Brief an “meinen” CDU-Abgeordneten

Auch, wenn es wohl Boche’sche Perlen vor die Säue sind…

Sehr geehrter Herr …,

zur letzten Bundestagswahl hatte die CDU und damit Ihre Kandidatur meine Stimme. Die marktwirtschaftliche, freiheitliche Ausrichtung des Wahlkampfes der jetzigen Bundeskanzlerin Frau Merkel hatte mich überzeugt.
Leider enttäuschen mich die innenpolitischen Entscheidungen der letzten Monate sehr. Statt mehr Markt und mehr Freiheit für den Bürger haben wir nun mehr Steuern, mehr Abgaben und z.B. mit dem Antidiskriminierungsgesetz mehr Bürokratie.

Heute nun wurden Informationen bekannt, wie das Bundesgesundheitsministerium die Krankenversicherung zu bürokratisieren gedenkt. Dabei soll es nun sogar den sauber wirtschaftenden privaten Versicherern an den Kragen gehen, indem sie gezwungen werden, sich den gesetzlichen Zwangskassen anzupassen.

Mir ist es – bei allem Verständnis für die Notwendigkeit, auf einen Koalitionspartner Rücksicht zu nehmen – unverständlich, wie Ihre Partei eine derartige schon fast sozialistisch zu nennende Verstaatlichungs- und Bürokratisierungspolitik unterstützen kann.

Noch gehe ich davon aus, dass die CDU-Wahlkampfsprüche des letzten Jahres von mehr Freiheit und dem Vorrang für Arbeit keine hohlen Phrasen waren.
Und deshalb bitte ich Sie dringend, den Plänen der Regierung zur Gesundheitsreform nicht Ihre Stimme zu geben. Sondern sich, als der auch von mir gewählte Abgeordnete, für mehr Marktwirtschaft und mehr Freiheit einzusetzen.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen,

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10 Kommentare zu “Brief an “meinen” CDU-Abgeordneten”

  1. 24.08.2006 | 14:57

    Na Ja, einen Abgeordneten zu den Säuen zu zählen ist wohl nicht gerade fein ;)

  2. 24.08.2006 | 14:59

    Was an “Perle” Übertreibung ins Gute war, ist an der Sau dieses in die andere Richtung.

    Nun mach mir doch nicht meine Sprachspiele kaputt!

  3. Hardy
    24.08.2006 | 15:08

    @VolkerD
    Zumal selbiger noch keine Geschlechtsumwandlung vorgenommen hat(oder doch?);)
    Aber mal Spaß beiseite, ich wage auch arg zu bezweifeln, dass selbiger Brief von Erfolg gekrönt seien wird. Vor der Wahl ist es versprochen, gleich danach wird es gebrochen.

  4. 24.08.2006 | 15:11

    @Hardy

    Ja, sicher. Aber ich rechne immer noch mit der Wirksamkeit des Prinzips der kognitiven Dissonanz.

  5. 24.08.2006 | 15:23

    Mutig, mutig sich als CDU-Wähler zu outen. Ist fast so peinlich wie mein Blackout als ich Schröder 2002 nochmal gewählt hatte. Aber Merkel & Co haben ja noch etwas Zeit um die Peinlichkeit noch schlimmer zu machen ;-)

  6. 24.08.2006 | 15:24

    Ach, peinlich muss es wohl nicht mir sondern dieser CDU sein.
    Obwohl ich mich natürlich übers Ohr hauen ließ. Das stimmt schon.

  7. 24.08.2006 | 15:25

    PS: Übrigens sage ich jedem Abgeordneten, den ich zu etwas bewegen will, dass ich ihn bzw. seine Partei gewählt habe. ;-)

  8. R.A.
    24.08.2006 | 15:31

    Mein Abgordneter kennt mich.
    Der würde mir
    “zur letzten Bundestagswahl hatte die CDU und damit Ihre Kandidatur meine Stimme.” nie glauben.

    Ansonsten wird so ein Brief natürlich nichts direkt bewirken, d.h. zum angesprochenen Thema Gesundheitsreform wird der MdB koalitionstreu abstimmen.

    Aber indirekt sind Briefe dieser Art SEHR wirkungsvoll, vor allem, wenn sie glaubhaft und nicht als Grundsatzopposition daherkommen.

    Politiker haben erstaunlich wenig echtes Feedback und sind sich permanent unsicher, wie sie “draußen” ankommen.

    Wählerbriefe machen da Eindruck wenn sie das Gefühl vermitteln, der aktuelle Kurs könnte die nächste Wahl gefährden.

  9. 24.08.2006 | 16:29

    Noch gehe ich davon aus, dass die CDU-Wahlkampfsprüche des letzten Jahres von mehr Freiheit und dem Vorrang für Arbeit keine hohlen Phrasen waren.

    Haha!

  10. 24.08.2006 | 16:42

    [...] Boche hat also einen Brief geschrieben. [...]

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