Solidarität ist, wenn du keine Wahl hast

Nehmen wir einmal an, es existierten zwei verschiedene Inseln, A und B. Den Bewohnern von A gefällt die Landschaft der Insel gar nicht: Sie ist karg, unattraktiv und hat ständig schlechtes Wetter. Insel B dagegen ist wunderschön, reich an schönen Pflanzen und Früchten, und das Wetter ist traumhaft.

Würden Sie eine Regel für sinnvoll halten, die den Übergang von A nach B von einem bestimmten Mindesteinkommen abhängig macht? Bestimmt nicht. Sie würden eine solche Vorschrift, so sie denn existierte, doch sicher abschaffen und jedermann den Wechsel ermöglichen wollen? Nicht, wenn Sie so denken wie der Vorstand einer deutschen gesetzlichen Krankenkasse. Dann würden Sie die Vorschrift beibehalten wollen, aber auf einer regelmäßigen kostenlosen Fruchtlieferung von B nach A bestehen. Sie verstehen das nicht? Das macht mir Hoffnung.

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11 Kommentare zu “Solidarität ist, wenn du keine Wahl hast”

  1. 14.05.2006 | 18:28

    Aber B-Inselland würde doch gar nicht jeden aufnehmen wollen, selbst wenn er das Mindeseinkommen nicht haben muss.

    Und damit das auf jeden Fall so bleibt, schicken die vermutlich lieber Obstkörbe.

  2. 14.05.2006 | 19:08

    Hast du “B-Inselland” mal gefragt, was die lieber hätten? Schlimmer: Hat der gute Herr Fiedler irgendjemanden mal gefragt, was er lieber hätte?

    Ich muss ja keine Rücksicht auf die Wünsche von “B-Inselland” nehmen. Sorgen wir einfach für gleiche Voraussetzungen. Jeder, der zu B will, soll auch dort aufgenommen werden müssen (Kontrahierungszwang).

  3. 14.05.2006 | 19:54

    Tja…wenn Insel A mal so clever wäre von Insel B Fruchtsamen (hier. Wettbewerb) einzukaufen und diese anzupflanzen. Dann hätte auch Insel A tolle Früchte und eine schicke Obstlandschaft.

    Nur hätten die ganzer Verwalter für den Obstimport und die Ausreisegenehmigungen nichts mehr zu tun. Das wäre doch schade? Also fordert man weiterhin mehr Früchte und versucht das Ausreise zu erhöhen.

  4. Parker8
    14.05.2006 | 20:07

    Mit jedem Emigranten wird das Leben auf A eben karger. Und die Mehrheit der A-Bevölkerung kann sich das Leben der Adligen auf B nicht leisten.

    Unfair ist das natürlich für diejenigen, die die sich knapp unterhalb des Adelsstandes befinden. Sie mögen sich trösten: In den vergangenen 20 Jahren haben sich die Lebenshaltungskosten auf B (d.h. die PKV-Beiträge) doppelt so stark verteuert wie auf A.

  5. 14.05.2006 | 20:18

    Wieso Adlige? Es sollen doch alle rüber dürfen, die rüber wollen.

    Entweder das Leben auf B ist soviel besser, dann sollen alle daran teilhaben dürfen. Oder es ist es nicht, dann fährt eben keiner rüber. Wie die Güter dann letztendlich unter den Bewohnern verteilt werden, können die ja dann noch gesondert regeln.

  6. Parker8
    14.05.2006 | 20:58

    Es sollen doch alle rüber dürfen, die rüber wollen.
    Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung empfindet es nicht als Problem, sich nicht privat krankenversichern zu können. Ich weiß, dass die Kompetenz der Bevölkerungsmehrheit aus ultraliberaler Sicht im wesentlichen darin besteht, die Farben der Nationalflagge festlegen zu dürfen. Aber nach Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist die Pflichtgrenze zur GKV in dem von der Regierung festgelegten Maße verfassungskonform. Damit müssen Sie sich abfinden.

  7. 14.05.2006 | 21:03

    @Parker8

    Wie wäre es denn, wenn es zwei Benzinpreise gäbe. Einen niedrigen bei Tankstelle N für die “Adeligen” und einen hohen für die anderen bei Tankstelle H. Nun wollen diese auch lieber den niedrigeren Preis bezahlen, aber sie dürfen nicht die Tankstelle wechseln. Irgend so ein Gesetz von Verkehrsministerin Schmidt verhindert das, weil sonst, so Mautexperte Lauterbach, die bei Tankstelle H verbleibenden einen noch höheren Preis zahlen müssten.

    Apropros: Hat nicht Herr Lauterbach erzählt, Reiche würden länger leben und die Sozialversicherung so stärker belasten als weniger Reiche, so dass sie eine Reichensozialbgabe zahlen sollten? Das hiesse doch, dass Tankstelle N, die die ganzen Adeligen versorgt gar nicht billiger sein kann, als Tankstelle H oder nicht? Warum wollen dann alle rüber?

  8. 14.05.2006 | 21:05

    Ich ultraliberaler Naivling hab ja noch geglaubt, die Verfassung gebe einen Rahmen vor. Stattdessen hat sie wohl das heutige System von GKV und PKV festgeschrieben. Wenn ich das geahnt hätte…

    Obwohl – ist Konformität eine Eigenschaft mit Monopolcharakter? Hmmm…

  9. 14.05.2006 | 21:08

    Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung empfindet es nicht als Problem, sich nicht privat krankenversichern zu können.

    Schön, sollen die auf A bleiben, denen das gefällt. Nichts dagegen.

  10. Zodac
    14.05.2006 | 22:27

    Man nehme Herrn Fiedler die letzten beiden Buchstaben und versetze das verbliebene e zwischen d und l ….

  11. 15.05.2006 | 6:55

    In der B-Republik ohne Insel ist das noch besser: Da wird die B-Insel zwangsweise geräumt und planiert, damit sie wie A aussieht.

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