8. März 2006
Der Mörder ist immer der Gärtner
Nehmen wir einmal Folgendes an:
Ein Unternehmen "erwirtschaftet" eine Umsatzrendite von zuletzt ca. minus 30 Prozent. Es ist überschuldet und seit ein paar Jahren nur noch über Kontokorrentkredite finanziert. Einer der Hauptgründe für die Krise war eine überholte Auslandsexpansion. Die bisherigen Geldgeber (Banken, Kreditversicherer, Avalgeber) ziehen die Reißlinie, und ein Hedgefonds übernimmt die Schulden.
Nach der Zahlungsunfähigkeit einer wesentlichen Tochtergesellschaft und neuen schlechten Zahlen zieht dieser Hedgefonds die Zusage für zusätzliche Mittel zurück. Das Unternehmen stellt Insolvenzantrag. Die ausländischen Tochtergesellschaften übernimmt eine Auffanggesellschaft des Hedgefonds, die deutsche Gesellschaft wird ebenfalls veräußert.
Wenn es nach der Überschrift bei SPON geht, ist dieses Unternehmen jetzt ein "Hedgefonds-Opfer", das "filetiert" wird. Ganz so, als sei vor Eintritt des Fonds alles in Ordnung und die Expansion nicht Teil des Problems gewesen. Überschrift- und Textredaktion müssen SPON-seits wohl streng getrennt sein…
Verfasst von Rayson um 17:40 Uhr in der Kategorie Presse / SPON- und taz-Blog, Wirtschaft (Trackback)
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