Wettbewerb: Such den guten Bush!

R.A., ein auch hier im B.L.O.G. geschätzter Kommentator, schrieb bei “Curious Creatures”, dass es in der deutschen Presse keine positiven Berichte zu George W. Bush, zu seiner Person oder Politik gäbe.

Da dies, wenn R.A. Recht hat, tatsächlich bedenklich wäre, weil dann entweder die stärkste Macht der Welt vom absolut Bösen regiert würde (wie SED-PDS, NPD, Gewerkschaften, Greenpeace und attac zu meinen scheinen), oder weil die deutsche Presse bei diesem Thema dann wirklich gleichgeschaltet wäre, hier mein Aufruf:

Sucht Artikel deutscher Presseorgane über Bush, die ihn als Person oder seine Politik lobend erwähnen. (Blogs als Quelle scheiden aus, da bei diesem Medium die Meinungsvielfalt ja bekanntermaßen gegeben ist und sich die Geister scheiden dürften, ob es sich um “Presseorgane” handelt.)

Ach ja: Zu gewinnen gibt es nichts. Außer einer lobenden Erwähnung auf diesem Blog.

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14 Kommentare zu “Wettbewerb: Such den guten Bush!”

  1. 13.07.2006 | 17:33
  2. der gute don
    13.07.2006 | 20:18

    > SED-PDS, NPD, Gewerkschaften und attac

    moment mal, ich dachte das wären die Bösen!?

  3. der gute don
    13.07.2006 | 20:30

    schöner nüchterner Artikel in der Zeit:

    http://www.zeit.de/2006/29/01-Leiter-1?page=1

  4. Boche
    14.07.2006 | 9:30

    @marcc

    Gute Beispiele, vor allem der WamS-Artikel (den ich damals auch gelesen hatte).

    @d.g.don

    Der ZEIT-Artikel ist wirklich ausgezeichnet. Wenn die alte Tante doch immer so schreiben ließe…!

  5. R.A.
    14.07.2006 | 11:22

    Erst einmal herzlichen Dank für die lobende Erwähnung.

    Obwohl ich inzwischen die Software komplett installiert habe, kann ich mich immer noch nicht aufraffen, ein eigenes Blog aufzumachen. Also verstreue ich täglich meine Beiträge über diverse andere Blogs …

    Als ich den Beitrag bei Marc schrieb, war mir schon bewußt, daß das nichts ganz stimmt. Aber “mit Ausnahme von Welt und Zeit” hätte irgendwie blaß geklungen, beide Organe sind halt auch begrenzt in ihrer Wirkung auf die öffentliche Meinung.

    Viel wichtiger als konkret faßbare Anti-Bush-Kommentare (vor allem in den Zeitungen) ist m. E. die unterschwellige Negativdarstellung im Fernsehen. Aber die beweiskräftig darzustellen wäre wohl eine medienwissenschaftliche Arbeit für sich.

  6. Boche
    14.07.2006 | 11:29

    @R.A.

    Das mit dem Fernsehen stimmt.
    Die subtile Propaganda, die ARD und ZDF in ihren Nachrichtensendungen verbreiten, erschreckt mich immer mehr, seitdem ich darauf aufmerksam geworden bin und darauf achte.

    Das ist vielleicht auch ein Thema für die GEZ-Diskussion hier: per Zwangsgeld bezahlte Vorurteilspflege, im Namen der Pluralität.

  7. R.A.
    14.07.2006 | 12:11

    @Boche:
    Die Frage ist nur, wie man unseren subjektiven Eindruck mit nachvollziehbaren Belegen stützen kann.

    Das geht halt nicht so einfach wie “suche positives Statement über Bush im Zeitungstext”.

    Die Fernsehmanipulationen sind deutlich subtiler.
    Und umgekehrt sind wir keine objektiven Beobachter. Uns fällt auf, wenn “schon wieder” eine schiefe Darstellung kommt. Aber wenn etwas unseren Erwartungen entspricht, rauscht das glatt durch die Wahrnehmung.

