18. Juli 2006
Journalisten als Richtschützen?
Richtschütze war ein begehrter Job damals bei uns “Muckern” (Infanteriesoldaten, oder wie das hier heißt) in der NVA. Ein Richtschütze richtete die Kanone des Schützenpanzerwagens mittels eines manuell zu bedienenden Drehrades auf den Feind. Er brauchte nicht im Dreck rumkriechen und saß in einem verhältnismäßig weichen Sessel.
Nun wirft man einem al-Dschasira-Journalisten wohl vor, ähnliche Tätigkeiten (gewollt oder ungewollt) für die Hisbollah erledigt zu haben. Und es ist ja tatsächlich zu fragen (und wurde von aufmerksamen Beobachtern schon gefragt), ob es nicht von Nachteil für die Israelis sein kann, wenn die Hisbollah die Einschläge ihrer Raketen am Bildschirm live beobachten, um dann vielleicht nachjustieren zu können.
Diejenigen, die sich nun über die Festnahme des Richtschützen erregen, hätten diesen Hintergrund zumindest in ihre Erwägungungen einbeziehen sollen, oder?
Verfasst von Boche um 09:46 Uhr in der Kategorie International, Politik (Trackback)
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