10. Juni 2006
Sollen Städte Werbung für Kino-Ketten machen?
Die [Name der Kino-Kette] übertragen die Spiele der Weltmeisterschaft LIVE in gestochen scharfer HD-Qualität auf der großen Leinwand.
Wer seine Wunschbegegnung nicht im Stadion verfolgen kann, erlebt hier “Fußball de luxe” in einzigartiger Kinoatmosphäre und höchstem Kinokomfort.
Die Übertragung erfolgt mit eigens für die Weltmeisterschaft angeschafften hochleistungsfähigen LCD-Projektoren, die alle magischen Momente in bestmöglicher, hochauflösender Bildqualität auf die Riesenleinwand beamen. Zudem bieten die Kinosäle neben bequemem Sitzkomfort eine optimale Sicht von allen Plätzen – auch für kleine Fußballfans und Familien!
Der Eintritt ist frei, der Mindestverzehr beträgt 3 Euro.
Eine Organisation, die meint, mich mit solchen primitiven Texten ködern zu können, ist von vorneherein chancenlos. Aber der Text ist hier nicht mein Problem.
Sondern die Seite, wo ich ihn gelesen habe: Landeshauptstadt Düsseldorf.
Ob und wie und in welchem Umfang sich Städte als Unternehmer betätigen sollen, wird heiß diskutiert (nein, von Liberalen wird das nicht so furchtbar heiß diskutiert; das versteht sich ja fast von selbst), aber die unentgeltliche Betätigung als PR-Agentur für private Kino-Betreiber fällt wohl unstreitig nicht unter die Kategorie “Aufgaben der Kommunalverwaltung”, oder?
Verfasst von Marian Wirth um 10:07 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, Politik, Wirtschaftspolitik (Trackback)
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