Gedanken zur “liberalen Klientel”

Wenn ich meinen (mittlerweile) Parteifreunden zuhöre, dann lässt mich das, was sie sagen, selten unbewegt. Entweder ich freue mich, etwa wenn Oliver Luksic Partei für DocMorris ergreift. Oder ich ärgere mich, zum Beispiel, wenn ein anderer FDP-ler mit Zornesfalten im Gesicht fordert, unsere Mitbürger müssten “vom Staat zur Not radikal zur Eigenverantwortung erzogen werden“. Und es gibt auch den Fall, dass mich diese Gespräche schwer zum Nachdenken bringen – von einem solchen Fall möchte ich hier berichten.

Folgendes Gespräch habe ich zwischen drei FDP’lern gehört, als es um einen Vorschlag ging, die zwar der Programmatik der FDP entsprach (mehr Eigenverantwortung), aber gerade die gutverdienende obere Mittelschicht finanziell sehr getroffen hätte:

Mitglied A: Wir sollten diesem Vorschlag unbedingt widersprechen. Sie sollten bedenken, dass hier die Interessen unserer Klientel betroffen sind!

Mitglied B: Wir machen Politik doch nicht nur für unsere Klientel, sondern für unsere Überzeugungen. Ich will jedenfalls eine Politik, die möglichst die Interessen aller Schichten vertritt.

Mitglied C (ätzt): Dann sollten Sie vielleicht lieber parteilos kandidieren.

Meine Gedanken zu dieser Diskussion:

1. Reine Klientelpolitik schadet der Partei und der Demokratie

“Der Staat darf nicht zur Beute der Parteien werden”, ist eine Forderung, die auch der Politologe Verwaltungs- und Verfassungsrechtler (Dank an Patentizität) Hans Herbert von Arnim immer wieder erhebt. Dabei meint er vor allem das Prinzip der “Ämterpatronage”, er kritisiert mit diesem Ausspruch eine Parteienlandschaft, in der es vor allem darum geht, möglichst viele Ämter und Positionen in Staat und Gesellschaft mit Mitgliedern der eigenen Partei oder “Bande” zu besetzen. Sieht man allerdings die Partei nicht nur in ihrem Kopf, sondern auch in der Masse der Basis und der nicht beigetretenen Anhänger, so bleibt die Befürchtung erhalten. Denn wenn es der Partei nicht mehr um Ideen und eine bessere Organisation der Gesellschaft und des Staates geht, sondern nur noch darum, für die eigene Anhängerschaft möglichst viele Vorteile aus dem Staatswesen herauszupressen, wird der Staat ja auch zur “Beute der Parteien”.

Diese Gefahr ist natürlich umso größer, je mehr Bereiche des Lebens durch den Staat beherrscht werden. Der Extremfall ist die totalitäre Gesellschaft, in der jeder Wettstreit der Ideen ohnehin untersagt ist und in der politische Aktivität nur noch das Ziel verfolgt, für die eigenen Klienten den größten Teil des Kuchens zu erkämpfen. Gefahr liefert eine allzu starke Klientelbindung aber auch in der demokratischen Gesellschaft. Die FDP wird ständig als eine Klientelpartei wahrgenommen, die sich ausschließlich dem Kampf um Vorteile für ihre Anhänger verschrieben hat. Dies verschafft ihr zwar eine stabile Anhängerschaft – schwächt sie aber erheblich im Wettstreit der Ideen, weil jede Äußerung liberalen Gedankenguts außerhalb dieser Anhängerschaft nur als Verkleidung für die Interessen der Klientel gesehen wird. Außerdem gilt sie als unzuverlässig, weil ihre Überzeugungen nicht als Maßstab verwendet werden können, um ihr Handeln vorauszusagen. Das schwächt die Partei – aber auch die Demokratie insgesamt, wenn sich diese Wahrnehmung (wie es augenblicklich geschieht) auch auf andere Parteien ausdehnt.

2. Ohne eine Klientel geht es nicht

Weite Teile der Gesellschaft sind prinzipiell unpolitisch, haben für den ideologischen Wettstreit wenig übrig. Sie interessiert an der Politik vor allem, ob sie ihnen nützt oder schadet, und nehmen an der Diskussion nur unter diesen Gesichtspunkten teil. Allerdings heißt das nicht, dass sie sich nicht politisch äußern oder engagieren, zumindest durch Beteiligung an Wahlen und Abstimmungen. Eine Partei, die sich dieser Wahrheit verschließt, könnte auf Dauer keine starke Position innerhalb der Politik erlangen – andere, mehr auf den Vorteil bestimmter Bevölkerungsgruppen konzentrierte Parteien würden sie schlicht unterbuttern. Zur Durchsetzung der eigenen Ideen ist es also immer notwendig, auch eine stabile Anhängerschaft zu bilden, die sich vielleicht nicht für die Ideen selbst interessiert, aber ihre Interessen bei der eigenen Partei zuverlässig vertreten sieht.

