Auf Druck der USA

Schon zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit lese ich bei SPON einen Artikel, in dem berichtet wird, der Sicherheitsrat der UN habe “auf Druck der USA” von einer Verurteilung Israels abgesehen.

Die Wahrheit ist natürlich, dass die USA, wie jedes andere ständige Mitglied auch, mit einem “Nein” jeden Beschluss verhindern können (auch fälschlich “Vetorecht” genannt). Deswegen werden diejenigen, die an einem Sicherheitsratsbeschluss interessiert sind, immer einen Vorschlag vorlegen, der vorher mit allen ständigen Mitgliedern abgestimmt wurde.

Interessant ist SPONS unterschiedliches Arsenal von Formulierungen für ähnliche Tatbestände. Die USA “üben Druck aus” oder “blockieren“,
Russland und China “wenden sich gegen etwas” “lehnen ab (2x)”,
sprechen sich gegen etwas aus” oder “bestehen auf etwas“.

Honi soit…

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6 Kommentare zu “Auf Druck der USA”

  1. 31.07.2006 | 10:09

    Wieso “fälschlich”? Unter einem Veto verstehe ich ein “Nein”, das eine ganze Entscheidung unabhängig von den Mehrheitsverhältnissen kippen kann. Und das ist ja wohl die Situation im Sicherheitsrat, oder?

  2. R.A.
    31.07.2006 | 11:22

    Interessant auch daß es weder SpOn noch sonst ein deutsches Journalisten-Erzeugnis bemerkenswert finden, daß die Mehrheit im Sicherheitsrat eine offensichtlich falsche Resolution beschließen will.

    Wenn die USA diesen Unsinn verhindert, ist das sehr begrüßenswert.

  3. 31.07.2006 | 11:56

    @Karsten

    Veto ist, wenn ich eine Entscheidung, die ein anderer getroffen hat, wieder rückgängig machen kann. Da die USA aber selbst Teil des die Entscheidung treffenden Organs sind, können sie strenggenommen kein Veto einlegen.

  4. 31.07.2006 | 13:50

    Besonders der letzte Absatz gefällt ist aufschlussreich. Danke.

  5. R.A.
    31.07.2006 | 15:53

    @Rayson:
    Du hast natürlich in der Sache recht, aber das ist ein recht unwichtiger semantischer Nebeneffekt.

    Relevant ist die krasse Einseitigkeit des SpOn gegenüber dem Verhalten von USA einerseits und Rußland/China andererseits.

    Das hast Du gut herausgearbeitet, da stört es nur, wenn gleichzeitig das korrekte Vokabular angemahnt wird.

  6. 31.07.2006 | 16:25

    @R.A.

    Danke, Herr Lehrer ;-) Aber dazu sind Klammereinträge da: Man kann sie überlesen, wenn sie einen stören, und aufgreifen, wenn sie einen interessieren. Ich hab ja keinen Kampfauftrag hier…

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