelnder “Professionalität” es unvergleichlich schwere haben öffentlichen Einfluß zu gewinnen. Al Gores “ökologische Anliegen” unter Beschuss zu nehmen sind ein Verdienst der Blogosphäre und kein Versagen. Der Kommentator fürchtet sich vor Konkurrenz, mehr ist zu diesem Beitrag eigentlich nicht zu sagen.

  3. 19.09.2006 | 3:06

    “Tagi-Basher”

    Naja, ich gebe zu, dass ich diese Zeitung nur lese, um mich darüber zu informieren, wie sich andere informieren. Aber es war und ist in keinster Weise mein Ziel, auf dieser Zeitung herumzuhacken.

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