Dieses Spannungsverhältnis zwischen Ideologie und Klientel sorgt allerdings für eine ständige Gratwanderung, bei der gerade die Freien Demokraten in der Vergangenheit offenbar Fehler gemacht haben. Einerseits darf in der Öffentlichkeit nämlich nicht der Eindruck entstehen, die Partei benutze die Programmatik nur als Feigenblatt für die Klientelinteressen – andererseits aber darf die Klientel auch nicht das Gefühl bekommen, nur als Stimmvieh für die Ideologie der Partei missbraucht zu werden und selbst keine Vorteile aus der Beziehung zur Partei zu erlangen.

3. Die FDP hat zum erheblichen Teil die falsche Klientel

Um die oben angegebene Gratwanderung erfolgreich absolvieren zu können, muss es der Partei gelingen, die richtige Klientel zur richtigen Programmatik zu bringen. Probleme entstehen dann, wenn zwischen den Interessen der Klientel und den Forderungen der Ideologie Widersprüche offenbar werden. Jede Auflösung dieser Widersprüche übermittelt dann automatisch eine der unerwünschten Botschaften von Unzuverlässigkeit oder Verrat an den eigenen Gedanken.

Und hier hat die FDP große Schwierigkeiten. Als klassische FDP-Wähler gelten neben den vier “A” (Anwälte, Akademiker, Apotheker, Ärzte) auch mittelständische Unternehmer und Handwerksmeister. Gerade diese Gruppen allerdings sehen sich mehr und mehr durch die liberalen Forderungen nach Öffnung der Märkte und Freihandel bedroht. Es ist auch schon widersinnig, wenn gerade eine Partei, die eine Abschaffung bürokratischer Hürden und Wettbewerbsbeschränkungen fordert, sich bei ihrer Klientel vor allem auf Leute stützt, die sich in den am meisten reglementierten und kontrollierten Branchen der Wirtschaft bewegen. Dieser Widerspruch verursacht heftige Konflikte innerhalb der Partei, die auch stark nach Außen dringen.

Der oft schlechte Ruf der Liberalen beruht zu einem erheblichen Teil auf diesen Konflikten – und der Art, wie sie zu lösen pflegt: Nämlich meist zugunsten ihrer Klientel, wie die Saar-FDP in ihrem Umgang mit DocMorris, aber auch die Bundes-FDP bei der Auseinandersetzung um den Kammerzwang, beweisen.

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15 Kommentare zu “Gedanken zur “liberalen Klientel””

  1. 15.09.2006 | 13:46

    > Die FDP hat zum erheblichen Teil die falsche Klientel

    Sehe ich genauso. Es kommt einfach sehr unglaubwuerdig, wenn man Gefaengnisse privatisiert und Studiengebuehren einfuerhen will, gleichzeitig aber riesige Inseln im Wettbewerbsozean fuer die eigene vermutete Waehlerschaft schafft.

  2. 15.09.2006 | 13:53

    Ich steh auch jeden Tag von neuem vor diesem Dilemma. Zwar bin ich kein FDPler, aber Handwerksmeister und doch sehr froh über den (aufgeweichten)Meisterzwang, auch wenn das mit meinem Weltbild eigentlich so gar nicht vereinbar ist.

    Aber vielleicht sollte man die Sache mit dem Protektionismus von der anderen Seite aufrollen. Denn solange ich bei Berufsgenossenschaft, Handwerkskammer, Urlaubskasse etc. pp. zwangsvermitglieded und als selbstständiger Handwerker auch noch 18 Jahre gesetzlich zwangsrentenversichert bin (wie kommen die 18 Jahre überhaupt zustande?) und Vater Staat auf den im Osten eh immer noch übersättigten Markt für Handwerksleistungen subventionierte Ich-AGs, Azubis, Praktikanten, 50+ Arbeitnehmer loslässt und damit die Marktpreise gänzlich ruiniert, solange muß ich wohl dann doch noch auf den Meisterzwang pochen.

  3. 15.09.2006 | 14:04

    Probleme, vor denen andere Unternehmer und Selbständige aber auch stehen – ganz ohne Meisterzwang…
    Was Du meinst, verstehe ich aber durchaus.

