Staatlich verordnetes und bürokratisch verwaltetes Dahinsiechen

Eine liberale Abrechnung (PDF, 540kb) mit dem “solidarischen” Gesundheitssystem.
Besser kann man es nun wirklich nicht mehr erklären…

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via antibürokratieteam

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16 Kommentare zu “Staatlich verordnetes und bürokratisch verwaltetes Dahinsiechen”

  1. 7.07.2006 | 13:52

    Doch, kann man. Muss man sogar. Es ist zum Beispiel kein Wunder, dass dieser Text unter Ärzten kursiert, denn er geht mit keinem Sterbenswörtchen auf das Phänomen der “angebotsinduzierten Nachfrage” ein, das gerade im Gesundheitswesen besondere Bedeutung hat.

    Der Text vernachlässigt darüber hinaus im guten libertären Stil grundlegende ethische Gesichtspunkte.

    Was nicht heißt, dass er nicht lesenswert wäre: Es steht sehr viel Richtiges drin und nur wenig Falsches (z.B. kann ein Kassenarzt durchaus private Verträge mit Kassenpatienten schließen, allerdings mit Einschränkungen).

  2. Boche
    7.07.2006 | 14:04

    Die ethischen Gesichtspunkte finden sich doch am Ende des Textes. Wo dann auch klar wird, dass es sich um einen liberalen und keinen libertären Ansatz handelt.

  3. 7.07.2006 | 14:12

    Sollte ich mal wieder nicht bis zum Ende gelesen haben ;-) ?

  4. 7.07.2006 | 14:14

    Nochmal geschaut: Doch, habe ich. Ich kann sogar meine Behauptung aufrechterhalten. Der Ansatz lässt nämlich Armut durch Krankheit zu.

  5. Boche
    7.07.2006 | 14:22

    Du meinst den Fall chronischer oder angeborener Krankheiten?

    Ok, das ist tatsächlich nicht explizit erwähnt und wäre nachzutragen.
    Aber trotzdem ist der Ansatz doch nicht libertär, sonst fehlte doch die Idee staatlicher Subventionen für Leute mit mangelnder Wirtschaftskraft.

  6. Boche
    7.07.2006 | 14:29

    Zur “angebotsinduzierten Nachfrage”:

    Das Problem erkenne ich nicht. Ist doch für Privatpatienten heute schon eine Rechnungsprüfung durch den Versicherer üblich. Womit unsinnige Leistungen recht schnell aufgedeckt werden.

  7. R.A.
    7.07.2006 | 14:43

    @Rayson:
    > Der Ansatz lässt
    > nämlich Armut
    > durch Krankheit
    > zu.
    Wo wäre dabei das Problem bzw. wieso soll das Gesundheitssystem gegen Armut helfen?

  8. 7.07.2006 | 14:52

    Eines der Grundübel unseres Gesundheitssystems ist, dass es stark oligarchische Züge hat – die auch durch eine Privatisierung nicht notwendigerweise beseitigt werden würde. Nehmen wir z. B. einmal die Kassenärztliche Vereinigungen, als typische Standesorganisationen. Oder die filzigen Geschäftspraktiken der pharmazeutischen Industrie. Mit einer bloßen Abschaffung der gesetzlichen Krankenkassen ändert sich daran nichts. Im Gegenteil!

    Mein Vorschlag wäre, sich einmal in der Welt nach besser funktionierende Krankenversicherungssystemen unzusehen. Welche Ansätze funktionieren in der Praxis, welche nicht? Das private Gesundheitssystem der USA ist das teuereste der Welt – und läßt viele Bürger außen vor. Der steuerfinanzierte National Health Service im Vereinigten Königreich ist, mit einem Wort, ein Desaster – auch unter dem Gesichtspunkt der sozialen Gerechtigkeit. Besser funktioniert es in Skandinativen, allerdings um den Preis eingeschränkter Leistungen, hohen Zuzahlungen, eingeschränkter Arztwahl und langer Warteliste (und vor allem in Schweden einer lästigen, als Gesundheitserziehung getarnten, Gängelung).
    Recht gut scheint das ebenfalls steuerfinanzierte System in Spanien zu funktionieren. (Vielleicht, weil kein wichtiger Pharmakonzern in Spanien sitzt oder weil es dort keine KV gibt?) Auch das dem deutschen sehr ähnliche niederländische Kassensystem funktioniert, nach einer Reform, die diesen Namen auch verdient, jetzt sehr viel kosteneffektiver – ohne Einschnitte bei wichtigen Leistungen.

  9. Boche
    7.07.2006 | 15:08

    Aber die Kassenärztlichen Vereinigunge gehören doch zum System der gesetzlich regulierten Krankenversicherung!
    Ohne staatliche Einmischung haben die doch keine Überlebenschance.

  10. 7.07.2006 | 16:00

    @Boche

    Naja, die Grenzen sind fließend, aber ich gebe dir Recht, dass manche Libertäre nicht mal so weit gehen würden.