    Bevor ich damit in die GEZ-Diskussion gehe, brauche ich einen beweiskräftigen Befund.
    Ansonsten gibt es nämlich viel bessere Anti-GEZ-Argumente.

  8. Boche
    14.07.2006 | 12:48

    Ich bin ganz deiner Meinung.

  9. 14.07.2006 | 13:56

    Als Ergänzung: Ich fand die Berichterstattung der Boulevardzeitungen des Springerverlags zum Besuch von Bush insgesamt freundlich.

    Als Beispiele ein Artikel aus der Bild und einen aus der BZ.

    Die Wirkung auf die öffentliche Meinung ist wohl nicht vergleichbar mit dem Fernsehen, aber wohl doch größer als bei Welt und Zeit.

  10. Fuchur
    14.07.2006 | 15:55

    Hier noch zwei halb-freundliche Kommentare aus der FAZ:

    Unsouveräner Ringstorff

    Stallone und Bush zum Sechzigsten

    Beim Fernsehen ist mein Eindruck, dass die Berichterstattung zum Thema Bush/Amerika/Irak sich bei den Privaten nicht wirklich von den Öffentl./Rechtlichen unterscheidet.

    Die Frage ist auch: Wenn es Vorurteile bei ARD/ZDF gibt, woher kommt das? Die Kontrollgremien sind doch paritätisch besetzt, es ist also sicher nicht so, dass lauter “linke Vögel” alles unter Kontrolle haben. Mancher wird jetzt sagen, die haben sich unter Rot/Grün alles unter den Nagel gerissen, aber davor hatten wir ja 16 Jahre Schwarz/Gelb.

  11. 15.07.2006 | 8:10

    Was gestern Abend im Nachrichtenprogramm wieder zu hören war, machte mich richtig wütend. Da war nur die Rede von einem “Angriff Israels auf den Libanon”, da hießen gar der Hisbollah-Raketenbeschuss “Gegenangriff”…
    Das ist schlicht und einfach Hetze. Das lässt sich ja nicht durch Unwissenheit (oder der-gute-don-Naivpazifismus) erklären.
    Ich verstehe langsam immer mehr die Antideutschen.

  12. 15.07.2006 | 16:32

    Nun übertreib nicht. Erstens treiben die mehr ideologisch als fachlich gefestigten Journalisten nicht nur in der Nahost-Berichterstattung ihr Unwesen, und zweitens haben sie mit “den Deutschen” nichts zu tun.

  13. Llarian
    15.07.2006 | 17:47

    @Rayson: Böse Zungen würden aber sagen, dass die durchaus für eine gute Mehrheit der Deutschen sprechen. Als ich am Donnerstag an der Kneipe sass und das Thema aufkam, war ich durchaus überrascht wie vollkommen selbstverständlich von einem israelischen Angriff auf den Libanon gesprochen wurde. Und ich kann die Sickigkeit von Boche absolut nachvollziehen, geht mir durchaus ähnlich.

  14. 16.07.2006 | 10:46

    @Llarian

    Die Frage ist nur, woher diese Meinungen kommen. Wenn ich feststelle, wie verblüfft manche Leute reagieren, wenn ich ihnen im Gegensatz zu den Fernsehnachrichten etwas über die Lage erzähle, der sich Israel nach dem Abzug aus dem Gaza-Streifen ausgesetzt sah, und den andauernden Beschuss aus dem Südlibanon erwähne, dann kann ich da nur viel Uninformiertheit, aber wenig Aversion entdecken. Erwähnt werden die Hisbollah-Raketen ja erst jetzt, als angebliche “Gegenwehr”, eine Bezeichnung, über die sich Boche natürlich zu Recht aufregt. Nur eben an die falsche (schon deshalb, weil kollektive) Adresse.

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