  4. 15.09.2006 | 14:15

    Mich wundert ja schon, dass in der Partei mal jemand für Doc Morris und den Wettbewerb das Wort ergriffen hat – bei dem Apothekeraufkommen unter den gelbblauen Fahnen. Die FDP ist liberal und wettbewerbsoffen nur in der Theorie, wenn’s aber um das Anwaltsprivileg, um Selbständigenpfründen oder die Gewerbesteuerfreiheit für Ärzte geht, ist die ganze schöne Liberalität ratzfatz dahin.

  5. 15.09.2006 | 14:26

    Ach, da marschieren sie schon wieder auf, die Puristen…

    Natürlich ist die FDP inkonsequent aus den Gründen, die Karsten genannt hat. Aber das schöne an den liberalen Ideen ist: Sie werden nicht dadurch schlechter, dass sie nicht überall angewendet werden. Das heißt, Liberalisierung nutzt auch dann, wenn man Handwerker und Freiberufler “verschont”. Deswegen ist die Aussage falsch, die FDP sei nur “in der Theorie” für Wettbewerb. Nein, sie ist es auch praktisch, nur eben leider nicht durchgehend. Ich fürchte, so lange sie nicht auf Dauer zweistellige Wahlergebnisse einfährt, kann sie sich das – wie Karsten schön dargelegt hat – auch gar nicht leisten.

    Aber es ist ja nicht so, dass andere Parteien keine Klientel hätten…

  6. 15.09.2006 | 14:46

    Die “reine Lehre” ist zwar schön in der Theorie aber in der Praxis nie vorhanden.

    Immerhin bestehen in der FDP richtige Tendenzen und der Schutz der eigenen Klientel ist zwar (vielleicht) ein Verstoß gegen die hehren Prinzipien des Liberalismus, aber meiner Meinung nach sowieso im Endeffekt nur mit einem “verzögerten” Effekt: Wenn die Märkte weiter geöffnet werden, wird dies auch die Apotheken treffen, das kommt mit Sicherheit – nur eben ein paar Jahre späte.

  7. 15.09.2006 | 17:47

    “Das heißt, Liberalisierung nutzt auch dann, wenn man Handwerker und Freiberufler “verschont”. Deswegen ist die Aussage falsch, die FDP sei nur “in der Theorie” für Wettbewerb.”

    Stimmt, in der Praxis ist sie auch dort für den Wettbewerb, wo er der eigenen Klientel nützt. ;-)
    Mal im Ernst: Wenn Liberalisierungen so gestaltet werden, dass nur die besserverdienenden von ihnen profitieren, während andere ihren Schutz verlieren, wenn der Abbau der Staatsquote beim ALG II stattfindet, aber bei Immobilienkäufen von verarmten High Society-Freunden haltmacht, nein, dann funktionieren “liberale Konzepte” nicht.
    Nicht, dass ich glaube, dass alle in der FDP so denken würden, aber ich glaube sie sind innerhalb der Partei so stark, dass sie für mich – von generellen Bedenken gegenüber machen Aussagen des Liberalismus einmal abgesehen – unwählbar ist.

  8. Llarian
    15.09.2006 | 23:58

    Bin ich eben Purist, aber der Grund warum in Deutschland politischer Liberalismus so negativ wahrgenommen wird ist nicht zuletzt die FDP (und bevor man mich totschlägt, ich bin Mitglied selbiger). Kurzfristig mag das Einbringen von Klientelinteressen der Partei die Stimmen sichern, langfristig ist es absolut kontraproduktiv.
    Ich sehe auch den Sinn nicht einzelne Abgeordnete in Parlamente zu entsenden, wenn diese dort keine liberale Politik durchsetzen. Für mich ist es im Endeffekt eine Frage um Glaubwürdigkeit. Liberalismus zieht nicht ein, dadurch dass er von Abgeordneten beschlossen wird, sondern in dem viele Leute das Konzept für richtig halten. Und das widerum geht nur, wenn es glaubwürdig ist. Leute wie Brüderle (in meinen Augen die Personifizierung der Klientelpolitik) sorgen dafür, dass wir auf Jahrzehnte unglaubwürdig werden. Wo ist dann der Sinn in Parlamenten zu sitzen ?
    Das einzige Klientel das eine liberale Partei haben sollte sind liberale Menschen, dann ergibt sich auch kein Widerspruch zwischen Ideologie und Wähler.
    Mein Hauptgedanke zu der ganzen Problematik ist, dass es besser ist, 5 reale Prozent Wähler zu haben und das zu vertreten woran man glaubt, als 50% hinter sich zu haben und etwas vertreten zu müssen, woran man nicht glaubt. Denn das kann man auch den anderen überlassen. Wenn wir aliberale Politik machen müssen, um in einer Mehrheit zu sein, dann ist diese Mehrheit schlicht wertlos. Denn nichts hat sich geändert. Ausser das wir Murks machen und nicht die anderen.

