Merkel für Kinder – Staatsverschuldung einfach erklärt

Also, langsam beschleicht mich das Gefühl, dass die Internetpräsenz der Bundeskanzlerin von einem Autorenkollektiv, bestehend aus Wiglaf Droste, Pete Doherty und Johannes Heesters, gekapert worden ist. Oder ist das folgende ernst gemeint?

KANZLERIN FÜR KINDER

Besonders interessant ist das Kapitel Staatshaushalt:

(…)

Wer es gut macht, teilt sich sein Geld so ein, dass es reicht, bis wieder neues kommt. Wer es sehr gut kann, wird immer ein bisschen sparen.

Wer es schlecht macht, dem flutscht das Geld nur so durch die Finger. Wer schlecht haushaltet, wird eher früher als später in große Schwierigkeiten kommen. 

Beim Staat ist es etwas komplizierter als zu Hause

Geht man davon aus, müsste man wohl sagen, dass der Staat eher schlecht mit seinem Geld umgeht. Denn er macht regelmäßig Schulden. Staatsschulden eben. Nun ist die Sache im Falle eines Staates allerdings etwas komplizierter als zu Hause oder in einem kleinem Betrieb. 

Das beginnt schon mit der Frage, ob man denn wirklich sagen kann, dass der Staat eigenes Geld besitzt. Denn wer ist das denn, der Staat? Und wer bestimmt, wofür wie viel Geld ausgegeben werden soll? 

Ein Kindergarten oder lieber eine Autobahn?

Der Staat, das sind wir alle. Und das Geld des Staates kommt von uns, weil wir Steuern zahlen. Es ist also unser Geld, das wir den staatlichen Verwaltungen und Behörden überlassen. Die bauen davon Straßen, Kindergärten oder Krankenhäuser. 

(…)

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3 Kommentare zu “Merkel für Kinder – Staatsverschuldung einfach erklärt”

  1. 10.06.2006 | 16:05

    Wäre ich Frau Merkel, zöge ich den Bau von Autobahnen vor. Dann wird in 50 Jahren wenigstens etwas Positives über einen berichtet. (-:

    Gibt es eigentlich einen modernen Macciavelli? Einen für Demokratien? Wenn ich es könnte, würde ich ihn schreiben und die Sache mit Kindern auf den Arm nehmen würde ein zentrales Kapitel darstellen. Allerdings sollte man anders als Frau Merkel es tut “auf den Arm nehmen” nicht im übertragenen Sinne verstehen.

    Ich vermute sie versucht zu demonstrieren, dass sie gut mit Kindern umgehen kann. Im Wahlkampf war ihre Kinderlosigkeit (bedauernswerterweise!) sicher ein Makel. Gut mit Kindern und Hunden umgehen können ist gut fürs Image.

  2. der gute don
    10.06.2006 | 16:12

    lol ja. Ich bin sicher das verstehen die Kinder. Weil das im Staat halt etwas komplizierter ist, macht er Schulden.

  3. 8.08.2006 | 23:38

    [...] Besonders verwerflich finde ich Propaganda, die sich an Kinder richtet – ob nun auf nationaler Ebene von Regierungsseite (siehe “Kanzlerin für Kinder“) oder von Seiten einer international tätigen Nichtregierungsorganisation (siehe “Kinder passt auf, der Grünfried geht um!“). [...]

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