Doppel-Nachricht

“Geheimdienste warnen vor iranischem Terror-Krieg”, schreibt SPON.

Das Szenario ist keineswegs beruhigend: Auch wenn Iran militärisch hoffnungslos unterlegen ist, würden die USA einen Krieg trotzdem nie gewinnen. Denn in den Diskussionen kristallisiere sich immer deutlicher die Einschätzung heraus, “dass iranische Agenten Zivilisten in den USA, Europa und anderswo ins Visier nehmen würden” sowie US-Ziele im Irak, berichtet die “Washington Post” unter Berufung auf namentlich nicht genannte Mitarbeiter des Geheimdienstes.

Solche Nachrichten zeigen zweierlei. Erstens das sehr hohe Risiko, das mit einem solchen Krieg verbunden wäre. Zweitens, welch gute Gründe es für ihn gäbe.

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9 Kommentare zu “Doppel-Nachricht”

  1. Marian Wirth
    2.04.2006 | 22:10

    Als Ergänzung noch der Link zum Original-Artikel in der Washington Post, der doppelt so lang ist wie die gereuterte SpOn-Version:

    Attacking Iran May Trigger Terrorism

    Der SpOn-Satz

    Die USA haben wiederholt erklärt, dass die militärische Option nicht ausgeschlossen sei.

    heißt im Original übrigens:

    The possibility of a military confrontation has been raised only obliquely in recent months by President Bush and Iran’s government. Bush says he is pursuing a diplomatic solution to the crisis, but he has added that all options are on the table for stopping Iran’s acquisition of nuclear weapons.

    Außerdem kommen auch Sätze vor wie:

    Other experts believe the Iranian service has become bogged down in intense, regional concerns: attacks on Shiites in Pakistan, the Iraq war and efforts to combat drug trafficking in Iran.
    As a result, said Bahman Baktiari, an Iran expert at the University of Maine, the intelligence service has downsized its operations in Europe and the United States. But, said Baktiari, “I think the U.S. government doesn’t have a handle on this.”

    Der WaPo-Artikel ist m.E. sehr ausgewogen und geht ausführlich auf die Verbindungen Irans zu Al Qaida und dem “Islamischen Dschihad” ein.

    Übrigens hätte der Angriff der USA auf Iran im März beginnen sollen. Da waren sich eigentlich alle Verschwörungstheoretiker einig.

  2. 2.04.2006 | 23:20

    Danke für die Zusatz-Info!

    Das sind dann aber Anfänger unter den Verschwörungstheoretikern, die eine solche Theorie vor dem Ereignis aufstellen, das sie damit erklären wollen.

  3. 2.04.2006 | 23:26

    Ist das jetzt die offizielle Position der FDP?

  4. Marian Wirth
    2.04.2006 | 23:33

    Rayson,

    der Fehler lag dann wohl bei mir; “Verschwörungstheoretiker” ist wohl der falsche Begriff. Mir fiel nur grade kein besserer ein. Pars pro toto hätte ich “kanadische Friedensforscher” oder “PDS-nahe Politologie-Professoren” sagen können. Aber das wäre dann schon wieder zu präzise und differenziert. Und ich habe mir vorgenommen, bis Ostern unpräziser und undifferenzierter zu werden.

  5. 2.04.2006 | 23:40

    @reformstaub

    Ja. Sie wird aber erst am 1.4.2007 verkündet.

  6. 3.04.2006 | 18:52

    Hohe Risiken beim Krieg gegen den Iran?

    Habe ich das richtig gelesen? Nee, hohe Risken für gepanzerte US-Soldaten kann ich nun wirklich nicht erkennen. Die bedienen einfach vorschriftsmäßig ihre Wumme, ihren Granatwerfer oder wasauchimmer und Rotten den Terror aus morden Menschen aus angeblichen militärischen Erfordernissen heraus.

    Da gibt es kaum Risiken.

    Und die deutschen Rechtsliberalen bzw. der jugendliche Anhang werden in diesem Fall jubelnd, oder (sie sind ja in Wahrheit gesitteter) jedenfalls mit positiver Grundstimmung (endlich!) und neugierig vor den Fernsehgeräten hocken. Anschließend die Sache kommentieren. Und, wenns schief gegangen sein sollte, tausend Gründe finden, warum es halt doch notwendig und unvermeidlich war. Und dass die Sache wirklich jeden Euro (bzw.: Dollar) wert war.

    Da gibt es keine Risiken.

  7. 3.04.2006 | 19:04

    Du wirst sicher wissen, warum du diesen Eintrag hier verfasst hast. Und mir damit etwas voraus haben.

  8. 3.04.2006 | 21:23

    @Rayson
    Als Lesehilfe: Ich meine, dass die Art und Weise, wie hier ein “Krieg gegen den Iran” plausibel gemacht wird, unverantwortlich ist, und zwar anhand der Reaktion des Iran auf einen (warum eigentlich?) Krieg.

    Das siehst du vermutlich anders. Oder du verstehst es nicht. Vermutlich ist es auch einfacher, über Mord und Krieg zu schreiben, als darüber nachzudenken.

  9. 3.04.2006 | 22:13

    @Dean

    Siehst du, das ist der Unterschied zwischen uns beiden: Der eine bekämpft das Böse durch Ignoranz, der andere muss mit der Bewertung verschiedener unerwünschter Folgen leben. Ich beschwere mich nicht, denn ich habe es mir ausgesucht.

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