  9. Patentizität
    16.09.2006 | 18:13

    Zunächst: Ich finde deinen Beitrag insgesamt gut.

    Wenn ich jedoch den Namen Hans Herbert von Arnim, zumal als politikwissenschaftlichen Gewährsmann gegen Klientelpolitik, höre, bekomme ich allerdings einen kleinen Fön.

    Der Mann ist 1. kein Politologe*, sondern Verwaltungsrechtler. Daneben ist er 2. Lobbyist des Bundes der Steuerzahler. Beim Bund der Steuerzahler handelt es sich nicht, wie man oberflächlich meinen könnte, um die Interessenvertretung aller deutschen Steuerzahler, sondern um eine mittelständische Interessenvereinigung, die gegen den Staat, Parteien, Steuerverschwendung und Staatsschulden agitiert.

    Damit keine Missverständnisse aufkommen: In einer liberalen Demokratie ist es vollkommen legitim, richtig und wichtig, dass der Mittelstand seine Interessen vertritt. Und beim Vertreten von Partikularinteressen einen auf Gemeinwohl zu machen, ist sicherlich nicht das Alleinstellungsmerkmal des BdSt. Dieses besteht vielmehr in der weithin erfolgreichen Suggestion, dass viele Bürger und Journalisten – etwa im Unterschied zu Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden oder anderen Arbeitgebervertretungen – fälschlicherweise davon ausgehen, dass eben der BdSt keine Partikularinteressen vertreten würde, sondern gleichsam im Interesse aller Bürger vor allem gegen Staatsschulden und Steuerverschwendung zu Felde zieht; wobei dem Großteil des Publikums noch nichtmal bekannt ist, dass seine alljährlichen Publikationen über Steuerverschwundung bzw. das entsprechende Datenmaterial, die ihm als noble, dem Gemeinwohl förderliche Investigativarbeit angerechnet werden, sämtlich auf die Erhebungen staatlicher Institutionen, nämlich des Bundesrechnungshofs und der Landesrechnungshöfe zurückzuführen sind.

    Damit wiederum keine Missverständnisse aufkommen: Ich habe nichts dagegen – im Gegenteil – wenn Datenmaterial des Bundesrechungshofs und der Landesrechnungshöfe aufbereitet und verbreitet werden. Dies jedoch um der Gemeinwohlsuggestion zu verschweigen und darüber hinaus auch noch so zu tun, als ob der Staat nun in keiner Weise in der Lage wäre, sein eigenes defizitäres Handeln zu begrenzen, kann als populistische Volte gelten.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist Quatsch, den Populisten und Lobbyisten Hans Herbert von Arnim als Gewährsmann gegen Klientelpolitik aufzubieten.

    Genauso gut bzw. so schlecht könnte man Oskar Lafontaine als Gewährsmann für den Frieden (eine ebenso gute wie zu fördernde Sache wie die Begrenzung von Steuerverschwendung) ins Feld führen.

    *Vielmehr bekommen (oder bekamen zumindest) viele Professoren für Politikwissenschaft von Arnims Bücher frei Haus geliefert. Und zwar vom BdSt, auch längst nach seinem Ausscheiden als Leiter des Karl-Bräuer-Instituts des BdSt.

    Abgesehen davon bekommt mein Vater, weil ihn der BdSt dem Beruf bzw. der Selbständigkeit nach für einen geeigneten Multiplikator seiner Anliegen und möglichen Teilnehmer des einen oder anderen Seminars hält, häufig Material vom BdSt.

    Hier erfährt man dann Dinge, die nicht in von Arnims Büchern stehen, etwa u.a., dass Schwangerschaft ein Kündigungsgrund sein sollte oder dass man für nur 430 Euro Wochenendseminare mit Themen wie:

    “- So kündige ich richtig!

    - Bilanzlifting – legale Bilanz- und Ergebnissteuerung

    - Betriebsprüfung und Steuerfahndung”

    belegen kann.

    Zumindest halte ich richtiges Kündigen, legale Bilanzsteuerung und die Abwehr bzw. den richtigen Umgang mit Betriebsprüfungen zwar für legitime und vollkommen normale Anliegen, von einer Gemeinwohlorientierung im Sinne des Steuerzahlers als solchen kann hier allerdings eher nicht die Rede sein.

