China und die FIFA WM 2006™, Teil 2

Wie schonmal angemerkt, wird die FIFA WM 2006™ in China mit Interesse verfolgt. Nun gab es einen Riesenaufstand um einen parteiischen Kommentator – und ein Autor der Riesenmaschine hat eine interessante Entdeckung gemacht.

Während der Live-Reportage des Spieles Italien gegen Australien ging CCTV-Kommentator Huang Jianxiang (Foto) sehr, sehr steil. Mad Minerva stellt zu dem entsprechenden Video zwar fest

It’s all in Chinese, but you don’t have to know any Chinese to understand World Cup Fever in full force.

aber wer den Wortlaut haben will, findet bei Simon oder im WM-Blog der BBC eine englische Übersetzung. Simon weist auch darauf hin, dass sich Herr Huang mittlerweile entschuldigt hat. Einer der Gründe, die Huang für seine Erregung anführt, ist, dass er Australien mit Neuseeland verwechselt habe, die 1981 China aus der WM-Quali geworfen hätten. Ich habe bei dogfood eine bessere Erklärung gefunden:

Im Frühjahr 2005 wurde der Antrag Australiens genehmigt, vom ozeanischen Fußballverband in den asiatischen zu wechseln. Australien fühlte sich in seiner Entwicklung gestört, denn alle vier Jahre gab es das gleiche Theater: in Ozeanien schlägt man alles was nicht Neuseeland heißt, zweistellig weg und muss dann gegen den Fünftplatzierten aus Südamerika spielen und bekommt regelmäßig Dresche.

Die ozeanische Konkurrenz wäre zu schwach um sich weiterzuentwickeln. Der Bitte um die Aufnahme in den asiatischen Verband wurde stattgegeben.

Unterdessen hat Christian Y. Schmidt bei dem gestrigen Spiel Deutschland-Argentinien an der Bande zwei chinesische Schriftzeichen neben dem Schriftzug des offiziellen FIFA-Bieres entdeckt:

Auf Mandarin werden sie “Bai Wei” ausgesprochen, was übersetzt etwa so viel wie “Hundert Kräfte” bedeutet, nichts anderes als der chinesische Markenname der amerikanischen Plörre.

Zum – einfach mal daher behaupteten – ersten Mal wirbt damit eine westliche Marke bei einer in Europa stattfinden Fussball-WM auch in der kommenden Weltsprache…

Für mich hatte die Fußball-WM übrigens zur Folge, dass mittlerweile schon zweimal mein Unterricht in der kommenden(?) Weltsprache ausgefallen ist - weil meine Chinesisch-Lehrerin Spiele der deutschen Nationalmannschaft sehen wollte ;-) .

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2 Kommentare zu “China und die FIFA WM 2006™, Teil 2”

  1. 1.07.2006 | 20:33

    Das was dogfood bei aas geschrieben hat wurde übrigens einige Tage später in der taz nochmal aufgegriffen und quasi bestätigt.

  2. 1.07.2006 | 21:27

    Jens,

    ich hatte nicht den geringsten Zweifel, dass Kai damit richtig lag. Deshalb fand ich ja die Begründung des Herrn Huang so köstlich.

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