Der Grünfried kommt

Man kann nicht genug vor dem Alkohol warnen! Selbst guter Whisky kann, in Verbindung mit politischem Streitgespräch, gravierende Auswirkungen haben!
So haben mir liebe Freunde nach dem letzten Treffen und regem Schlagabtausch zu meinem Glück nicht die Freundschaft gekündigt aber immerhin ein Greenpeace-Abo geschenkt. (Dank euch beiden!)
Ich habe mich übrigens mit einem Novo-Abo gerächt revanchiert.

Was tun mit einem Greenpeace-Abo? Für einen Blogger gibt es nur eines: Kommentieren!
Die nächsten Ausgaben des Greenpeace-Magazins werde ich also hier gelegentlich und je nach Lust, Laune und Anlass verblogwursten.
Allerdings gibt es dabei Grenzen meiner Kritikfähigkeit. Denn Öko-Themen sind, auch, wenn die Stimmungsmache das manchmal vergessen lässt, in der Regel wissenschaftliche Themen. Und für diese braucht man sicheres Faktenwissen, um eventuelle Falschaussagen oder Übertreibungen aufdecken zu können.
Dieses Wissen fehlt mir, und aus journalistischer Sicht fehlt mir als unbezahltem Hobby-Blogger die Zeit, dieses Wissen durch ausgiebige Recherche zusammen zu tragen. (Ich verweise diesbezüglich gern auf die Seite der Herren Maxeiner und Miersch, den Ökologismus-Blog oder eben auf das Novo-Magazin, wo sich fachlich fundiertere Kritik an den Mode- und Aufreger-Themen der Öko-Szene finden lassen.)

Meine Kritik wird sich dem gegenüber vorrangig auf den Stil des Greenpeace-Magazins beschränken müssen. Sie wird aufzuzeigen versuchen, wo Fakten offensichtlich fehlen oder unvollständig dargestellt und durch Stimmungsmache ersetzt werden. Und sie wird auf ganz offensichtliche Plattitüden und Propaganda polemisch eingehen.

Vielleicht noch ein paar Worte zu Greenpeace:
Irgendwann in meiner idealistischen Jugend war ich da auch mal Mitglied. Die Wendezeit fiel in mein achtzehntes Lebensjahr, und genau um diese Zeit herum ist man wohl besonders weltretterisch motiviert. Was durch das Abenteuer des Um- und Aufbruchs in eine neue Welt wahrscheinlich bestärkt wurde.

Nun will ich Engagement für die “gute Sache” keineswegs als Jugendspinnerei oder gar -sünde abtun. Viele Menschen engagieren sich ernsthaft und aus ehrbaren Motiven für dies und jenes.
In manchen Fällen kann man aber darüber streiten, ob sie ihre Kraft in Projekte stecken, die wirklich dem Gemeinwohl dienen, und man kann gelegentlich befürchten, dass ihr ehrbares Bemühen von interessierter Seite missbraucht wird. Dieses Bemühen grundsätzlich zu diffamieren liegt mir aber fern.
Auch das Wort “Gutmensch” wird mir nicht für alle Grünfriede und Attac-tivsten sondern nur dann über die Lippen kommen, wenn es tatsächlich passt. Rayson hat vor einiger Zeit hier eine gute Definition dafür herausgearbeitet: Gutmenschen wären demnach das, was die Karikatur des Pharisäers in der Bibel darstellen sollte: Walretter, die das schlimme Los der Meeressäuger brauchen, um sich als “gut” produzieren und moralisch höher stehend fühlen zu können. Oder Waldsterbebegleiter, die Fakten bewusst ignorieren, um Recht oder das sorgsam gepflegte Weltbild zu behalten.
Bei aller Polemik, die ich mir wohl nicht verkneifen können werde, möchte ich keineswegs den Eindruck erwecken, ich hielte alle oder auch nur die Mehrheit der bei Greenpeace oder ähnlichen Gruppen Engagierten für “Gutmenschen” des besagten Typs. Die meisten engagieren sich auf Grund anständiger Motive, da bin ich mir sicher.

Lange Ankündigung, kurzer Sinn: Mein erster Grünfried-Beitrag ist in Arbeit. Demnächst mehr.

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1 Kommentar zu “Der Grünfried kommt”

  1. 24.04.2006 | 22:21

    Meine Mutter besitzt auch ein Abonnement dieser Zeitung. Ist von Zeit zu Zeit ganz witzig, vor allem Leserbriefe der Art “Auch Ihr letztes Heft war wieder einmal hervorragend, besonders die beiliegende Karte ´Kriege der USA´. Die konnte ich direkt in meinem Unterricht verwenden.”

    Bei den vielen emotionalisierenden Bildern, die immer edle wilde Eingeborene und ein Hochhaus im Hintergrund zeigen macht es den Eindruck einer Yellow-Press für Birkenstock-Träger. (Verdammt ich habe auch gerade Birkenstockschuhe an. Aber nur weil sie so bequem sind (-:)

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