1. Juni 2006
Bundestag schickt Bundeswehr in den Kongo
Die GroKo und die Grünen schicken also tatsächlich Bundeswehr-Soldaten in den Kongo:
Für den Antrag der Bundesregierung stimmten in namentlicher Abstimmung 440 Abgeordnete vor allem von CDU/CSU, SPD und Grünen.
Die Begründung dafür ist genauso schwammig wie Art, Umfang und Ziel dieses ganzen Unternehmens:
In der Debatte warben Koalitionsabgeordnete für ein Ja zur Beteiligung an der EU-Militärmission. Diese sei ein wichtiger Beitrag nicht nur zur Stabilisierung des Kongo, sondern habe für ganz Afrika große Bedeutung.
Stabilisierung des Kongo? Nee, is’ klar:
Bei einer Militäraktion der kongolesischen Armee und der UN-Mission im Kongo (Monuc) gegen Milizen im Osten des Landes sind in den vergangenen Tagen mehr als 80 Menschen getötet worden. Die meisten von ihnen gehörten einer der Milizen an, die die Bevölkerung in der rohstoffreichen Region in der Provinz Ituri terrorisiert, teilte ein Monuc-Sprecher am Mittwoch in Kinshasa mit.
Optimale Voraussetzungen für freie, faire Wahlen, oder?
Den knackigsten Kommentar zu der ganzen Aktion hat ein Kommentator im Kosmoblog hinterlassen:
Ich halte das Argument, daß der jetzige Kongo-Einsatz ein weiterer Testlauf für EU-Einsätze ist, daher für das plausibelste. Es ist sehr erstaunlich, daß es keinerlei öffentliche Diskussion darüber zu geben scheint, daß die Bundeswehr mittlerweile zu Versuchszwecken in einen Einsatz geschickt wird. Früher gab es für soetwas Manöver.
Weitere Beiträge in diesem Blog zum Thema:
Kongo? (13. März 2006)
Helft Darfur! (29. April 2006)
Verfasst von Marian Wirth um 21:50 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, International, Politik (Trackback)
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