Die im Schatten

Wetten, dass dieser Fall keine Grünhelmchen, keine Friedensaktivisten und auch die rote Heidi nicht auf die Barrikaden oder zum Moralisieren zur Talkshow-Schrulle Christiansen gehen lässt?

Es gibt halt Opfer erster und zweiter Klasse.
Nur der auf die USA oder Israel gerichtete Finger ist medientauglich.

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12 Kommentare zu “Die im Schatten”

  1. 27.07.2006 | 14:36

    Einer meiner Professoren hat für die Medien(un)tauglichkeit Tschetscheniens einen sehr einleuchtenden Grund: Seiner Meinung nach sind die Hotels und die Infrastruktur dort einfach zu schlecht. Dies mag ein monokausaler Erklärungsansatz sein, gänzlich unplausibel ist er nicht.

  2. R.A.
    27.07.2006 | 15:40

    @Stefan:
    Zur Hälfte hat der Professor bestimmt recht.
    Die besondere Medienaufmerksamkeit auf den Nahost-Konflikt (verglichen mit vielen anderen, oft viel schlimmeren Konflikten) hat gewiss stark damit zu tun, daß man nur dort als Reporter die vollen Annehmlichkeiten einer westlichen Wohlstandsgesellschaft genießen kann.

    Mal kurz im klimatisierten Auto zur PLO rüberfahren um die dortige Propaganda für die Nachrichten einzufangen, das erlaubt halt zum Feierabend wieder in der Hotelbar zu sein.

    Aber bei der anderen Hälfte kann man wohl nicht übersehen, daß hier der tief in Europa verwurzelte Antisemitismus auch noch bei Leuten wirkt, die das empört von sich weisen würden.

  3. Libero
    27.07.2006 | 15:51

    Ach, ich hatte schon die leise Hoffnung, Sie meinten diese Opfer im Schatten:

    Oman Tribune – the edge of knowledge
    The commission estimated that between 100,000 and 200,000 workers from poor countries were living in Lebanon when the conflict started, mainly from Sri Lanka, the Philippines, Ethiopia and Bangladesh.

    There were also large numbers of workers from Ghana, Vietnam and Nepal, and a few from eastern Europe and Russia, the commission said.”
    http://www.omantribune.com/index.php?page=news&id=17475&heading=Middle%20East

    Wo wir gerade so nett über den Kaukasus plauschen, was wissen Sie über die Vertreibung von Moslems in Folge der russischen Expansion im Nordkaukasus? Vielleicht sagt Ihnen das Volk der Tscherkessen etwas. Dann schauen Sie mal nach, wo die jetzt leben. Etliche Immigranten mit türkischen Pass sind Tscherkessen und die sind ganz anders drauf.

  4. Libero
    27.07.2006 | 15:57

    Sind die Tschetschenen nicht sunnitische Moslems?

  5. Boche
    27.07.2006 | 16:03

    Ich glaube, Herr Libero, sie spielen wieder ohne (bzw. mit einem imaginären) Gegenspieler.
    Hallo, hier bin ich!

  6. Libero
    27.07.2006 | 18:00

    Herr Boche, sie verwirren etwas.

    Also wir haben hier einerseits einen bedauerlichen Konflikt zwischen den Israelis und muslimischen Arabern. Da kann ich gut und böse einfach unterscheiden. Die Bösen sind die Araber. Sind ja Moslems.

    Soweit so gut.

    Nun haben wir einen zweiten bedauerlichen Konflikt zwischen den Tschetschenen und den Russen. Die Tschetschenen sind Moslems und damit eigentlich wunderbar als die Bösen geeignet. (Ich verweise nur kurz auf die jüdischen Chasaren, die über Jahrhunderte Nachbarn der Tschetschenen waren. Die waren damals zwar noch nicht Moslems, aber dafür die Chasaren Juden. Also faktisch Antisemiten.

    Ihrem einleitenden Beitrag entnehme ich nun, daß aber die Russen die Bösen sind. Die sind zwar auch Antisemiten, mithin latent Böse. Nur habe ich den Eindruck, daß der Antisemitismus der Russen in diesem Konflikt keine Rolle spielt.

    Darf ich Sie darauf hinweisen, daß die Reaktionen der Russen auf die Tschetschenen unverändert sind. Seit der Zarenzeit.

    Also bitte, wir haben diesen zweiten Konflikt mit zwei Bösen. Keiner der Bösen ist wenigstens liberal oder gar so richtig kapitalistisch. Trotzdem sind Sie sicher, daß die Russen die Bösen sind?

    Wenn nun die Tschetschenen in den Nahen Osten flüchten und zum Beispiel ElKhaida oder die Hisbollah verstärken, sind Sie wenigstens dann die Bösen?

  7. Libero
    27.07.2006 | 18:15

    nur zur Ergänzung.

    Es sieht so aus, das arabischen Geld sowohl nach Tschetschenien wie nach Palästina geht. In Palästina ist das böse Geld, denn es wird gegen Israel eingesetzt, und in Tschetschenien ist es gutes Geld, denn es wird gegen die Russen eingesetzt. Habe ich das jetzt richtig verstanden?

  8. 27.07.2006 | 18:56

    Die Bösen sind die Araber. Sind ja Moslems.

    Ich kann verstehen, dass Boche “Huhu” ruft. Vielleicht suchst du dir besser irgendwo einen Text, der zu deinem Kommentar passt?

    Gut, du hast offensichtlich intellektuell die Parallelen beider Konflikte der Intention von Boches Beitrag entsprechend nachvollzogen. Meinen Glückwunsch. Verwunderlich bleibt aber, dass du dir eine Position von Boche zum Tschetschenien-Konflikt selbst basteln musst (an wen erinnert mich das bloß?), wo doch die eigentliche Frage lautet, warum in den Medien beides mit völlig unterschiedlicher Aufmerksamkeit betrachtet wird.

    Die kann man sich übrigens ganz ohne zwanghafte Gut-Böse-Dichotomien stellen. Versuch’s einfach mal.

  9. der gute don
    27.07.2006 | 19:24

    Die Tschetschenen sind Moslems und damit eigentlich wunderbar als die Bösen geeignet.

    Momentmal, soll daß heißen Boche ist gar nicht immer gegen Muslime?

    Die Bösen sind die Araber. Sind ja Moslems.

    Achso. Bitte erklären Sie mir mehr davon wie die Welt funktioniert.

  10. 27.07.2006 | 19:29

    @der gute don

    Das war ein Ironie-Versuch seitens des Liberos. Vielleicht kein Wunder, dass er bei dir nicht angekommen ist, schließlich ist der Libero auch eine veraltete taktische Variante.

  11. der gute don
    27.07.2006 | 19:42

    @rayson

    ich denke das siehst Du falsch, der Libero ist in diesem Fall eher so eine Art Vorstopper. Ja, ich weiß. Auch veraltet …

  12. Boche
    28.07.2006 | 8:22

    Was bliebe mir noch zu sagen?
    :-)

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