27. Juli 2006
Sire, geben Sie Doping-Freiheit
Was haben wir uns gewundert, als Floyd Landis diese furiose Alleinfahrt nach Morzine startete und mit großem Vorsprung vor dem Gelben Trikot beendete. Viele haben gesagt: Der ist doch gedopt! Und die Antwort lautet: Yep.
Bleibt natürlich die Frage, ob Testosteron auch dumm macht – eine Steilvorlage an den Feminismus… Denn dass der Etappensieger zur Dopingkontrolle muss, war klar. Also waren Landis und sein Team nicht nur unfair, sondern auch unfähig, die Dosierung so zu halten wie alle anderen auch.
Lassen wir doch die Moralpredigten und die Spielereien sein. Werden wir ehrlich, geben wir Doping frei. Statt stundenlang darüber grübeln zu müssen, was ein Mobilfunkunternehmen oder ein Quark mit Radsport zu tun haben, wäre für uns Zuschauer ein „Team Pfizer“ oder eine „Equipe Sanofi“ durchaus einleuchtend.
Man könnte ein weißes Trikot mit roten Kreuzen kreieren, das vom Teamarzt der führenden Mannschaft zu tragen wäre. Und der Etappengewinner würde ähnlich wie die Skiläufer ihre Skier eine Packung des Mittels in die Kamera halten, dem er seinen Erfolg verdankt. Der aktuelle Stand der medizinischen Forschung in den Konzernen ließe sich praktischerweise an den Ergebnislisten von Tour de France und Giro d’Italia ablesen.
Und aus angeblichen Helden werden ganz gewöhnliche Versuchskaninchen. Ich jedenfalls radle – wie Oswald Metzger – weiterhin mal mehr und mal weniger schnell durch meine neue Heimat und fühle mich auch ohne pharmazeutischen Turboantrieb pudelwohl. Das Doping kommt danach: mit einem schönen Hefeweizen von “Kühler Krug”.
Verfasst von Rayson um 19:10 Uhr in der Kategorie Innenpolitik, Politik (Trackback)
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