  10. 16.09.2006 | 18:55

    @Patentizität:
    Zunächst einmal herzlichen Dank für den Hinweis auf die fehlerhafte Berufsbezeichnung, die ich Herrn von Arnim angedichtet habe. Ist schon korrigiert.

    Deine Anmerkungen zum Bund der Steuerzahler sind sehr richtig und dem einen oder anderen sicherlich auch neu. Mir war hingegen schon klar, dass dieser Verein neben dem Engagement gegen Staatsverschuldung und öffentliche Verschwendung (die ich im Übrigen sehr wohl für allgemeine Interessen halte) auch andere Aktivitäten hat, die eher Partikularinteressen bedienen. Aber um den BdSt ging es ja in meinem Beitrag auch nicht, insofern sind Deine Ausführungen mehr interessante Hintergrundinformation als eine Kritik an dem, was ich geschrieben habe.

    Schließlich ist zu Deiner persönlichen Kritik an Herrn von Arnim zu sagen, dass ich seinen Namen vor allem deswegen verwendet habe, weil ich auch ein meiner Ansicht nach sehr passendes Zitat von ihm eingebracht habe. Insofern stellte er also weniger einen Gewährsmann als vielmehr einen Gedankenlieferanten dar. In selbiger Art und Weise orientiere ich mich auch an den Gedanken Kants zum Thema Moral und Vernunft, auch wenn dieser persönlich einem sehr unmoralischen und unvernünftigen Antisemitismus anhing.

  11. David Gonzalez
    16.09.2006 | 20:34

    Solange es mehr Apothekenkunden als Apotheker gibt, wird eine Partei, die sich einseitig auf der Seite der Apotheker stellt, im einstelligen Bereich bleiben. Nur ein Zwischenruf von einem, der die FDP 2005 gewählt hat, das aber garantiert nicht wiederholen wird, wenn A und C am nächsten Wahlprogramm mitschreiben. Und lernt aus Merkels Fehlern – wer die Steuern senken will, wird gewählt. Wer sie erhöhen will, wird nicht gewählt.

  12. 16.09.2006 | 22:52

    @ fu*king truth

    deine wie-du-mir-so-ich-dir-strategie erinnert mich verdammt an das dilemma in der wto-debatte. erst wenn ihr euro handelshemmnisse beseitigt, dann lockere ich meine. das problem ist, diese strategie nutzt nicht einmal dir. kurzfristig vielleicht, aber langfristig suchen sich eure konsumenten alternativen, weil ihr dem wettbewerb ausgewichen seit. der meisterzwang reduziert den wettbewerb und erhöht die preise und er reduziert die produktivitätsentwicklung in der branche. die gewinne die ihr machen wollt müsst ihr ohnehin an die lieferanten euer vorprodukte weitergeben, den die sehen, dass sich hier ein reibach machen lässt. eure kunden suchen sich einen billigeren konkurrenten aus dem ausland oder machen sich ihren kram mit hilfe der baumärkte allein. was hier hilft ist mut zur konsequenz und keine ängstliche paktiererei mit politischen kompromisslern.

  13. 17.09.2006 | 11:47

    Nun ja, der Meistertitel ist (in meiner Branche) für mich eh nur noch allerhöchstens bei öffentlichen Ausschreibungen von Nutzen. In allen anderen Bereichen konkuriere ich bereits mit Nicht-Meister-Betrieben.

  14. 17.09.2006 | 21:54

    [...] http://www.bissige-liberale.net/2006/09/15/gedanken-zur-liberalen-klientel [Alle, Parteien, FDP, Liberalismus] | [...]

  15. 13.10.2006 | 15:21

    [...] Auf der anderen Seite ist eine solche Diskussion auch ein guter Zeitpunkt zur Selbstkritik. Die FDP-Kritik aus der B.L.O.G.-Serie “Was ich an der FDP nicht mag” und Karstens Einführungsbeitrag bei den Bissigen sind ja nur zu wahr. Leider wird es diese Selbstreflexion nur geben, wenn man es Ernst meint mit der Annäherung der Parteien. Diese Ernsthaftigkeit vermisse ich aber eigentlich. Die Grünen wollen die FDP von dem neoliberalen Kurs abbringen (welchem?) und umgekehrt werden selbst in dem Artikel von Koch-Mehrin die einige Grüne-Politiker als “machtsüchtige APO-Opas” usw. bezeichnet. [...]

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