    @R.A.

    Das Problem ist ganz einfach: Die meisten Menschen würden es nicht als gerecht empfinden, dass jemand allein wegen der direkten monetären Folgen der Behandlung einer Krankheit, z.B. einer sehr hohen, vielleicht gar prohibitiven Versicherungsprämie, sozial absteigen muss.

    @MartinM

    Eine schöne Übersicht über verschiedene Systeme findet sich bei FAZ.net.

    Das reformierte niederländische System lohnt sich wohl wirklich einen genaueren Blick. Ich könnte mir das auch sehr gut ohne gesetzliche Kassen vorstellen (und stimme Boche hinsichtlich der KAV zu).

  11. 7.07.2006 | 16:02

    @Boche

    Mit einer Kontrolle durch Versicherungen, die sicher auch nur stichprobenhaft erfolgen kann, erwischst du nur groben Missbrauch. Ein cleverer Arzt kann aus so gut wie jedem Symptom eine weit aufwändigere Behandlung machen als notwendig.

  12. Boche
    7.07.2006 | 16:11

    @Rayson

    Mehr als eine solche stichprobenartige Kontrolle ist doch aber kaum machbar.
    Außer, man schreibt immer doppelte Untersuchungen vor. Und selbst dann…

  13. R.A.
    7.07.2006 | 16:52

    @Rayson:
    > Die meisten
    > Menschen würden
    > es nicht als
    > gerecht
    > empfinden, …
    Da muß ich mal krass formulieren:
    Das Gerechtigkeitsempfinden des Durchscnitts-Deutschen ist nach Jahrzehnten sozialistischer Indoktrination fast wertlos.

    > dass jemand
    > allein wegen
    > der direkten
    > monetären Folgen
    > der Behandlung
    > einer Krankheit,
    > z.B. einer sehr
    > hohen, vielleicht
    > gar prohibitiven
    > Versicherungsprämie,
    > sozial absteigen
    > muss.
    Sozialer Abstieg droht meist NICHT wegen der Behandlungskosten, sondern wegen eventueller Berufsunfähigkeit.

    Um dieses viel schlimmere Risiko kümmert sich unser Sozialstaat merkwürdigerweise überhaupt nicht, wer da nicht privat vorsorgt (was viele versäumen, weil sie dem Sozialstaat zu viel vertrauen), der ist wirklich am Ende, wenn ihm was passiert.

    Ansonsten aber: Richtig leid tun mir die, die wegen Behinderung etc. nie eine Chance auf sozialen Aufstieg haben. Um die kümmert sich das Gerechtigkeitsempfinden unserer “Sozial”-Politiker nur begrenzt, die Libertären versagen hier völlig.

    Sozial absteigen kann aber nur, wer schon mal aufgestiegen ist, d.h. im Beruf Geld verdient hat. Und der kann sich auch versichern, da ist der libertäre Ansatz völlig berechtigt.

  14. 7.07.2006 | 16:57

    @Boche

    Es sind andere Modelle denkbar. So in Richtung HMO beispielsweise.

    @R.A.

    Das Gerechtigkeitsempfinden des Durchscnitts-Deutschen ist nach Jahrzehnten sozialistischer Indoktrination fast wertlos.

    Ich rede nicht von Durchschnitts-Deutschen. Es ist kein Zufall, dass in den meisten Ländern das Gesundheitssystem staatlich reguliert ist. Alle indoktriniert?

    Um dieses viel schlimmere Risiko kümmert sich unser Sozialstaat merkwürdigerweise überhaupt nicht

    Richtig. Meines Erachtens handelt es sich hier um eine menschliche Schwäche: der Umgang mit Risiko.

    Sozial absteigen kann aber nur, wer schon mal aufgestiegen ist, d.h. im Beruf Geld verdient hat. Und der kann sich auch versichern, da ist der libertäre Ansatz völlig berechtigt.

    Das kommt drauf an. Zum Beispiel auf die Herkunft, das Einkommen und die Krankheit.

  15. googlehupf
    7.07.2006 | 18:09

    Die Kernthese dass “Geld” sozusagen als Informationsträger mehr in das Krankensystem einfließen müsste, halte ich für sehr richtig kombiniert mit einer Gewährleistung dass Leute mit niedrigem oder keinem Einkommen nicht rausfallen.
    Daher halte ich das das derzeitige FDP-Modell oder das niederländische Modell ohne GKV auch so als grobe Richtung für richtig.

  16. R.A.
    10.07.2006 | 12:11

    > Es ist kein
    > Zufall, dass in
    > den meisten
    > Ländern das
    > Gesundheitssystem
    > staatlich
    > reguliert ist.
    > Alle
    > indoktriniert?
    Reguliert ja gerne. Eine Qualitätsüberwachung per Gewerbeaufsicht gibt es bei den Lebensmitteln auch.

    Aber keine Abrechnung der täglichen Einkäufe über eine staatliche Zwangskasse – das ist Sozialismus.

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