Leseempfehlung: Über Jugendkriminalität und Integration

In der heutigen F.A.Z. findet sich ein Artikel, der die Zusammenhänge von Jugendkriminalität, Zuwanderung und Integration sowie die Möglichkeiten der Justiz aus Sicht eines Berliner Staatsanwalts beschreibt. Wer sich seine ideologischen Vorurteile bewahren will, sollte ihn lieber nicht lesen oder sich gleich ein paar Gründe ausdenken, warum dieser Staatsanwalt entweder dumm, gekauft oder verblendet ist.

Rechte werden das hier hassen:

Für den Umstand, daß so viele seiner „Stammkunden“ aus Migrantenfamilien kommen, hat Reusch eine einfache Erklärung. Überall auf der Welt, sagt er, seien es vor allem männliche Heranwachsende aus den unteren sozialen Schichten, die mit dem Gesetz in Konflikt gerieten. In einer Stadt mit den demographischen und sozialen Verhältnissen Berlins aber heiße jung, männlich und bildungsfern eben ganz überwiegend „NDH“: nichtdeutscher Herkunft. „Wir haben nun mal nicht die Oberschichten ins Land geholt, sondern die extremen Unterschichten aus unterentwickelten Ländern.“

Linke das nicht mögen:

Seiner persönlichen Erfahrung nach gebe es erhebliche Unterschiede im Verhalten der verschiedenen ethnischen Gruppen. Junge Vietnamesen etwa, obwohl gerade in Ost-Berlin zahlreich vertreten, finden sich nur selten auf seiner Liste. „Da geht es in den Familien anders zu, die haben keine verwahrlosten Kinder.“

Vorsicht, Differenzierungsgefahr!

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6 Kommentare zu “Leseempfehlung: Über Jugendkriminalität und Integration”

  1. 14.07.2006 | 15:26

    Entspricht völlig meinen persönlichen Erfahrungen: Es gibt durchaus Unterschiede im Verhalten der verschiedenen “ethnischen Gruppen” – z. B. sind Einwanderer aus stark islamisch geprägten Herkunftsländern in aller Regel schlechter integriert als solche mit christlichem, hinduistischem, buddhististichem usw. Hintergund. (Bitte nicht als Aniti-Islamismus auslegen – danke!)
    Wobei sich nicht bestimmte Verhaltensweisen keineswegs mit bestimmten “Nationalitäten” gleichsetzen lassen. (Der Unterschied zwischen “Türken” und “Türken” ist so groß, dass man als Außenstehender manchmal glaubt, sie kämen aus völlig unterschiedlichen Kulturen. Was in gewisser Hinsicht sogar stimmen mag.)

  2. Llarian
    14.07.2006 | 15:59

    Warum sollten Rechte das hassen ? Weil wieder die alte Mühle, Kriminelle werden nur kriminell, weil sie so arm und dumm sind, bedient wird ? Nun, die Erkenntnis ist weder besonders neu noch würde sich irgendjemand gross drüber aufregen. Fragen muss man sich eher, warum werden nicht alle kriminell (und das zweite Zitat macht dazu ja durchaus Aussagen) und warum sind soviele “NDH”’s so arm und so bildungsfern ? Und wenn die Antwort dann die ist, dass das an der Auswahl derjenigen liegt, die einwandern, dann muss man fragen, warum zum Geier man ausgerechnet dann die ins Land holt, bei denen man solche Folgen schon absehen kann.

  3. 14.07.2006 | 16:24

    Warum “man” Menschen aus extremen Unterschichten aus unterentwickelten Ländern ins Land holte? Z. B. weil “man” billige und willige Arbeitskräfte zu brauchen glaubte. ;) Aber längst nicht alle Zuwanderer aus extremen Unterschichten aus unterentwickelten Ländern wurden “geholt”. Viele von ihnen sind faktisch Armutsflüchtlinge.
    Alles in allem rühren viele der heutigen Probleme daher, dass “man” damals entweder nicht über den Tag
    (Wahltermin, Bilanzstichtag)oder nicht über den geographischen Tellerrand hinaus gedacht hat. “Man” sitzt übrigens vorzugsweise in der Politik und in jenen Interessenverbänden, die sich fälschlicherweise für “die Wirtschaft” halten.

  4. 14.07.2006 | 16:35

    “Man” sitzt übrigens vorzugsweise in der Politik und in jenen Interessenverbänden, die sich fälschlicherweise für “die Wirtschaft” halten.

    Schön gesagt :-)

  5. Llarian
    14.07.2006 | 16:45

    Soweit ich mich entsinne erfolgte der “Anwerbestopp” bereits vor mehr als 20 Jahren bei einem Stand von zwischen einer und zwei Millionen Gastarbeitern. Heute leben in Deutschland etwas über 8 Millionen Passausländer und noch etliche Millionen “NDH”’s. Das kann man eigentlich keiner wie auch immer gearteten Wirtschaft (selbst nicht solchen Verbänden, die sich dafür halten (klasse Formulierung)) in die Schuhe schieben, dass ist m.E. vor allem eine politische Entscheidung der letzten 20 Jahre. Und es hat durchaus auch eine ganze Menge mit dem Sozialleviathan zu tun.

  6. 14.07.2006 | 16:51

    @Llarian

    Und es hat durchaus auch eine ganze Menge mit dem Sozialleviathan zu tun.

    Eindeutig auch das. Aber nicht nur, wie der Rückgang der Zuwanderung in wirtschaftlich schlechten Zeiten belegt. Es gibt auf diesem Kontinenten für verschiedene regionale Zonen offensichtlich unterschiedliche Wohlstandsmagneten, die natürlich etwas mit bereits vorhandenen Clustern zu tun haben. Türken und Osteuropäer kommen nach Deutschland, Nordafrikaner nach Spanien und Frankreich, und wieder andere zieht es nach England.

    Das Sozialsystem trägt eher zur Verfestigung der Strukturen nach der Einwanderungsentscheidung bei.

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